{"id":170,"date":"2014-07-18T09:56:32","date_gmt":"2014-07-18T07:56:32","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/inco\/?p=170"},"modified":"2014-07-23T13:25:36","modified_gmt":"2014-07-23T11:25:36","slug":"dc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/inco\/2014\/07\/dc\/","title":{"rendered":"[DC]"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Modus <em>Double Click<\/em> [DC]<\/strong><\/p>\n<p>Der von Bruno Latour in seinem Buch \u201e<em>An Inquiry Into Modes of Existence<\/em>\u201c verwendete Modus [DC] beschreibt den Zugriff auf bereits vorhandenes Wissen und die damit verbundenen Fehler. Der <em>Double Click<\/em>, so beschreibt Latour es, bezieht sich auf den an einem Computer ausf\u00fchrbaren Doppelklick, also auf die M\u00f6glichkeit beispielsweise im Internet auf Informationen zuzugreifen ohne ihre Herkunft oder den Prozess ihrer Entstehung kennen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ebenso wie die anderen im Buch vorgestellten Modi zeichnet sich [DC] durch bestimmte Merkmale aus. So hat man in diesem Modus eine Aversion gegen\u00fcber Unterbrechungen und versucht die Kontinuit\u00e4t mithilfe von Displacement ohne \u00dcbersetzung aufrechtzuerhalten. Grundlage f\u00fcr das Gelingen des Modus ist die wortgetreue Wiedergabe einer Sache; f\u00fcr das Nicht-Gelingen die Verwendung von Metaphern. Latour zufolge ist Jeder der Versuchung einen freien, eindeutigen und sofortigen Zugriff auf reine, unver\u00e4nderte Informationen zu haben ausgesetzt. Diese Informationen allerdings werden von [DC] ohne jegliche \u00dcbersetzung zur Verf\u00fcgung gestellt. Der Modus selbst imitiert Resultate, vermittelt dabei aber keinerlei Wissen. W\u00e4hrend das Wesen des Modus folglich bewirkt, dass unbestrittene Vernunft regiert, gilt es im Zuge des Wandels f\u00fcr ihn diesen Zustand zu bewahren, obgleich der Tatsachen die ihn umgeben und missachtend, dass zum Erlangen der Informationen Vorarbeit geleistet werden musste.<\/p>\n<p>[DC] stellt dementsprechend eine Versuchung f\u00fcr jeden Forscher, vor allem f\u00fcr die im Buch erw\u00e4hnte Ethnologin, dar. Da die Folgen dieses Modus verheerend sein k\u00f6nnen, gilt es diesem Stand zu halten. In Kombination mit anderen Modi bewirkt [DC] durchaus, dass diese ihren Status als Modus verlieren, da sie dadurch doch wieder zu \u201eDom\u00e4nen\u201c werden, welche der Autor urspr\u00fcnglich zu umgehen versucht.<\/p>\n<p><strong>Beispiel<\/strong><\/p>\n<p>Ein moderner Forscher hat es sich zum Ziel gesetzt ein bestimmtes Thema oder ein Objekt zu studieren und \u00fcber dieses eine Arbeit zu verfassen. Um sich diesem Thema zu n\u00e4hern stehen dem Forscher verschiedene Vorgehensweisen \u2013 entsprechend der Wissenschaft in welcher er sich befindet \u2013 zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Seine Profession erm\u00f6glicht es ihm ein Netzwerk aufzubauen, in welchem er sich seinen Studien widmen kann, was den direkten Kontakt mit seinem Forschungsthema erm\u00f6glicht. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter sind die direkten Ressourcen f\u00fcr seine Forschung jedoch ersch\u00f6pft und es ist an ihm neue Wege zu finden um nicht in einer Sackgasse zu enden. Sp\u00e4testens hier setzt der Modus [DC] ein, in welchem man eine Unterbrechung zu vermeiden sucht. Um diese zu umgehen wird der Forscher in Versuchung gef\u00fchrt: gerade in der Moderne gibt es mit Sicherheit im Internet Informationen zu seinen Forschungen.<\/p>\n<p>Obwohl er dem widerstehen und sich einen anderen Ansatzpunkt suchen sollte, gelingt es ihm nicht und er greift auf diese direkten und unver\u00e4nderten Informationen zu. Diese werden f\u00fcr ihn zu unbestreitbaren Argumenten in seiner Forschung, obwohl er sie ohne auf die dahinterliegenden Vorgehensweisen achtend, und unter Umst\u00e4nden auch ohne \u00dcberpr\u00fcfung, einsetzt. Jegliche Vorarbeit, die von jemand anderem geleistet wurde geht dadurch verloren, ebenso wie die eine oder andere Verkn\u00fcpfung die zur Erstellung einer korrekten Forschung n\u00f6tig gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Das wahre Problem dieses Modus ist dabei nicht, dass der Forscher auf die durch den <em>Double Click<\/em> erhaltene Informationen vertraut. Viel eher ist es problematisch, dass durch das h\u00e4ufige Anwenden ein Status des Vergessens erreicht wird und Dinge verzerrt dargestellt werden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\"><b>\u00a0<\/b><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Modus Double Click [DC] Der von Bruno Latour in seinem Buch \u201eAn Inquiry Into Modes of Existence\u201c verwendete Modus [DC] beschreibt den Zugriff auf bereits vorhandenes Wissen und die damit verbundenen Fehler. 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