RSS-Feed abonnieren

Passwort vergessen?

v Anmelden

18. Sep 2012

Ein hässliches Entlein unter vielen schönen Schwänen

Verfasst von

Weil morgen die Orientation stattfindet, wollte ich schon einmal herausfinden, wo ich denn überhaupt hinmuss, was denk ich mal, eine gute Idee war, denn der Senshu-Campus ist ganz schön verschachtelt und groß. Doch zuvor habe ich ein paar Kanji wiederholt und bin dann im daiei – einem großen Kaufhaus in der Nähe – schauen gegangen, was sie alles so haben. Erst einmal einen großen Supermarkt mit großer Drogerie – da hätte es bestimmt auch Bodylotion gegeben… Dann einen Klamottenladen und weiter oben einen Spielebereich, in dem Kinder Spiele ausprobierten (haben die keine Schule oder so?! o.O) und einen Daiso, in dem ich leider erfolglos meine hautfarbenen Ballerinasöckchen suchte. Dann am Ende des Ganges fand ich einen Laden, in dem man seine Kinder in den kitschigsten Sachen – zum Beispiel Mädchen in allen erdenklichen Disneyprinzessinnenoutfits – fotografieren lassen konnte. Der Junge in einem kleinen Smoking sah nicht wirklich glücklich aus, das Mädchen in einem Kleidchen hingegen tanzte so vor sich hin. ^^° Dann ging ich in Richtung Essen und landete wieder in meinem Udon- und Soba-Laden. Diesmal gab es wieder Udon, aber nun mit Tempura (frittiertem – in meinem Fall – Gemüse), halbrohes Ei und Gemüsekram – ich liebe es!!!!

Dann ging es in Richtung Uni. Auf dem Weg dorthin kam mir ein Mädchen entgegen, dass sich, während es an mir vorbei ging, die Nase mit einem Handtuch zuhielt… Das ließ mich schlussfolgern, dass sie wohl keine Ausländer mag und stimmte mich etwas traurig… Ich ging dann immer den Schildern nach und zum Kokusai Kenshukan – ich dachte erst, es ginge einen steilen Berg hoch, was ja ziemlich fies bezüglich Koffer hoch und runter wuchten gewesen wäre, aber nein, dort oben befand sich ein Wohngrundstück mit Tempel. ^^ Da ich an den Gleisen entlang ging, bekam ich wieder mit, wie befahren die Strecke doch war, denn die Schranken gingen mindestens alle 3-5 Minuten herunter und ein Zug rauschte vorbei. Das Kokusai Kenshukan war wie das Ikuta Kenshukan ein ein wenig in die Jährchen gekommenes Gebäude.  Drin war ich nicht, das werde ich mich erst trauen, wenn ich dort jemanden kenne und ihn besuchen möchte. Ich ging dann einfach mal die Straße weiter hoch, in der Hoffnung der Senshu-Campus möge vor mir auftauchen und tada! =) Durch das Tor konnte ich nicht rein, aber ich folgte zwei Studentinnen, die vor mir gingen und schon war ich, wo ich sein wollte, auf meinem Weg zum Gebäude 9, wo morgen die Orientierung beginnt, sah ich auch eine Kickboxhalle, einen Eisautomaten und wurde von der wunderschönen Aussicht in der Nähe des Gebäudes 9 geflashed (furchtbares Wort, aber mir fällt gerad nichts anderes ein… V.V)! Auch schaute ich mich auf dem menschenleeren Gelände um und fragte mich schon, wie es wohl mit 20000 Menschen mehr aussah. ^^ Da ich nicht so recht wusste, wie ich wieder wegkomme (mal abgesehen von dem Weg, den ich gekommen war) folgte ich unauffällig Studenten, kam an einem mensaartigen Gebäude mit Tischen und NICHT angeketteten Stühlen vorbei (in Deutschland wohl kaum möglich)  , an der Bibliothek und anscheinend an dem Hauptgebäude, vor dem ein hübsches kleines Deko-Rondell mit Grünzeugs und Steinen zu sehen war. Auch eine Rolltreppe gab es und daneben einen wunderschön in Blüten stehenden Baum. *___*

