{"id":226,"date":"2014-07-23T12:58:09","date_gmt":"2014-07-23T10:58:09","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/inco\/?p=226"},"modified":"2014-07-23T12:58:09","modified_gmt":"2014-07-23T10:58:09","slug":"tec","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/inco\/2014\/07\/tec\/","title":{"rendered":"[TEC]"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Modus [tec] (Technology) in AIME von Latour<\/strong><\/p>\n<p>[tec] meint weder technische Objekte oder eine Welt der Materie noch sozio-technische Netzwerke. Der Modus [tec] beschreibt eine spezifische Form der Transzendenz bzw. Diskontinuit\u00e4t. Im Fokus steht nicht das Objekt, sondern die Bewegung; der Weg zum Objekt. Somit ist der Modus [tec] am ehesten mit dem Adverb \u201atechnologisch\u2019 gleichzusetzen.<\/p>\n<p>Laut Latour wird Technologie nicht oder auf eine irref\u00fchrenden Art und Weise hinterfragt, was auf verschiedene Mechanismen des DC (DoubleClick) wie beispielsweise die Form-Funktion-Relation zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Latour verweist hier auf das Beispiel der angenommenen Korrespondenz von Territorium und Karte. Als Form der Epistemologie liegt dieser eine Theorie der Objektivit\u00e4t zugrunde. Ein solcher DoubleClick-Mechanismus findet sich gleicherma\u00dfen in Technologie, als dass die Theorie der Effektivit\u00e4t eine \u00dcbereinstimmung von Form und Funktion voraussetzt. Dementsprechend pl\u00e4diert Latour f\u00fcr eine R\u00fcckkehr zur Erfahrung von Technologie:<\/p>\n<p><strong>\u201eWe shall never find the mode of technological existence in the objects itself, since it is always necessary to look beside it: first, between the object itself and the enigmatic movement of which it is only the wake; then, within the object itself, between each of the components of which it is only the temporary assemblage.\u201c (AIME, S. 221)<\/strong><\/p>\n<p>Diese \u201ar\u00e4tselhafte Bewegung\u2019 beschreibt sich durch viele aufeinanderfolgende Metamorphosen, welche es problematisch machen, eine Kontinuit\u00e4t festzustellen: Dem entw\u00e4chst eine Magie, die \u201aTechnologie\u2019 inh\u00e4rent ist.<\/p>\n<p>Wie die anderen Modi zeichnet sich auch [tec] durch bestimmte Eigenschaften aus: Der <em>Pfad<\/em> von [tec] sind die \u201aZick-Zack-Bewegungen\u2019 des Prozesses der Erfindung. Hier finden sich die Momente der <em>Unterbrechung<\/em>: Dieser Prozess verl\u00e4uft nicht linear, sondern in diverse Richtungen sowie zur\u00fcck und nach vorne gewandt. <em>Die zielf\u00fchrenden bzw. verfehlenden Umst\u00e4nde <\/em>liegen in dem Know-how der kontinuierlichen Evaluation dieses Prozesses.<\/p>\n<p>Aufgrund dieser \u201aNicht-Linearit\u00e4t\u2019 muss die Bewertung st\u00e4ndig modifiziert und angepasst werden. Die <em>Wesen <\/em>von [tec] sind die entstandenen Arrangements und Erfindungen, welche nur durch eine Auseinandersetzung mit der vermeintlich inkonsequenten Bewegung, die zu ihrer Entstehung gef\u00fchrt hat, verst\u00e4ndlich werden. Schlie\u00dflich findet sich die <em>Ver\u00e4nderung<\/em> bei [tec] in den neu geschaffenen Kombinationen und Verbindungen, welche zwischen \u00e4u\u00dferst heterogenen Wesen entstehen. Diese Heterogenit\u00e4t bleibt erhalten und bedingt die relative Fragilit\u00e4t von <em>technologischen Wesen.<\/em><\/p>\n<p>Entstanden sind nun Quasi-Objekte, wobei die Kompetenz, die mit ihrer kontinuierlichen Erschaffung und Evaluation einhergeht, in der Performanz entsteht. Das hei\u00dft, dass der Akt der Erschaffung die Kompetenz bedingt und nicht die Kompetenz den Prozess von Erfindung und Evaluation.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Verfasserin: Sophie Knabner (sophie.knabner[at]student.uni-halle.de)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Modus [tec] (Technology) in AIME von Latour [tec] meint weder technische Objekte oder eine Welt der Materie noch sozio-technische Netzwerke. Der Modus [tec] beschreibt eine spezifische Form der Transzendenz bzw. Diskontinuit\u00e4t. 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