Prof. Dr. Dietrich Löffler

von Emilie Ulrich und Sophie Stelzer

Literaturwissenschaftler und Literatursoziologe
geboren: 21. Januar 1936 in Dresden
gestorben: 22. März 2021 in Halle

  • Studium der Germanistik und Philosophie an der Universität in Leipzig
  • 1963 Promotion an der Universität in Leipzig
  • 1967 wissenschaftlicher Oberassistent im Wissenschaftsbereich „Theorie und Soziologie der Künste“ der Sektion Germanistik und Kunstwissenschaften an der Universität in Halle
  • 1977 Habilitation in Halle
  • 1977 Hochschuldozent für Literaturtheorie in Halle
  • 1984 Berufung zum außerordentlichen Professor für Literaturtheorie in Halle
  • 1985/86 Lehrtätigkeit an den Universitäten in Szeged und Krakau
  • 1989 Stellvertretender Direktor der Sektion Germanistik und Kunstwissenschaften an der Universität in Halle
  • 1992 Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch die Universität in Halle
  • Mitarbeiter bei der Stiftung Lesen, Mainz
  • Veröffentlichungen zur Literatursoziologie und zur Leseforschung

UAHW, Rep. 11, PA 3055
UAHW, Rep. 122, Nr.3

Wendetagebuch: 

Dietrich Löffler war seit dem 1. Februar 1989 stellvertretender Direktor der Sektion Germanistik und Kunstwissenschaften der Universität in Halle. Zur Zeit der Wende 1989 übernahm er in Vertretung die Aufgaben des Institutsdirektors, da sich der Direktor Prof. Dr. Dieter Heinemann auf einer Dienstreise in den USA befand. Seine Gedanken über diese Zeit schrieb Löffler in einem Tagebuch auf. Nach seinem Tod übergab sein Sohn, Andreas Löffler, das Tagebuch an das Universitätsarchiv Halle (UAHW, Rep. 122, Nr. 2) und gestattete uns die Lektüre. Die folgenden Beobachtungen stellen eine erste Auswertung dar.  

Das Tagebuch ist ein einzigartiges Dokument über die Zeit des Mauerfalls aus der Perspektive von Löffler. Wir wissen nicht, ob er dieses Tagebuch veröffentlichen wollte, wir wissen nicht, ob er das Geschriebene noch überarbeiten wollte. Vielleicht dienten seine Notizen auch einem Selbstschutz, vielleicht fürchtete er Konsequenzen. 

Löffler hatte wohl kaum den Anspruch ein Tagebuch im literarischen Sinn zu schreiben:

Ich bin kein Tagebuchschreiber. Diese Notizen zum Tage sind einmalig wie ihr Anlaß. Sie sollten mir eine Gedankenstütze in den rasend schnell ablaufenden Ereignissen der Wende sein, die im August/ September absehbar war. Unter dem wachsenden Druck und in Zeitnot peinlich salopp geschrieben, um Fixpunkte für eine spätere Aufklärung zu haben. Es hätte ja kommen können, daß ich mich für diese Zeit würde verantworten müssen.

UAHW, Rep. 11, PA 3055

Der Inhalt des Tagebuches ist eine individuelle Reflexion. Wir lesen den Text heute mit einem großen zeitlichen Abstand und möchten ihn kritisch betrachten. Die Aufzeichnungen geben vielfältige Eindrücke über das Wintersemester 1989/90, das einen völlig ungewohnten und einzigartigen Ablauf bieten sollte. Noch nie haben sich in der Geschichte der Universität politische Veränderung so rasant, so widersprüchlich und rückblickend so konsequent abgebildet. Wir tragen heute dieses Wissen in uns. Löffler konnte die Entwicklungen nicht vorhersehen, er konnte manches erahnen oder befürchten und darüber schreiben.

