{"id":196,"date":"2014-07-23T10:49:01","date_gmt":"2014-07-23T08:49:01","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/inco\/?p=196"},"modified":"2014-07-24T10:57:43","modified_gmt":"2014-07-24T08:57:43","slug":"fic","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/inco\/2014\/07\/fic\/","title":{"rendered":"[FIC]"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Existenzweise des Fiktiven [FIC]<\/strong><\/p>\n<p>Mit den Beings of Fiction, nachfolgend durch [FIC] gekennzeichnet, schafft Bruno Latour einen weiteren Modus als Kla\u0308rungsmuster zur Erzeugung von Welt. Die Einfu\u0308hrung des Modus [FIC] soll die bestehende Objekt-Symbol Dichotomie aufbrechen. Fiktion sollte dabei an dieser Stelle nicht mit Irrealita\u0308t verwechselt werden, sondern als das, was zwischen dem Wesen und der Vorstellung besteht. Die Beings of [FIC] existieren als externe Wesen, sind als solche jedoch abha\u0308ngig vom Menschen, so wie auch der Mensch anderseits abha\u0308ngig ist von den Beings of [FIC] (Latour, S. 240). Mit Latour ist Imagination nicht die Quelle, sondern das Beha\u0308ltnis fu\u0308r die Beings of [FIC]. Erlangen die Beings of [FIC] eine solche Aufmerksamkeit, ko\u0308nnen sie ihre Existenz ausdehnen (ebd., S. 243). Gleichzeitig erlangt auch der Mensch seine eigene Subjektivita\u0308t durch [FIC] (ebd., S. 241). Man denke nur daran, was das Ho\u0308ren des Lieblingsliedes, Betrachten eines mitrei\u00dfenden Kunstwerkes mit dem Empfinden der eigenen Subjektivita\u0308t macht. Die Unterbrechung des Modus liegt in der Schwankung zwischen Material und Form. Die Beings of [FIC] werden in diesem Bruch kenntlich, indem sie in ihrer Materialita\u0308t oder Externalita\u0308t existieren und sich in der Vorstellung des Menschen durch Imagination zeigen. Wesen der [FIC] sind Gestaltungen, Formen und Kunstwerke. Wesen also, die in sich bestehen, aber erst im Kollektiv wirksam werden und Bedeutung haben. Es geht mit Latour um die artikulierte Welt, die selbst wiederum Welt schafft. Damit bringen die Beings of [FIC] Vera\u0308nderung, indem sie Welten vervielfa\u0308ltigen. Die Allgegenwa\u0308rtigkeit der Beings of [FIC] verdeutlicht ihre zentrale Rolle im Kollektiv (ebd., S. 250). Jeder Modus zeichnet sich daru\u0308ber hinaus durch einen Pfad aus. Fu\u0308r [FIC] spricht Latour beim Pfad von einer dreifachen Verschiebung aus Zeit, Raum und Aktant. Der Mensch ist dabei Teil des Pfades.<\/p>\n<p>Beispiele fu\u0308r Beings of [FIC] finden sich vielfach und in allen anderen Modi. [LAW], [REL], [POL] usw. wu\u0308rden ohne Beings of [FIC] nicht funktionieren. Um den Modus [FIC] besser zu verstehen, soll das Beispiel der DNA angefu\u0308hrt werden. DNA ist nicht sichtbar fu\u0308r den Menschen. Trotzdem besteht eine Vorstellung daru\u0308ber, wie DNA aussieht. Erst dadurch kann DNA und die Realita\u0308t von DNA verstanden werden. Gleichzeitig entsteht durch diese Vorstellung eine wissenschaftliche Tatsache. Die ganze Welt kann nur verstanden werden, wenn wir eine Vorstellung davon haben. Das Bild der DNA besteht durch seine Materialita\u0308t. Es erha\u0308lt jedoch erst dann Bedeutung, wenn zwischen diesem Bild und den Menschen etwas passiert. Es wird Welt fabriziert. Damit geht es mit den Beings of [FIC] um die Verzweigung zwischen Realita\u0308t und Repra\u0308sentation.<\/p>\n<p>Verfasserin: Christina Deike (christina.deike[at]student.uni-halle.de)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Existenzweise des Fiktiven [FIC] Mit den Beings of Fiction, nachfolgend durch [FIC] gekennzeichnet, schafft Bruno Latour einen weiteren Modus als Kla\u0308rungsmuster zur Erzeugung von Welt. 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