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Journale in Zahlen – Das Zeitschriftenkorpus

Publikums- und Fachausrichtung

Zwischen 1688 und 1815 werden in Halle 360 Journale herausgegeben. Um diesen Bestand besser überblicken und bearbeiten zu können, wurde eine inhaltliche Zuordnung der periodisch erscheinenden Schriften nach Sichtung vorgenommen. Sie basiert auf höchstens drei Ebenen und nimmt zunächst eine Einordnung nach Publikumsausrichung, als „Fach- oder Publikumszeitschrift“ bzw. „Sonstige“ vor. In der letzteren Kategorie finden sich neben Katalogen, Verzeichnissen und Kalendern auch Universitätsschriften. Eine Sondergruppe bildet die „Compendiöse Bibliothek“; sie wurde mit ihren 27 Bänden in der Gruppe „Anthologie“ zugeordnet – zum einen um ihren spezifischen Charakter zu betonen, zum anderen um die durch sie entstehenden Verzerrungen besser reflektieren zu können.

Damit ergibt sich folgendes Gesamtbild:

Klassifikation der halleschen Journale nach Publikumsausrichtung

Diese relativ grobe Einteilung wird auf der zweiten Ebene um eine fachliche Zuordnung, bzw. eine nähere Charakterisierung der Journale ergänzt. Es wurde versucht, die fachliche Ausdifferenzierung an dieser Stelle nicht zu groß werden zu lassen, gleichzeitig aber den durchaus hybriden Ausrichtungen der aufgeklärten Journale zu entsprechen, so dass Mehrfachzuweisungen möglich sind, besonders erforderlich erschien dies in Hinblick auf die Rezensions- und staatswissenschaftliche Zeitschriften.

Aus dieser Differenzierung resultiert für die Fachzeitschriften über den Gesamtzeitraum folgende Verteilung.

Fachliche Ausrichtung der Fachzeitschriften.

Spiegelt man diese Verteilung analog an den Publikumszeitschriften ergeben sich durchaus Überschneidungen, gleichzeitig wird bereits an dieser Stelle die grundlegend unterschiedliche inhaltliche Ausrichtung beider Gruppen erkennbar.

Fachliche Ausrichtung der Fach- und Publikumszeitschriften im Vergleich.

Laufzeiten

Betrachtet man die Erscheinungsdauer der halleschen Journalen, ergibt sich eine durchschnittliche „Lebensdauer“ von 7,8 Jahren, dabei muss jedoch die beachtliche Streuung berücksichtigt werden. Gleichzeitig ruhten zahlreiche Zeitschriftenprojekte wiederholt mehrere Jahre oder waren in ihrem Erscheinen so unregelmäßig, dass allein von ihrer Lebensdauer nicht auf ihre Relevanz oder ihren Erfolg geschlossen werden kann. Einige Zeitschriftenprojekte waren zudem von Beginn an auf eine begrenzte Zeit ausgerichtet (z.B. bei den moralischen Wochenschriften).

Eine Vielzahl von Journalen konnten sich hingegen offensichtlich nicht am Markt etablieren und scheiterte nach ein bis zwei Ausgaben. Dennoch finden sich – meist fachlich herausragende Zeitschriften – die auf eine durchaus beachtliche Erscheinungsdauer verweisen können.

Erscheinungsdauer der halleschen Journale in Jahren.

Kombiniert man bereits auf dieser Ebene die Publikumsausrichtung der Zeitschriften mit ihrer Erscheinungsdauer ergibt sich folgendes Bild:

Erscheinungsdauer der halleschen Presseerzeugnisse unterschieden nach ihrer Publikumsausrichtung.