RSS-Feed abonnieren

Passwort vergessen?

v Anmelden

21. Sep 2012

Diskriminierung im Ghibli-Museum

Verfasst von

Heute bin ich wieder zur Uni, um dieses Certificate of Enrolment ausfüllen zu lassen, weil ich ja nicht weiß, wie lange das bis nach Deutschland braucht und das Bafög-Amt möchte ja das Original haben, nichts mit einscannen und per Mail… naja… V.V Weil ich das auf Japanisch nicht so gut sagen konnte, bot die liebe Frau  mir Englisch an und das ging dann auch gut. Dann „fragte“ sie mich noch, ob ich denn nicht gleich meine Japanisch-Lehrerin kennenlernen möchte – das Fragen in Gänsefüßchen, weil es eigentlich ein Aussagesatz war, denn ehe ich hätte antworten können, war sie schon auf dem Weg sie zu holen. XD Aber das war kein Problem, ich habe mich ja gefreut. =) Sie schien sehr nett zu sein und hat mich auch zweimal gleich korrigiert – so find ich das gut! Wir haben auch über das in Deutschland an der Uni benutzte Lehrbuch Minna no Nihongo gesprochen und dass wir bis Mittelstufe 1 (chuukyuu 1) Lektion 10 gekommen waren. Natürlich sollte ich im Placementtest ganbatten (mein Bestes geben ^^) und dann ging sie wieder. =) Ich redete noch mit der lieben Frau (ich sollte mir ihren Namen merken!) – diesmal auf Japanisch, wie mir denn das Zimmer gefällt, ob ich mich einsam fühle, weil ich allein wohne – bzw. sie ging davon aus, DASS ich mich einsam fühle. Vielleicht hätte ich sagen sollen, dass ich in Halle zwei Jahre allein in einer Wohnung gelebt hatte und das deswegen normal für mich ist. Vielleicht kann ich das bei Gelegenheit noch einmal anbringen. ^^ Naja, dann ging es Mittag essen – diesmal etwas Europäisches, weil ich das Spaghetti-Gericht – diesmal Pomodoro, nachdem ich nicht wusste, was das gestern für eine Soße sein sollte ^^ – probieren wollte. Ich fand es lecker. =) Ich aß sie mit Löffel und Gabel wie man sieht, aber ich hab gehört, dass Japaner auch dafür Stäbchen benutzen – das hab ich mal lieber sein gelassen, sonst wäre mein gelbes Shirt jetzt rot. ^^°

Erst ging ich recht gemächlich in Richtung Bahnhof, als ich jedoch auf die Uhr schaute, bemerkte, dass es schon 12.28 Uhr war und in 7 Minuten mein Zug fuhr, legte ich einen Zahn zu und rannte auch ein bisschen. Das hatte alles soweit geklappt. =) Ich stieg in Shimo-kitazawa in den local train (der an jeder Station hält) ein und mit mir ein geistig etwas eingeschränkter Mann, der sich auch (mir gegenüber) hinsetzte. Er summte vor sich hin und klatschte oft zwei Mal in die Hände. Als wir an einem Bahnhof Halt machten, um auf den Schnellzug (Kyuukou) zu warten, stand er auf, ging die Bahn entlang, schrie irgendetwas aus der Tür heraus und setzte sich wieder hin. Diese laute Äußerung machte den Bahnmann auf ihn aufmerksam, der ihm so unauffällig wie möglich folgte und ihn etwas im Auge behielt. Als es in der Ansage hieß, dass der Schnellzug nun einfahren würde, wollte ich aufstehen, konnte aber gar nicht so schnell gucken, wie ich wieder saß, denn der Mann drückte mich auf den Sitz und sagte irgendetwas (…kakete… – keine Ahnung!), was ich nicht verstand. Ich glaube, ich sah ziemlich ängstlich und verschreckt aus und so fühlte ich mich auch. Der Bahnmann war aber schnell zur Stelle, drückte den Mann beiseite, sodass ich gehen konnte. Der Mann schrie mir irgendwas hinterher und ich sah noch aus den Augenwinkeln, dass er mir folgen wollte, aber der Bahnmann hielt ihn davon ab. Ich hatte mich noch kurz vor dem Bahnmann verbeugt, weil ich zu der Zeit gerad nichts sagen konnte. Das war wirklich das erste Mal in Japan, dass ich Angst hatte… ein sehr komisches Gefühl.

