Kommentar Nele Lahann

In dem Gespräch mit Andreas Montag von der MZ und Bastian Zimmermann vom Magazin “Positionen” am 23. November 2021 im Zuge des Seminars “Handlungsfelder: Journalismus” ging es unter Anderem um die Zukunft des Print-Mediums, Veränderungen durch die Digitalisierung und die Bedeutung von Kritik. 

Einigkeit herrschte bei dem Gespräch primär darüber, dass Kritik einen hohen Stellenwert im Journalismus hat und dieser auch in Zukunft bestehen bleiben sollte. Allerdings stehen Autoren und Journalisten vor gewissen Schwierigkeiten, wenn es um das Schreiben einer guten Kritik geht. So stellte Andreas Montag persönliche Beziehungen zu Kulturschaffenden als einen Umstand heraus, der kaum vermeidbar und auch gewollt ist, welcher jedoch einen Einfluss auf die Wertung und Kritik haben kann. Ebenso kann eine veröffentlichte Kritik zum Werk des Kulturschaffenden auch die persönliche Beziehung beeinflussen. Hierbei sei eine gute Balance zwischen Nähe und Distanz eine wichtige Komponente, um professionell zu bleiben und nicht eine Gefälligkeit statt einer Kritik zu schreiben. 

Bastian Zimmermann bestätigte die Schwierigkeiten, die das Schreiben einer Kritik mit sich bringt. Er erwähnt zudem, dass der Ort der Veröffentlichung ebenfalls einen Unterschied macht, da eine Tageszeitung eine andere Leserschaft als ein Fachmagazin hat. Trotzdem seien gesellschaftlich brisante Themen auch im Magazin “Positionen” eben dies; brisant. 

Bezüglich der Veränderungen durch die Digitalisierung und die Zukunft der Print-Medien äußerte sich Andreas Montag optimistisch. Das Print-Medium weißt Eigenschaften auf, welche nicht in einem digitalen Medium erschaffen werden können und es werde daher nicht aussterben. Auch Bastian Zimmermann glaubt an das fortbestehen des Print-Mediums, wobei er darf verweist, dass von den 500 Abonnenten des “Positionen” Magazins nur 30 Abonnenten die digitale Version beziehen. 

Doch bleibt jetzt alles wie es ist? Nicht direkt. In dem Gespräch wurden keinesfalls Veränderungen negiert oder der Trend in Richtung Digitalisierung ignoriert. Auf mich wirkten die Gesprächsteilnehmer aufmerksam und beobachtend gegenüber Veränderungen, bereit im richtigen Moment zu agieren, anstatt in Hysterie zu verfallen und vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Auch hier scheint mir eine Balance zwischen Nähe und Distanz, zwischen den Veränderungen und  dem was bleibt, zwischen dem aktuellen und dem Zukünftigen, dass zu sein, was zählt um erfolgreiche journalistische Arbeit zu verrichten. 

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