{"id":296,"date":"2021-04-29T20:53:49","date_gmt":"2021-04-29T18:53:49","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/jugendwiderstand\/?p=296"},"modified":"2021-04-30T19:03:22","modified_gmt":"2021-04-30T17:03:22","slug":"nieder-mit-hitler-ein-kommentar-von-soeren-und-sebastian","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/jugendwiderstand\/2021\/04\/nieder-mit-hitler-ein-kommentar-von-soeren-und-sebastian\/","title":{"rendered":"Nieder mit Hitler! &#8211; Ein Kommentar von S\u00f6ren und Sebastian"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Comic &#8222;Nieder mit Hitler &#8211; oder warum Karl kein Radfahrer sein wollte&#8220; zeichnet sich allen voran durch die Verwendung von erdigen Grau- und Braunt\u00f6nen aus, die dem Zuschauer sofort ein entf\u00e4rbtes Bild im Stile vieler Sepia-Fotografien aus der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts vermitteln. Diese Farbgebung wird von den Jochen Voit und Hamed Eshrat dazu genutzt, dem Betrachtenden eine emotionale R\u00fcckreise in das kriegsm\u00fcde und von vielen Entbehrungen gepr\u00e4gte Deutschland des Jahres 1944 zu erm\u00f6glichen und eine direkte Verbindung zu den 5 Akteuren der Erfurter Widerstandsgruppe &#8222;Freies Deutschland&#8220; aufzubauen. Die strikten Regeln der Schule, die beinahe greifbare Bespitzelung durch Mitsch\u00fcler und Kollegen sowie der Zwang zur Geheimhaltung f\u00fchren zu einer inhaltlichen Spannung, die der Zeichner mit einem Licht- und Schattenspiel auf das Titelbild und auch auf das 4. Panel \u00fcbertr\u00e4gt. Es l\u00e4sst sich also sagen, dass im Comic einerseits das Gemeinschaftsgef\u00fchl einer eingeschworenen Freundesgruppe generiert, aber eben auch die Unterdr\u00fcckung durch ein am Rande der inneren und \u00e4u\u00dferen Aufl\u00f6sung befindliches, paranoides Terror-Regime thematisiert wird.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-cover has-background-dim\" style=\"background-image:url(https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/jugendwiderstand\/files\/2021\/04\/aus-der-Zeit-2.png)\"><div class=\"wp-block-cover__inner-container\">\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\">Wahre Ereignisse liefern die Grundlage f\u00fcr diesen Handlungsstrang.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Besonders durch die kurzen Biografien am Ende des Comics wird noch einmal deutlich gemacht, dass es sich hierbei nicht um eine erfundene Geschichte handelt, sondern wahre Ereignisse die Grundlage f\u00fcr den Handlungsstrang liefern. Die Leserinnen und Leser, welche sich dessen vorher m\u00f6glicherweise nicht bewusst waren, werden davon \u00fcberrascht und denken m\u00f6glicherweise direkt anders \u00fcber das Gelesene. Aus einer \u201enetten\u201c Geschichte wird pl\u00f6tzlich ein St\u00fcck Historie. Aus f\u00fcnf Figuren werden junge Menschen, welche ihr Leben riskierten, um ihren Teil zum Freiheitskampf beizutragen und der Hitler-Diktatur ein Ende zu setzen. Auch die Kopie des originalen Flugblatts sowie die Einbindung eines abgezeichneten Originalfotos in den Handlungsstrang im letzten Panel verifizieren die Authentizit\u00e4t des Gelernten und st\u00e4rken die Verbundenheit zum Gelesenen. Die typische Schreibmaschinenschrift weckt Vergangenheitsgef\u00fchle bei den Leserinnen und Lesern, \u00e4hnlich zur oben genannten Farbauswahl. Die Fotos aus den Jugendtagen der Protagonisten wirken auf eine Art vertraut, weil sich die Gesichter aus dem Comic wiedererkennen lassen. Dies spricht nicht nur f\u00fcr eine gelungene k\u00fcnstlerische Leistung, sondern wirkt sich ebenfalls positiv auf die Verbundenheit zur Geschichte aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles in allem l\u00e4sst sich sagen, dass der angesprochene Comic in Verbindung mit den fotografischen- und Textbelegen seine Zielgruppe &#8211; junge Menschen und Interessierte, die sich mit dem individuellen Alltag im NS-Regime auseinandersetzen m\u00f6chten &#8211; nicht verfehlt und einen bleibenden Eindruck hinterl\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Comic &#8222;Nieder mit Hitler &#8211; oder warum Karl kein Radfahrer sein wollte&#8220; zeichnet sich allen voran durch die Verwendung von erdigen Grau- und Braunt\u00f6nen aus, die dem Zuschauer sofort ein entf\u00e4rbtes Bild im Stile vieler Sepia-Fotografien aus der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts vermitteln. 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