{"id":711,"date":"2023-06-10T13:05:25","date_gmt":"2023-06-10T11:05:25","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/halliteratur\/?p=711"},"modified":"2023-06-26T20:29:15","modified_gmt":"2023-06-26T18:29:15","slug":"ludwig-der-springer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/halliteratur\/ludwig-der-springer\/","title":{"rendered":"Legende von Ludwig dem Springer"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center has-white-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#acbaa1\">Landgraf Ludwig von Schauenburg ist eher bekannt als Ludwig der Springer. Diesen Namen erhielt er der Sage nach durch einen Sprung in die Saale. In der Sage wird er mit dem Namen Salicus bezeichnet. Der lateinische Namens wurde mit \u201eSpringer\u201c allerdings falsch \u00fcbersetzt. Wahrscheinlich war Ludwig auch nie auf der Burg Giebichenstein. Lesen Sie hier die Legende von Ludwig dem Springer. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/halliteratur\/files\/2023\/06\/Ludwig-Springer.png\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"758\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/halliteratur\/files\/2023\/06\/Ludwig-Springer-1024x758.png\" alt=\"\" data-id=\"1062\" data-full-url=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/halliteratur\/files\/2023\/06\/Ludwig-Springer.png\" data-link=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/halliteratur\/joseph-von-eichendorff\/ludwig-springer\/\" class=\"wp-image-1062\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/halliteratur\/files\/2023\/06\/Ludwig-Springer-1024x758.png 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/halliteratur\/files\/2023\/06\/Ludwig-Springer-300x222.png 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/halliteratur\/files\/2023\/06\/Ludwig-Springer-290x215.png 290w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/halliteratur\/files\/2023\/06\/Ludwig-Springer-768x568.png 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/halliteratur\/files\/2023\/06\/Ludwig-Springer.png 1478w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure><\/li><\/ul><figcaption class=\"blocks-gallery-caption\"><sup>Ludwig II. der Springer, Landgraf Schauenburg von Th\u00fcringen. Kupferstich von Matth\u00e4us Merian aus: <\/sup><br \/><sup>Johann Ludwig Gottfried, Historische Chronica, Frankfurt a.M. 1630, S.516. <\/sup><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"has-text-color\" style=\"color:#8a9681\">Die Legende<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Als Pfalzgraf Friedrich III. von Sachsen ermordet und der Verdacht, diese Tat angestiftet, wenn nicht gar selbst ver\u00fcbt zu haben, auf den Grafen Ludwig II., den Salier, gefallen war, verklagten ihn die Verwandten des Toten beim Kaiser.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Dunkel, das \u00fcber der Mordtat lag, wurde jedoch nicht aufgehellt, trotzdem ging der Kaiser gegen den Grafen Ludwig vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf einem Ritt von Sangerhausen nach Magdeburg wurde er \u00fcberfallen und als Gefangener nach dem Giebichenstein an der Saale gebracht. Von dieser Burg ging das Spr\u00fcchlein im Lande um: Wer da kommt nach Giebichenstein, der kehrt selten wieder heim!<\/p>\n\n\n\n<p>Hier mu\u00dfte Ludwig in einer Gef\u00e4ngnisstube, hart am Felsen, sein Leben fristen, bis der Kaiser \u00fcber sein ferneres Schicksal verf\u00fcgt haben w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>An eine Flucht war nicht zu denken, da sein Gef\u00e4ngnis hoch auf dem Felsen lag, der steil zur Saale abfiel. Deshalb konnte Ludwig sich auch in seiner Kemenate frei bewegen, ohne Fesseln, nur durfte er sie nicht verlassen. St\u00e4ndig wurde er von mehreren W\u00e4chtern bewacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl sehr wenig Aussicht bestand, da\u00df er sich je wieder der goldenen Freiheit und seiner Gattin erfreuen w\u00fcrde, gelobte er doch, dem heiligen Ulrich in Sangerhausen ein treffliche Kirche zu bauen, wenn er mit dem Leben davonkommen und frei sein sollte. Und das Schicksal war ihm gewogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da er nie einen Fluchtversuch unternommen hatte, die T\u00fcr obendrein st\u00e4ndig fest verschlossen und stark mit Eisen beschlagen war, wurden die W\u00e4chter sorglos und fingen an, sich die Langeweile mit dem Brettspiel zu vertreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Indessen reift in Graf Ludwig ein verwegener Fluchtplan. Er stellte sich so, als ob er jeglichen Lebensmut verloren h\u00e4tte, nahm keine Speisen mehr zu sich, heuchelte vor den W\u00e4chtern eine heftige Krankheit und meinte, ihn werde wohl bald der Tod von seinem Elend erl\u00f6sen. Dann bat er, doch seinen Schreiber und den Leibdiener holen zu lassen, damit er seinen letzten Wunsch aufzeichnen lassen k\u00f6nne.