Naja, ich traf mich dann mit Franzi im McDonalds und wir gingen in den Park, vorbei an Marion Crepes und beschlossen, uns dort auf dem Rückweg ein Crepe zu holen. *~* Der Park war wirklich wunderschön. Er hatte einen schönen Teich mit dicken Fischen und Koi und einer Schildi!!! Hach, da war ich vielleicht hin und weg. Wie das Köpfchen da aus dem Wasser guckte… ooooh! *-* Ja, mit Schildkröten ist es schon fast so schlimm, wie mit Hunden… ^///^° Wir gingen schon einmal zum Ghibli-Museum, da wir aber noch über eine Stunde Zeit hatten, beschlossen wir noch einmal in den Park und zum japanischen Garten zu gehen… Naja, wo da der japanische Garten war – keine Ahnung, aber eine Frau bot uns sogar die Bank an, auf der sie gesessen hatte und wir nutzten das Angebot. =) Da uns dort unter der Überdachung jedoch die Mücken auffraßen (Franzi schickte zumindest 3 ins Jenseits – yeeey!), machten wir uns langsam wieder zum Museum auf und warteten dort noch eine Weile, bis wir reingelassen wurden.   Natürlich ist das Fotografieren dort drin verboten. ^^° Wir schauten uns erst einmal in einem Raum um, wo die Ghibli-Filme vorgestellt wurden. Dort gab es auch so eine Art „Karussel“ mit Figuren aus dem Totoro-Film, wenn ich mich nicht irre (ich hab den – Schande über mein Haupt! – noch nicht gesehen, aber die Figuren sind mir etwas bekannt ^^). Das waren alles unbewegliche Figuren in verschiedenen Posen – wenn sich das Karussel drehte, sah es jedoch so aus, als würden die sich bewegen! Sooo cool und diese Arbeit, die dahinter steckt! Großartig und dann auch noch diese wunderbar beruhigende Musik, Franzi und ich hätten ewig in diesem Raum sitzen können. ^^ Auch ein Evolutionsfilm wurde gezeigt, der war auch süß. ^^ Dann gingen wir zum Kurzfilm und waren mit die letzten, die rechtzeitig zur Vorstellung kamen – die anderen mussten auf den nächsten Film in ca. 20 Minuten warten. Der Film war natürlich verdammt süß und handelte von einem Jungen in einem Kindergarten. Ältere Kinder spielen gerade Boot fahren – er würde gern mitspielen, ist aber zu jung. ^^ Als die Älteren den Proviant für die Bootsfahrt holen, inspiziert der Junge das Boot, macht es etwas kaputt, da kommt die Crew zurück und baut alles zusammen – das Boot hat jedoch ein Leck und echtes Wasser kommt durch – das Zimmer verwandelt sich in ein Meer und die Jungs fahren los. Sie geraten in ein Unwetter, werden aber von einem Wal, den sie (mit einem Lasso XD) gefangen hatten, gerettet, der sie ans Ufer zurückbringt, nachdem das Unwetter vorbei ist. Die Crew und der Wal bekommen Blumen und alle lachen auf dem Foto, was der kleine Junge schießt, wie der Wal – wie ein Weihnachtsmann (hohoho!). – Großartig. ^^ Dann inspizierten wir das Obergeschoss und kamen in einen Raum mit einem großen Kuschelkatzenbus und diesen Rußmännchen – ich wollte auch kuscheln, aber halt – das war nur für Grundschüler oder jünger… WIE JETZT?! Und was ist mit mir?!!!! Ich bin auch ein Kind! Innerlich… T.T Das war gemein… Wir gingen dann hoch auf die Terrasse, wo wir diesen wohl berühmten Roboter (den Film hatte ich natürlich auch noch nicht gesehen… V.V) und diesen quadratischen Stein mit Inschrift und Mustern aus dem Film mit dem Roboter begutachten konnten. Nachdem wir in dem hoffnungslos überfüllten Shop kleine Anhänger gekauft hatten , schauten wir uns noch Räume an, in denen Skizzen und Bilder ausgehängt waren – grooooßartig!!! Da geht einem richtig das Herz auf und man fragt sich, warum man nicht selbst so malen kann… ^^° So gegen um 5 – nach einer weiteren Entspannungseinheit im Raum mit der tollen Musik vor dem Karussell ^^ – gingen wir zurück zum Bahnhof, doch zuvor holten wir uns noch ein Crepe. Während wir also durch den Park zum Bahnhof gingen, kamen von allen Seiten Hunde mit ihren Frauchen… ooooh, ich will sie alle streicheln!!! Und Jogger gabs auch… das Komische war, dass gegen 14 Uhr – in dieser Hitze, viele vergnügt Tennis spielten (das ließ mich wieder sehnsüchtig werden…), aber wenn es halbwegs angenehm ist, ist der Tennisplatz total leer… häääh?! o.O Naja, das Crepe war natürlich superlecker – ich hatte, Erdbeer-Karamel-Sahne, wobei das Crepe zu 90% aus Letzterem bestand. =P Auf dem Umsteigebahnhof in Shimo-Kitazawa verlief ich mich zuerst etwas, bekam trotzdem noch den local train – zum Glück, denn der Schnellzug war gnadenlos überfüllt! und trudelte gemächlich nach Hause. =)

Über Julia Streubel

  • Student/in

Kommentieren


Letzte Kommentare

Schlagworte