Löffler beschrieb, dass die Führung regelmäßig handlungsunfähig war und dementsprechend immer mehr Vertrauen innerhalb der Bevölkerung verlor. Veränderung der festgefahrenen Struktur der DDR schien vielen Menschen nun zum ersten Mal möglich. Dieses Chaos lies auch die MLU nicht unberührt, laut Löffler. So schrieb er z.b.: „Keine Linie. Bezirksleitung hält sich weiterhin bedeckt. Kein Sekretär in der Aktivtagung der Uni! Für die allgemeine Lage: neben dem Vertrauensverlust der total ist, das andere Denksystem bedenken.“

Der Direktor hatte vor seiner Abreise in die USA noch eine Rede gehalten, welche diese besondere Lage adressierte. Er beendete die Rede mit den Worten: „Viel Glück bei dieser Gratwanderung!“. Löffler schrieb, dass große Erleichterung herrschte, das Schweigen gebrochen zu haben. Er meinte auch, dass die Rede von der Studentenschaft mit tobendem Applaus gutgeheißen wurde. Helmut Obst hingegen beschreibt in seinem Artikel Der Beginn der „Wende“ an der Marlin-Luther-Universität im Wintersemester 1989/90, dass diese Rede auch kritisch aufgefasst wurde und nicht nur Zustimmung fand und dass die Universitätsparteileitung krampfhaft versuchte, veraltete Strukturen aufrecht zu erhalten.1 Unter diesen Umständen musste Löffler nun seine Interimsstelle übernehmen.

In seinem Tagebuch beschrieb er verschiedene Ziele, welche er in dieser Zeit erreichen wollte. Zunächst war es ihm außerordentlich wichtig, dass Studenten sich innerhalb der Universität frei äußern durften, jedoch der Diskurs innerhalb der Universität blieb und nicht nach außen drang („Meine Linie: in der Sektion alles zulassen, nicht auf der Straße.“) Dies ist ein Thema, welches sich auch im Wendetagebuch konstant wiederholte. Löffler vertrat in seinem Tagebuch die Meinung, dass es besonders wichtig sei, einen offenen Dialog zu fördern. Ziel war es damit auch den “Klassenfeinden“ entgegenzuwirken und strukturfeindlichen Gruppierungen den Nährboden zu nehmen. Zusätzlich war er sehr besorgt darum, dass protestierende Studenten durch gewaltsame Auseinandersetzungen in Gefahr geraten könnten. Schlussendlich hatte er auch Angst davor, dass die SED-Bezirksleitung Teile der Studentenschaft als konterrevolutionär einstufen würde. Generell berichtet Löffler, dass ihm die Zukunft der Studierenden sehr am Herzen lag. Inwieweit dies nun zutreffend war, oder doch mehr zum Selbstschutz geschrieben wurde (vor allem da er sich im gleichen Atemzug auch als Gegner der SED-Führung inszeniert) bleibt fraglich. Jedoch haben seine Taten definitiv positive Auswirkungen auf das studentische Leben an der MLU gehabt. Erwähnenswert bleibt jedoch noch, dass Löffler sich immer wieder für den Erhalt des sozialistischen Staates aussprach und eine Reform über den Zerfall des Staates bevorzugte („Ich war noch sehr den alten Strukturen, nicht ihren Inhalten verhaftet.“)

Innerhalb des Instituts herrschte Unmut über die Entwicklung der Ereignisse. Ein Kollege von Löffler fürchtete um seine Stelle, die Frau jenes Kollegen im Gegensatz dazu betrachtete die Lage deutlich positiver. Dies zeigt stellvertretend sehr gut das gespaltene Klima innerhalb des Kollegiums, welches Löffler beschrieb. Grundlegend war die Stimmung optimistisch, doch vereinzelt wurde die Standhaftigkeit des sozialistischen Staates angezweifelt. Bei einer Rede des Prorektors am 17.Oktober kam es zu einer Meldung einer Medizinerin: „Alles Unsinn was der Rektor erzählt habe – die Lage sei anders, nämlich katastrophal.“ Infolgedessen wurde die Rede des Rektors zurückgewiesen. Löffler berichtete weiterhin, dass der Prorektor sich immer und immer wieder in die Ausrede flüchtete, er habe doch notwendige Gelder für den Erhalt der Franckeschen Stiftungen erkämpft.

