Endlich wieder quer denken!?

„… Sie schlugen mir vor, das Land zu verlassen, um die Luft, hier in Deutschland, zu verbessern.“ Andreas Montag

Die Meinungsfreiheit ist ein Thema, das gerad in Zeiten der Corona Pandemie immer wieder thematisiert und von den Leuten gefordert wird. Doch scheint eine Meinung nur so lange erwünscht zu sein, wie sie mit der eigenen übereinstimmt. So berichtete Andreas Montag über seine Erfahrungen mit Leserbriefen, die sich über seine Artikel aufs Äußerste entblößten. Beispielsweise wurde ihm vorgeschlagen, er solle das Land verlassen, um die Luft hier zu verbessern, nachdem er in einem Artikel Sympathie für Flüchtlinge äußerte. Antwortet er auf eine solche Nachricht, reagieren die Schreibenden meist voller Scham. „Sie wollten ja nur ein wenig Wut ablassen“. Es scheint als wären die Journalisten zum Prellbock der gesellschaftlichen Meinung geworden. Die Menschen bündeln ihre Unzufriedenheit und lassen sie dann, in einer von Hass strotzenden E-Mail raus. Denn die Medien entpersonalisieren die Kommunikation. Die meisten Leute scheinen zu glauben, am andere Ende des Bildschirms wäre ein schwarzes Loch und kein echter Mensch mit Gefühlen. Ein Mensch, der auch nur von seiner Meinungsfreiheit gebraucht macht und die Leute daran teilhaben lässt. In der Gesellschaft wird der Ton immer rauer und die Akzeptanz für eine gegenteilige Meinung schwindet zunehmend. Und das obwohl wir heutzutage so laut nach Akzeptanz und Diversität schreien, wie nie zuvor. Fordern wir das Eine, aber wollen eigentlich etwas ganz anderes? Nämlich das unter der Vielfalt der Meinungen, doch nur unsere eigene, als die eine „Richtige“ erkannt wird? Es ist schockierend wie Journalisten, als das Sprachrohr der Öffentlichkeit, verbal angegriffen und verflucht werden. In unserem Land zumindest. In anderen geht es leider weit über einen verbalen Angriff hinaus.

Natürlich darf jeder seine eigenen Meinung haben und diese auch verteidigen. Aber dann sollten wir endlich lernen zu akzeptieren, dass auch gegenteilige Meinungen dasselbe Recht haben. Egal ob es um die Themen „Corona“, „Innen-“ oder „Außenpolitik“ geht. Es gibt nicht nur diese eine richtige Meinung. Und je eher wir anfangen „Querdenken“ wieder als etwas positives anzusehen, desto schneller gelangen wir zu mehr Akzeptanz und Diversität.

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