{"id":124,"date":"2014-12-06T09:00:27","date_gmt":"2014-12-06T08:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/klangidentitaet\/?p=124"},"modified":"2015-05-29T17:08:43","modified_gmt":"2015-05-29T15:08:43","slug":"franz-schreker-vorspiel-zu-die-gezeichneten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/klangidentitaet\/franz-schreker-vorspiel-zu-die-gezeichneten\/","title":{"rendered":"Franz Schreker: Vorspiel zu \u201eDie Gezeichneten\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"youtube\"><iframe title=\"YouTube video player\" class=\"youtube-player\" type=\"text\/html\" width=\"425\" height=\"344\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/_IMU4rfCUtE?wmode=transparent&amp;fs=1&amp;hl=en&amp;modestbranding=1&amp;iv_load_policy=3&amp;showsearch=0&amp;rel=1&amp;theme=dark\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/span><\/p>\n<p>Die Kom\u00adpo\u00adsi\u00adtion wurde am 8. Feb\u00adru\u00adar 1914 von den Wiener Phil\u00adhar\u00admonikern unter Felix Wein\u00adgart\u00adner uraufge\u00adf\u00fchrt und stellt eine Essenz von Franz Schrek\u00aders sinnlich\u00ader Klangkun\u00adst dar. Bere\u00adits von den ersten Rezensen\u00adten wur\u00adden die Instru\u00admen\u00adta\u00adtion, die \u201ever\u00adf\u00fchrerisch\u201c und \u201egeheimnisvoll lock\u00adende Klang\u00adwelt\u201c sowie die erlese\u00adnen \u201eFar\u00adben\u00admis\u00adchun\u00adgen\u201c her\u00advorge\u00adhoben. Bei der Tagung habe ich aus zeitlichen Gr\u00fcn\u00adden nur den Beginn vor\u00adspie\u00adlen k\u00f6n\u00adnen, darum gibt es heute f\u00fcr euch zum Niko\u00adlaustag das ganze St\u00fcck. Die Auf\u00adnahme stammt von dem Mitschnitt der Salzburg\u00ader Fest\u00adspiele aus dem Jahr 2005, bei der die entsprechen\u00adden Per\u00adso\u00adn\u00aden schon w\u00e4hrend des Vor\u00adspiels pan\u00adtomimisch einge\u00adf\u00fchrt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Oper han\u00addelt von ein\u00ader tragis\u00adchen Dreiecks\u00adbeziehung zwis\u00adchen dem miss\u00adgestal\u00adteten genue\u00adsis\u00adchen Edel\u00admann Alviano Sal\u00adva\u00adgo, dem vital-\u00fcber\u00adschw\u00e4nglichen Grafen Viteloz\u00adzo Tamare sowie der herzkranken K\u00fcn\u00adst\u00adlerin Car\u00adlot\u00adta Nar\u00addi. Die bei\u00adden M\u00e4n\u00adner, die um Car\u00adlot\u00adta wer\u00adben, repr\u00e4sen\u00adtieren zwei Typen, die sich diame\u00adtral gegen\u00fcber ste\u00adhen: der auf\u00adgrund sein\u00ader k\u00f6r\u00adper\u00adlichen Miss\u00adbil\u00addun\u00adgen zum Erhabenen, Durchgeistigten und Sit\u00adtlich-Reinen neigende Alviano, der die Liebe als ide\u00adale Konzep\u00adtion absoluter Sch\u00f6n\u00adheit begreift auf der einen Seite sowie der trieb\u00adhaft und wol\u00adl\u00fcstig agierende hei\u00dfbl\u00fctige Tamare, der das Prinzip der sex\u00aduellen Begierde verk\u00f6r\u00adpert und sein Ziel zur Not auch mit Gewalt erre\u00adichen will, auf der anderen Seite.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Musikalisch teilen sich die drei Per\u00adso\u00adn\u00aden in drei unter\u00adschiedliche Sph\u00e4ren auf, die dem Vor\u00adspiel auch seine for\u00admale Gestalt geben. Zum Schluss wird der Motivkom\u00adplex des Alviano wiederholt.<br>\nDie Klang\u00adwelt Alvianos (bis 2:53min) ist gekennze\u00adich\u00adnet von einem schillern\u00adden Klang\u00adband, in das sich sein Haupt\u00admo\u00adtiv ein\u00adbet\u00adtet. Gefol\u00adgt wird dieses erste Motiv von dem f\u00fcr die Oper zen\u00adtralen Sehn\u00adsuchtsmo\u00adtiv (1:15&nbsp;min).<br>\nEs fol\u00adgt der zweite Abschnitt, der die Sph\u00e4re Tamares repr\u00e4sen\u00adtiert. Zun\u00e4chst erklingt eine fes\u00adtliche Musik (2:54 min), die sich immer mehr steigert, bis schlie\u00dflich als H\u00f6hep\u00adunkt das Motiv Tamares selb\u00adst mit einem tri\u00adumphalem Ges\u00adtus und spez\u00adi\u00adfisch ital\u00adienis\u00adchem Kolorit her\u00advor\u00adbricht (4:35&nbsp;min).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Zer\u00adbrech\u00adlichkeit der lei\u00adden\u00adden Car\u00adlot\u00adta wird anschlie\u00dfend mit ein\u00ader frag\u00adilen chro\u00adma\u00adtis\u00adchen Melodik, bevorzugt in Fl\u00f6te und Solo-Vio\u00adline einge\u00adfan\u00adgen (5:30&nbsp;min).<br>\nEingek\u00adlei\u00addet mit neuar\u00adti\u00adgen har\u00admonis\u00adchen und chro\u00adma\u00adtisch gef\u00fchrten Neben\u00adstim\u00admen erklingt die Reprise der Alviano-The\u00admatik (7:05 min). In dieser facetten\u00adre\u00adichen Vari\u00adante wer\u00adden weit\u00adere Motive einge\u00adflocht\u00aden (bspw. die Kop\u00adpelung des Sehn\u00adsuchtsmo\u00adtiv mit einem neuen The\u00adma bei 8:53min), bevor mit ein\u00ader R\u00fcck\u00adkehr des Klang\u00adban\u00addes (9:38 min, \u00fcber\u00adschrieben mit \u201etraumhaft leise ver\u00adloren\u201c) der Schluss des Vor\u00adspiels ein\u00adgeleit\u00adet&nbsp;wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Ein Beitrag von Daniel Tiemey\u00ader zum <a title=\"Der Auditive Adventskalender\" href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/klangidentitaet\/der-auditive-adventskalender\/\" target=\"_blank\">Audi\u00adtiv\u00aden Adventskalen\u00adder<\/a>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kom\u00adpo\u00adsi\u00adtion wurde am 8. 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