In einer Aussprache erklärte der Rektor, dass er nicht die Führung der Reformbewegung übernehmen könne. Auch werden immer wieder Uneinigkeiten innerhalb der Führung der MLU geschildert, Löffler vertrat dabei eine sehr kulante Linie gegenüber den Studenten und hoffte damit mehr demokratische Prozesse anzustoßen. Eine Hoffnung, die von vielen seiner Kollegen geteilt wurde. So unterstützte er nach eigener Aussage die Bemühungen der Studenten eine eigene Zeitung herauszubringen, doch traf er damit auf Widerstand („Diese Zeitung kam nicht zustande: Finanzierung, Papier. Genehmigung beim Rat des Bezirks waren nicht zu bewältigen!“) Mehrere Rektoren wollten zudem weiterhin nur die UZ als einzige Zeitung an der Universität erlauben. Zumal es auch immer wieder vereinzelte Stimmen gab, die ein härteres Vorgehen gegen Demonstrationen begrüßten.

UAHW, Rep. 122, Nr. 4

In Löfflers Beschreibungen sticht vor allem eine Person öfter hervor: K. Dieser war nach Obst eine maßgebende Figur an der Universität2, welche versuchte „das Bild von der gefestigten, stabilen und ‚heilen‘ DDR […] auch an der Universität offiziell krampfhaft aufrecht(zu)erhalten.“3 Nach Löffler war er innerhalb des Kollegiums der Universität jedoch nicht sonderlich beliebt, da dieser selbst kein lehrender Professor war, sondern parteipolitisch zum Amt gekommen war. „Er galt unter den Lehrkräften, auch in der SED als Fehlbesetzung.“ Löffler selbst hatte eigentlich keine Probleme mit K., sah sein Verhalten zu dieser Zeit hingegen aber als eher opportunistisch, weil dieser unter anderem überraschend gegen alle Erwartungen einer studentischen Zeitung zustimmte. In einem später nachgetragenen Kommentar zeigte Löffler jedoch sehr großen Respekt für K. Was Löffler zur Wendezeit nicht erkannt hatte, jetzt aber vermutete, war, dass K. den bevorstehenden Zerfall der DDR bereits vorausgesehen hatte („K. als Opportunist sehe ich heute anders. Er hatte wohl mehr als ich begriffen, daß das alte System am Ende war.“) Als Folge dessen wollte er sich den Reformbewegungen nicht entschlossen entgegen stellen, vor allem im Angesicht der gelähmten Parteiführung.

Löffler berichtete sehr häufig von einer studentischen Gruppierung, die vor allem daran interessiert war, die Strukturen des sozialistischen Staates, insbesondere die FDJ, demokratisch zu reformieren. Dabei war es ihm wichtig, dass jeglicher Protest in Halle gewaltfrei blieb. Sie waren es auch, die es anstrebten, eine eigene studentische Zeitung, unabhängig von der UZ herauszubringen. Infolgedessen waren sie öfter mit Löffler im Gespräch, was auch der Grund sein könnte, weshalb er sie in dem Tagebuch so regelmäßig erwähnte. Doch im Gegensatz dazu, gab es unter den Studenten ebenso Gruppierungen, die notfalls auch nicht vor gewalttätigen Konflikten zurückgeschreckt wären. Diese wurden aber wie gesagt von Löffler nur randweise erwähnt und haben im Wendetagebuch keine große Rolle gespielt. Löffler befürchtete nach er Rückkehr von seinem langfristigen Aufenthalt in Krakau, dass er von den Studenten als Vertreter des Systems betrachtet wird: „schließlich war ich fast vier Jahre […] nicht am Institut gewesen – ich war für sie Repräsentant des Systems: der Sektionsdirektor und davor ein Parteisekretär.“ In den Gesprächen stellte Löffler auch fest, dass viele Studenten nicht unbedingt seine Linie, nichts nach Außen zu tragen, geteilt hatten. Er schrieb weiterhin, dass er seinen Kurs jedoch verteidigt habe, um die Studenten zu beschützen und die Arbeitsfähigkeit der Universität aufrecht zu erhalten. Zudem blockte er alle Gespräche bezüglich des Neuen Forums ab, da er es nicht riskieren wollte, dass das Institut als konterrevolutionär eingestuft wird („Ich wollte jeden möglichen Angriff begenen, die Studenten wollten die Konterrevolution, das war die übliche Auffassung der SED, wenn ihre Poilitik grundsätzlich kritisiert wurde.“) Zu den Forderungen der Studenten erschien in der UZ ein Artikel, welcher jedoch auch von Löffler als sehr diffamierend eingestuft wurde (laut UZ hätten die Papiere der Germanistikstudenten auffällige grammatische und orthografische Fehler aufgewiesen). Durch die immer stärkere Abwesenheit der Bezirksparteileitung innerhalb der Gremien der Universität wurde der Einfluss der studentischen Vertretung jedoch immer größer und bedeutsamer.

