{"id":848,"date":"2021-08-23T19:15:39","date_gmt":"2021-08-23T17:15:39","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/jugendwiderstand\/?p=848"},"modified":"2021-08-23T19:23:06","modified_gmt":"2021-08-23T17:23:06","slug":"der-klang-der-zelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/jugendwiderstand\/2021\/08\/der-klang-der-zelle\/","title":{"rendered":"Der Klang der Zelle&#8230;"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-cover has-background-dim\" style=\"background-image:url(https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/jugendwiderstand\/files\/2021\/04\/Kontext-Wissenschaft-3.png)\"><div class=\"wp-block-cover__inner-container\">\n<p class=\"has-text-align-left has-large-font-size\">Zum Besuch der Haftetage geh\u00f6rte u.a die Begehung und Besichtigung einer Isolationszelle. Welche Eindr\u00fccke ich hierbei erfuhr, k\u00f6nnt ihr im folgenden Beitrag lesen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/jugendwiderstand\/files\/2021\/08\/IMG_6414-1-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-849\" width=\"339\" height=\"452\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/jugendwiderstand\/files\/2021\/08\/IMG_6414-1-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/jugendwiderstand\/files\/2021\/08\/IMG_6414-1-225x300.jpg 225w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/jugendwiderstand\/files\/2021\/08\/IMG_6414-1-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/jugendwiderstand\/files\/2021\/08\/IMG_6414-1-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/jugendwiderstand\/files\/2021\/08\/IMG_6414-1-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 339px) 100vw, 339px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Als eindrucksvollste Erfahrung beim Besuch der &#8222;Andreasstra\u00dfe&#8220; sollte sich f\u00fcr mich das Betreten der Isolationszelle erweisen. Die wenigen Schritte aus dem eh schon beengten Gang in diesen Raum zeichneten sich insbesondere durch ein Gef\u00fchl aus, welches zu beschreiben schwer bis unm\u00f6glich sein d\u00fcrfte. Es legte sich ein Druck auf die Ohren, der jegliche Ger\u00e4usche \u2013 obschon zuvor kaum wahrgenommen \u2013 verstummen lie\u00df (am ehesten l\u00e4sst sich dieses Gef\u00fchl noch mit dem Aufsetzen eines nahezu schalldichten Geh\u00f6rschutzes vergleichen). Die eben noch vernommenen Stimmen der Besucher*innen-Gruppe verschwanden pl\u00f6tzlich. Dabei waren einige der Besucher*innen und deren Schatten im Gang der Etage noch zu sehen und nur wenige Meter entfernt (die T\u00fcr blieb beim Betreten der Isolationszelle offen). Das grelle Wei\u00df der mit Fliesen versehenen W\u00e4nde und das Fehlen jeglicher Gegenst\u00e4nde lie\u00dfen den Raum nahezu steril wirken. Zwar befand sich auch in diesem Raum eine Toilette, doch war diese in einem separaten Bereich (getrennt durch ein Gitter) zwischen der eigentlichen Zelle und dem Gang der Etage untergebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Verbunden mit der Erz\u00e4hlung des Besucher*innenbegleiters (Stefan Hellmuth), dass den H\u00e4ftlingen die Dauer ihres Aufenthaltes in der Isolationszelle (wenn denn \u00fcberhaupt zuvor festgelegt) zumeist unklar war, stellte sich ein beklemmendes Gef\u00fchl bei mir ein. Bereits wenige Minuten in diesem Raum empfand ich als \u00e4u\u00dferst unangenehm. Dabei hatte ich neben der Gewissheit, den Raum baldigst und jederzeit verlassen zu k\u00f6nnen, auch die M\u00f6glichkeit noch in den Gang zu blicken (von den sonstigen Umst\u00e4nden v\u00f6llig abgesehen).<\/p>\n\n\n\n<p>Wie musste es wohl sein, sich in dieser zu befinden und dabei zu wissen, dass der Aufenthalt bis zu zwei Wochen andauern konnte&#8230;?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als eindrucksvollste Erfahrung beim Besuch der &#8222;Andreasstra\u00dfe&#8220; sollte sich f\u00fcr mich das Betreten der Isolationszelle erweisen. Die wenigen Schritte aus dem eh schon beengten Gang in diesen Raum zeichneten sich insbesondere durch ein Gef\u00fchl aus, welches zu beschreiben schwer bis unm\u00f6glich sein d\u00fcrfte. 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