<\/p>\n\n\n\n<p>Heimlich gab er beiden den Auftrag, seinen Schimmel, &#8222;der Schwan&#8220; genannt, ab sofort in der N\u00e4he des Giebichensteins, direkt an der Saale, bereitzustellen, auch sollten seine treuesten Diener, als Fischer verkleidet, zusammen mit Wei\u00dfenfelser Fischern mit einem Kahn auf der Saale im Angesicht der Burg ankern und so tun, als ob sie ihre Netze stellen wollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Am anderen Tag gab Ludwig an, heftiges Fieber zu haben. Er lief in der Stube auf und ab, als wollte er sich erw\u00e4rmen, und klagte, da\u00df ihn schrecklich friere.<\/p>\n\n\n\n<p>So erreichte er, da\u00df ihm einer der W\u00e4chter einen weiten Mantel gab, in den er sich einwickeln konnte. Und da die Krankheit am n\u00e4chsten Tag scheinbar anhielt und noch zunahm, bekam er noch mehr Kleidungsst\u00fccke, die er alle \u00fcberzog.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend er aber st\u00f6hnend und auf einen Stock gest\u00fctzt hin und her ging, beobachtete er zugleich durch eine mannshohe \u00d6ffnung die Gegend. Er \u00f6ffnete auch das Gitter, damit ungehindert noch mehr w\u00e4rmere Luft hereinstr\u00f6mte. Dabei beobachtete er jedoch unaufh\u00f6rlich weiter. Schlie\u00dflich entdeckte er mehrere Fischer, die sich auf dem Flusse zu schaffen machten und endlich das verabredete Zeichen gaben. Da schwang sich Ludwig pl\u00f6tzlich, w\u00e4hrend die W\u00e4chter ganz in ihr Spiel vertieft waren, durch die \u00d6ffnung auf den Felsvorsprung und sprang von hier aus mit k\u00fchnem Sprung aus gro\u00dfer H\u00f6he in die Tiefe. Den Mantel hatte er dabei weit ausgebreitet, so da\u00df sich die Luft in ihm fangen konnte und die Wucht des Aufpralls minderte. So blieb er unverletzt, als er aus dem Wasser auftauchte. Hier waren die Fischer schnell mit dem Kahn zur Stelle, zogen ihn aus dem Wasser und brachten ihn ans Ufer, wo sein Leibdiener mit dem Schimmel wartete. Nachdem er schnell umgekleidet worden war, galoppierte er mit Windeseile in Richtung Sangerhausen, wo ihn bereits seine Gemahlin erwartete und gl\u00fccklich in die Arme schlo\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Die W\u00e4chter aber hatten das Nachsehen. Als sie schlie\u00dflich seine Flucht bemerkten, war er l\u00e4ngst schon in Sicherheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Dankbarkeit f\u00fcr seine gl\u00fcckliche Rettung erbaute Graf Ludwig in Sangerhausen eine Kirche und weihte sie dem heiligen Ulrich. Die Fischer von Wei\u00dfenfels aber erhielten die Gerechtsame und durften seitdem auf der Saale von Giebichenstein bis zur M\u00fcndung der Ilm &#8222;auf ewige Zeiten&#8220; fischen. Der Graf Ludwig aber erhielt von diesem Tage an den Beinamen &#8222;Ludwig der Springer\u201c.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons aligncenter\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-outline\"><a class=\"wp-block-button__link has-dark-gray-color has-text-color has-background\" href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/halliteratur\/hansering\/\" style=\"border-radius:20px;background-color:#acbaa1\">Zur\u00fcck zur Lesebank<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Landgraf Ludwig von Schauenburg ist eher bekannt als Ludwig der Springer. Diesen Namen erhielt er der Sage nach durch einen Sprung in die Saale. In der Sage wird er mit dem Namen Salicus bezeichnet. Der lateinische Namens wurde mit \u201eSpringer\u201c allerdings falsch \u00fcbersetzt. Wahrscheinlich war Ludwig auch nie auf der Burg Giebichenstein. 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