UAHW, Rep. 122, Nr. 4

Interessanterweise erwähnte Löffler die historischen Ereignisse des 9. Novembers in seinem Wendetagebuch nicht. Allerdings beschrieb er sehr wohl die sich immer weiter zuspitzende Lage in Halle. Durch den zunehmenden Machtverlust und Kontrollverlust der SED wurden die Proteste größer und organisierter und der Ruf nach Reform in Halle immer lauter. Löffler befürchtete schon vor dem Mauerfall, dass es einen Putschversuch durch Militär,

UAHW, Rep. 122, Nr. 1

Innere Sicherheit oder Polizei geben könnte. Dies wurde dadurch bestärkt, dass er Polizeiautos sah, „auf deren Nummernschildern das V durchgestrichen war.“ (auf den Autos stand VP, eine Abkürzung für Volkspolizei) Dies bestätigte sich aber nicht. Er schrieb, dass die Strukturen intakt blieben, auch wenn die der Partei immer weiter zerfielen. Von jenen Ereignissen blieb auch die Universität nicht unbetroffen. Durch den immer weiteren Rückzug der Bezirkszentralverwaltung wurde der Einfluss der Studentenschaft immer größer. Löffler sprach sogar von einer Doppelherrschaft: 

Daß die Bezirksleitung nicht auf die von der FDJ einberufenen Aktivtagungen auftreten wollte, zeigte mir zweierlei: sie hatte kein Konzept für eine Erneuerung und sie schaffte es nicht mehr, eigene Initiativen zu starten. […] In den Notizen fehlt, daß mir in diesem Prozeß zum ersten Mal ein Begriff durch den Kopf ging, der uns allen aus der ml Revolutionstheorie vertraut war: Doppelherrschaft. […] An der Universität war dies mit der Vollversammlung vollzogen.

Mit Doppelherrschaft meinte Löffler in diesem Kontext, dass Parteifunktionäre zwar noch auf dem Papier ihre Führungsposition innehatten, aber nicht ausfüllen würden. Die nach Reform strebenden Studenten waren in keiner Machtposition, konnten aber nun praktisch diktieren, was zu tun sei („Die FDJ übernahm die Parteiarbeit. Im Grunde eine Erscheinung für den Zerfall der SED an der Universität […] wie am Institut.“) Auch bei der Universitätsparteileitung kam es zu einem Zerfall der Strukturen. Regelmäßig berichtete Löffler zu dieser Zeit über Rücktritte von Führungspersonal, inklusive von K. („in weinerlicher Stimme.“) Es wurde nun oft zu Löffler geschaut, Führung zu übernehmen, jedoch wollte er diese Verantwortung vermeiden, wie er in seinem Wendetagebuch beschrieb. Vielmehr war sein Anliegen sicherzustellen, dass innerhalb der Universität weiterhin alles friedlich ablief. Zu erwähnen sei auch, dass Löffler und die meisten anderen Funktionäre der MLU weiterhin probierten die sozialistischen Strukturen zu wahren. Dies wirkt im Wendetagebuch hingegen wie ein sehr realitätsferner Gedanke. Löffler schrieb unteranderem: „Bundespolitiker tummeln sich (bereits) in der DDR wie in ihren Wahlkreisen“, während man an der MLU darüber diskutierte, wie man sich vor den Einflüssen des Kapitalismus schützen könne. Es herrschte fälschlicherweise der Glaube, die DDR wäre noch reformierbar. Gleichzeitig wurde auch anderweitig über die zukünftigen Strukturen der MLU diskutiert:

Die FDJ, so meint W., Germanistik-Student im vierten Studienjahr bedürfe einer Reorganisierung, bevor sie sicher weiterhin als Podium der Diskussion anbieten darf. Es gäbe zu viele Mitläufer, zu groß sei die Passivität vieler Mitglieder. A., wissenschaftlicher Assistent an der Sektion Pharmazie, möchte Diskussion von der Basis aus, möglichst viele einbeziehen, zugleich ist er dagegen „alles nur über die FDJ zu ändern.“ Debatte also nur neben der FDJ? Sie sei ganz anderer Meinung, stieg S. von der FDJ-Kreisleitung an der MLU in dieser Stelle in den Disput ein.

Generell beschrieb Löffler ein Klima großer Unsicherheit und Besorgnis darüber, was die Zukunft nun bringen würde. Passend dazu beschreibt Löffler ein Gespräch während einer Zugfahrt, in welchem mehrere Frauen miteinander diskutierten: „die einen fühlen sich um 40 Jahre ihres Lebens, die Junge um ihre Zukunft betrogen.“ Löffler erwähnte zudem, dass auch bei seinen Vorlesungen und Seminaren die aktuelle Politik immer mehr in den Vordergrund rückte und zunehmend Zeit beanspruchte.

Schlusswort:

Löffler beschrieb in seinem Wendetagebuch eine hektische und turbulente Zeit, in der er sich dafür einsetzte, einen friedlichen und geregelten Ablauf an der MLU zu gewährleisten. Ein Unterfangen, in dem er nach eigener Aussage teilweise erfolgreich war. Er beschreibt eine MLU, an welcher die politische Lage allgegenwärtig war und die Führungspersonen sichtlich überfordert sowie ohne konkrete Antworten waren. Schlussendlich führte es dazu, dass die Studenten einen großen Anteil am Wandel der MLU hatten und somit unsere heutige Universität mitprägten. Löffler porträtierte sich als Person die sich schützend vor die Studenten gestellt hat und beteuert im Sinne derer gehandelt zu haben. Überraschenderweise zeigte er sich auch als ein Verteidiger des alten Systems, was uns dahingehend erstaunt hat, da er das Tagebuch auch zum Selbstschutz verfasst hatte.

Besonderen Dank wollen wir aussprechen an das Archiv der Martin-Luther-Universität für die großzügige Unterstützung. Auch bedanken wir uns bei Frau Dr. Andrea Seidel, die es uns im Rahmen des Seminars ermöglicht hat, an diesem Projekt zu arbeiten.

Galerie: 

UAHW, Rep. 122, Nr. 1
Im Zuge der Wende gab es immer wieder Auseinandersetzungen, wie die zukünftige Leseliste aussehen soll. Lehrkräfte und Studenten hatten dabei unterschiedliche Vorstellungen.
UAHW, Rep. 122, Nr. 2
Die Studenten sahen die politische Entwicklung kritisch und leisteten einen entscheidenden Beitrag zur Wende in unserem Institut.
UAHW, Rep. 122, Nr. 1
Sozialistische Strukturen wurden kritisch betrachtet und sollten reformiert werden
UAHW, Rep. 122, Nr. 4
Der Einfluss der Bezirkszentralverwaltung der SED wurde zunehmend schwächer und die MLU suchte Wege der Selbstbestimmung.
UAHW, Rep. 122, Nr. 4
Erklärung der Parteiaktivisten der SED zur politischen Lage am 7.11.1989.

  1. Obst, Helmut: Der Beginn der „Wende“ an der Marlin-Luther-Universität im Wintersemester 1989/90. In: Martin-Luther-Universität. Von der Gründung bis zur Neugestaltung von zwei Diktaturen. Hrsg. von Gunnar Berg & Hans-Hermann Hartwich, Leske + Budrich Opladen 1994 (Montagsvorträge zur Geschichte der Universität in Halle 1), S. 147-166. []
  2. Vgl. Ebd. S. 147 []
  3. Ebd. S. 147 []