Prof. Dr. Otto Bremer

von Laura Sophie Schütze

Sprachwissenschaftler und Mundartforscher

Geboren: 22.11.1862 in Stralsund 

Gestorben: 8.8.1936 in Halle/Saale

  • Studium der deutschen Philologie und der vergleichenden Sprachwissenschaft an den Universitäten Leipzig, Berlin, Heidelberg
  • 1885: Promotion an der Universität in Leipzig: Germanisches e I. Die lautgesetzliche Entwicklung des idg. e in den ältesten germanischen Sprachen
  • 1888: Habilitation an der Universität in Halle/Saale: Einleitung zu einer amringisch-föhringischen Sprachlehre 
  • 1904: außerordentliche Professur an der Universität in Halle für Phonetik und allgemeine Sprachwissenschaft
  • 1920: Lehrauftrag Phonetik, allgemeine Sprachwissenschaft und Mundartenforschung 
  • 1927: Verwaltung der phonetischen Sammlung und Lehrauftrag für „Volkskunde, deutsche Mundarten und Altnordisch“ 
  • März 1928: Ernennung zum ordentlichen Professor für Phonetik, Allgemeine Sprachwissenschaft und deutsche Mundartenforschung 
  • August 1928: emeritiert, vertretungsweise Betreuung der phonetischen Sammlung 
  • Februar 1936: Entzug der Lehrbefugnis und Dienstbezeichnung aufgrund jüdischer Herkunft 

Fundstücke

Die Frage 4e

Am 15. September 1933 wird Professor Dr. Otto Bremer zu einer „Abgabe einer Erklärung des Professors Dr. Bremer zur Frage 4e des Fragebogens“ aufgefordert, bei der es um seine „Abstammung“ geht. Der Kurator der Universität leitet das Schreiben vom Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung an Bremer weiter. 

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UAHW, Rep. 11, PA 146, Band 2, Aufforderung zur Abgabe einer Erklärung des Professors Bremer zur Frage 4e, September 1933

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UAHW, Rep. 11, PA 146, Band 2, Antwortbogen des Universitätskurators an den Minister vom 16. September 1933

Auf dem Antwortbogen steht: „Professor Bremer ist demnach nicht-arischer Abstammung“. 

Krankheit und Entziehung der Lehrbefugnis 

Ende Oktober desselben Jahres schreibt Bremers Ehefrau Lina in einem Brief an den Universitätskurator, ihr Mann sei schwer krank, Anfang Oktober operiert worden und habe unter Komplikationen zu leiden. Sie bittet um eine größere finanzielle Beihilfe zu seinen Behandlungskosten. Bremers Akte enthält zwei Umschläge, gefüllt mit Arzt- und Apothekenrechnungen und Behandlungskosten für einen Krankenhausaufenthalt. Seine Ehefrau unterrichtet den Kurator zudem handschriftlich von weiteren fortlaufenden Kosten, mit der Bitte um eine erneute Beihilfe. 

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UAHW, Rep. 11, PA 146, Band 2, verschiedene Rechnungen aus Bremers Akte

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UAHW, Rep. 11, PA 146, Band 2, Brief Lina Bremers an den Universitätskurator  

Im Dezember 1935 teilt man Bremer mit, dass er sich ab dem 31.12.1935 im Ruhestand befinde. Otto Bremer wird durch das abgebildete Dokument vom 25. Februar 1936 wegen seiner jüdischen Herkunft zusammen mit mehreren anderen Dozenten die Lehrbefugnis und der Dienstgrad entzogen. 

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UAHW, Rep. 11, PA 146, Band 2, Dokument zur Entziehung der Lehrbefugnis 

Am 8. August 1936 erliegt Otto Bremer seinem Leiden.

Quellen

Personalakten Otto Bremer

UAHW, Rep. 11, PA 146, Band 1

UAHW, Rep. 11, PA 146, Band 2