Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ermöglicht in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Studentenwerk einen Zuschuss für Studierende, der bis zu 500 Euro im Monat beträgt.  

Bisher konnten Studierende, die durch die Corona-Pandemie in große finanzielle Schwierigkeiten kamen, neben BAföG einen KfW-Kredit aufnehmen. Dieser ist bis März 2021 zinslos und beträgt bis zu 650 Euro im Monat. Mehr dazu lässt sich in dem Artikel „Studienkredite: Lösung oder doch nur ein Haufen Schulden?“ nachlesen, indem auch die Nachteile dieser Kredite beleuchtet werden.  

In einer Pressemitteilung vom 15.06.2020 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung nun verkündet, 100 Millionen Euro für Studierende bereitzustellen, die dringend finanzielle Unterstützung benötigen. Dieser finanzielle Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden und gilt erst einmal für die Monate Juni, Juli und August. Er kann zusätzlich zum BAföG genutzt werden. Betroffene können bis zu 500 Euro im Monat erhalten, wenn sie in einem Antrag nachweisen können, dass sie sich „pandemiebedingt in einer akuten Notlage“ befinden. Die Höhe der Zuschusssumme richtet sich nach der Höhe des Kontostands am Vortag der Antragsstellung. Antragsberechtigt ist, wer durch die Corona-Pandemie weniger als 500 Euro auf ihrem Konto haben und sich nicht anders finanzieren kann. Die Förderung soll an Studierende aus dem In- und Ausland gehen, die an einer deutschen, staatlichen beziehungsweise staatlich anerkannten Hochschulen studieren und ist unabhängig von Alter und Semesteranzahl. 

Anträge können online über www.ueberbrueckungshilfe-studierende.de gestellt werden. Dann werden sie von den jeweiligen Studentenwerken bearbeitet. Die Unterstützung soll nach einer Bewilligung ab dem 25.06.2020 ausgezahlt werden, da das entsprechende Portal noch fertig programmiert werden muss. 

Bildungsministerin Anja Karliczek schreibt über den Zuschuss: „Wir nehmen die Sorgen und Nöte von Studierenden ernst. Deshalb haben wir ein einmaliges Unterstützungspaket für sie geschnürt. Denn wir dürfen nicht zulassen, dass die Corona-Pandemie Studierende in den Abbruch oder die Aufgabe ihres Studiums treibt.“  

Das erwähnte Unterstützungspaket besteht aus dem oben genannten KfW-Kredit, einigen Anpassungen an das BAföG und der vorgestellten Überbrückungshilfe.

Allerdings wird dieses Unterstützungspaket von verschiedenen Seiten kritisiert. Johannes Maurer, ein Vertreter des AStA in Mainz, erklärt im Gespräch mit der Tagesschau: „In vielen Städten kann man von 500 Euro kaum seine Miete bezahlen und essen muss man ja auch etwas.“ 

Laut dem Hochschulgruppen-Bündnis „Solidarsemester 2020“ sind es eine Million Studierende, die sich durch die Pandemie in einer finanziellen Notlage befinden. Um all diese Betroffenen ausreichend unterstützen zu können, reichen hundert Millionen nicht aus. Deswegen wird zu einem Streik in Berlin am 20. Juni aufgerufen. Dort soll gemeinsam unter dem Motto “Eine Milliarde für eine Million” für ein Solidarsemester protestiert werden. Der StuRa Halle bezeichnet das Unterstützungspaket in seinem Corona-Update vom 17.06. als „sehr eingeschränkt, bürokratisch und zu spät“. Es wird aber trotzdem dazu aufgefordert, das Geld soweit wie möglich zu nutzen, schon allein um zu zeigen, wie viele Studierende tatsächlich betroffen sind. 

Wichtige Fragen und Antworten zur Überbrückungshilfe

Technische Hinweise zur Antragsstellung

Bild von Josh Appel auf Unsplash.de

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