Mit dem kleinen Einkauf (Jasmintee, zwei Backleckerli, Käse und (hoffentlich nicht süß schmeckendem) Toast) ging es dann nach Hause und bei facebook bekam ich dann freudig mit, dass Nora mein Tipp mit 7 Eleven bezüglich Geld abheben genutzt hatte, sodass wir uns treffen konnten. =) Wir verabredeten für halb 4 in Shibuya am Hachiko (wo sonst? =P) und ich machte ganz produktiv… den Fernseher an… och Leute, ich bin schrecklich, ich weiß. ^///^° Aber so bekam ich mit, dass es im japanischen Fernsehen nicht nur Mathe-Unterricht gibt, sondern auch Englisch-Unterricht! Sowas würde ich mir auch in Deutschland wünschen, dafür könnten sie mal diese ganzen hirnlosen Sendungen verbannen. -.- Ich fand den ganz schön, weiß aber nicht, wie effektiv man damit lernen kann. Zum Beispiel wurde eine Tischtennis-Olympiateilnehmerin interviewt – erst auf Englisch und dann wurde das ganze Interview unter Berücksichtigung einer bestimmten Satzstruktur, sowie allgemein ins Japanische übersetzt. Nebenbei aß ich noch eines der „Backleckerli“, aber so lecker war es nicht, obwohl da Custard drin sein sollte… wahrscheinlich dieser Miniklecks oben drauf… naja, wenigstens eine Süßigkeit, die ich von der Liste streichen kann. ^^° So verrannte die Zeit und ich brach 14.40 Uhr auf, stellte jedoch fest, dass ich wirklich nur 10 Minuten bis zum Bahnhof brauche. Ich hatte natürlich meine Notizen, wo ich in welche Linie umsteigen muss, zu Hause liegen lassen, aber zum Glück waren die Namen und Kanji so einprägend gewesen, dass ich es mir gemerkt hatte und schon ging das alles super. In Shibuya irrte ich eine Weile herum, denn auf einmal gab es keine Pfeile mehr, die zum Hachiko-Ausgang führten, das verwirrte mich sehr. Letztendlich schaute ich aus dem Fenster, sah, das Hachiko, genau vor diesem Fenster war ging raus und wartete auf Nora. Währenddessen kamen so viele wundervoll gekleidete und geschminkte Frauen an mir vorbei, dass ich mir mit meinen furchbaren Flippflops und generell so richtig underdressed und nur in der Wohnung versteckwürdig vorkam… V.V Auch ein junger Mann sprach mich an und führte halb Englisch, halb Japanisch ein Interview mit mir. Erst wollte er mit „meiner Freundin“ und mir Abendessen, als ich darauf nichts antwortete, schlug er mir vor zu Japanisch-Lernzwecken die mail-Adressen auszutauschen. Nach einigem Zögern gab ich sie ihm – vielleicht leichtsinnig, aber ich wüsste nicht, was der anstellen könnte?

Naja, Nora kam dann zum Glück 16.15 Uhr und erzählte, dass sie 300 m Fußweg hatte zum Umsteigen, was sie total verwirrt hat – kann ich sehr nachvollziehen. -.- Wir starteten dann durch zum 109 – einem groooßen Kaufhaus, das Mädchen-/Modeherzen höher schlagen lässt. Wie ich damals mit Jenny fuhren wir ganz hoch, um uns dann nach unten durchzuarbeiten. Nora kaufte sich schicke falsche Wimpern, ich ließ das lieber, weil ja noch nicht raus ist, wie viel ich diesen Monat bezahlen muss. Wir schauten ausgiebig in jedem Laden und ich fühlte mich wieder wie das hässliche Entlein wegen den wunderschönen Ein- und Verkäuferinnen… für einen Ego-Boost ist Japan also nicht geeignet… Das Anprobieren ist so eine Sache gewesen. Erst einmal vergaß ich beim ersten Mal, meine Schuhe auszuziehen. Dann konnte man in dem einen Laden Sachen anprobieren (Reduziertes, Oberteile), die man in einem anderen Laden nicht anprobieren konnte. Wir fragten also die Verkäuferin „Kite mite mo ii desu ka“ (Darf ich das anprobieren?) Wenn sie bejahte, gab man ihr das Teil, ging zu einer Umkleide, zog die Schuhe aus, ging hinein und einem wurde das Teil überreicht. Da ich nicht wusste, was ich bei Ablehnung sage, entschuldigte ich mich einfach mit sumimasen. Wenn ich es kaufen wollte, strahlte ich sie an und sagte kaitai desu. ^^° Wir hätten wirklich sofort jeden Cent und noch viel mehr in diesem Laden lassen können, weil es einfach so viele schöne Kleidung und so viele schöne Accessoires gab, aber nein… brav sein…! Bei mir lief es auf eine Tasche mit Schleifchen, ein Jäckchen und ein Paar Ohringe und eine Kette hinaus, Nora besserte ihren Kleiderschrank mit einem Rock und ich glaube zwei oder drei Oberteilen auf. ^^ Wir hatten uns also fast 3 Stunden in diesem Laden aufgehalten und da Nora nicht wusste, wie schnell sie den Weg nach Hause fand, machten wir hier lieber mal Schluss, obwohl man in Shibuya sicherlich Tage verbringen kann. ^^ Die Rückfahrt klappte prima und ich stellte fest, dass Bahnfahren in Tokyo gar nicht so schwer ist, man muss „nur“ die Linie wissen, mit der man fahren muss, den eventuellen Umsteigebahnhof und welche Art von Zug (zum Beispiel Express, Semi-Express und so weiter) an der Station hält, jaja, nur nicht wahr? ^^ Dann gab es erstmal Abendbrot: yeeey, der Toast war nicht süß! – und ein wenig facebook – yeeey, Nora war gut angekommen! ^^ Die Japanisch 4-Noten waren auch endlich sichtbar und ich schrieb noch mit Anne, Susi und Jenny. Dann erfuhr ich von Nora, dass am Samstag 18 Uhr auf Nihon Terebi Detektiv Conan kommen könnte – ooooooh bitte!!! Auch bekam ich mit, dass es eine zeitlang ganz schön stark regnete – ich dachte schon fast es wär ein kleiner Taifun-Ausläufer aber dafür war es glaub ich zu kurz.

Auf der Suche nach Hachiko hab ich auch kleine Mäuschen in eine Ecke gequwetscht gesehen, die waren so unglaublich süß! Aber sie taten mir auch verdammt Leid, ich glaub, die wussten gar nicht, wie um sie geschieht und wo sie hinmüssen und all das. =(

Über Julia Streubel

  • Student/in

Kommentieren


Letzte Kommentare

Schlagworte