{"id":193,"date":"2014-07-23T10:42:40","date_gmt":"2014-07-23T08:42:40","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/inco\/?p=193"},"modified":"2014-07-23T13:23:20","modified_gmt":"2014-07-23T11:23:20","slug":"hab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/inco\/2014\/07\/hab\/","title":{"rendered":"[HAB]"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Existenzweise der Gewohnheit [HAB] <\/strong><\/p>\n<p>Habit (Gewohnheit) [HAB] wird von Latour als der umfassendste \u201emode of existence\u201c beschrieben. \u00dcberraschender Weise versteht Latour ihn als Daseinsmodus, wohingegen <em>habit<\/em> in anderen theoretischen Ans\u00e4tzen auf operationaler Ebene mit Aktivit\u00e4t assoziiert wird.<\/p>\n<p>Latour verwendet [HAB] haupts\u00e4chlich, um mit \u00dcberg\u00e4ngen (Crossings) von Modi umzugehen. Jeder Modus habe dabei seine eigene Art mit Gewohnheiten zu spielen. Habit sei nicht explizit oder allgemein, produziere aber Immanenz und Kontinuit\u00e4t:<\/p>\n<p><em>Without habit, in other words, we would make new mistakes, no longer through ignorance of the various prepositions, but because, this time, we would be limiting ourselves to them without heading toward what they designate, that toward which they propel us. (Latour 2013:266).<\/em><\/p>\n<p>Latour kritisiert Sokrates \u201eSuche nach allgemeinen Definitionen und Essenzen\u201c. Habit habe seine eigene ontologische Erhabenheit, die daf\u00fcr sorge, dass habit zwar verschleiere, aber nicht verstecke:<\/p>\n<p><em>Habit thus does much better than losing the prepositions; it presupposes it even while preserving it carefully. Let us say habit is the mode of existence that veils all modes of existence \u2013 including its own. (Ebd.: 268)<\/em><\/p>\n<p>Der Vorteil dieses \u201eblessed habits\u201c, wie Latour ihn in Bezug auf William James nennt, sei die M\u00f6glichkeit Institutionen besser zu erfassen. Die Gewohnheit ist das Vergessen im allt\u00e4glichen Leben, ohne Bewusstsein des beteiligten Hintergrunds eines beliebigen, beteiligten Modus. Nur wenn Probleme auftauchen, konzentriert man sich auf den Hintergrund und die Pr\u00e4positionen, die das reibungslose Funktionieren erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Ein Beispiel daf\u00fcr ist das Autofahren. Hier wird \u201edas Vergessen im allt\u00e4glichen Leben\u201c deutlich, da Vorg\u00e4nge dabei so verinnerlicht sind, dass sie automatisiert wirken. Erst wenn man in die Verlegenheit kommt, jemand anderem zu erkl\u00e4ren, wie etwas\u00a0geht und was man genau tut, f\u00e4llt einem das auf. Noch deutlicher wird es, wenn sich pl\u00f6tzlich Umst\u00e4nde \u00e4ndern, oder wie Latour es ausdr\u00fccken w\u00fcrde, wenn pl\u00f6tzlich Probleme auftauchen. Beispielsweise wenn man gew\u00f6hnt ist einen Schaltwagen zu fahren und nun\u00a0einen Automatikwagen fahren soll. Selbst wenn das linke Bein dabei nichts zu tun hat, zuckt es doch bei der einen oder anderen Gelegenheit aus Gewohnheit. Extremer wird es, wenn man stets im Rechtsverkehr fuhr und sich eines Tages in England wieder findet.<\/p>\n<p>Verfasserin: Mareike Pampus (mareike.pampus[at]student.uni-halle.de)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Existenzweise der Gewohnheit [HAB] Habit (Gewohnheit) [HAB] wird von Latour als der umfassendste \u201emode of existence\u201c beschrieben. \u00dcberraschender Weise versteht Latour ihn als Daseinsmodus, wohingegen habit in anderen theoretischen Ans\u00e4tzen auf operationaler Ebene mit Aktivit\u00e4t assoziiert wird. 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