Kritik – Die Sprache der Journalist*innen

Kritik mag für den Journalismus genauso essentiell sein, wie Wasser für Pflanzen. Natürlich ist kein Mensch perfekt. So sind es auch Journalist*innen nicht. Oft werden Medien und ihre Inhalte kritisiert, gleichzeitig setzen wir heutzutage aber so sehr auf die Meinung anderer wie nie zuvor.  Zwar sind Kritiken durch Medien und Journalist*innen nicht selten gewagt, sie sprechen dennoch oft die Gedanken der Mehrheit aus. Natürlich richten sie sich dabei gegen eine bestimme Institution, ein Ereignis oder Personen – werden sie jedoch angemessen verfasst, sind sie ein wichtiges Instrument zur Informationsübermittlung und Einschätzung verschiedenster Szenarien. 

Aus Sicht des MZ-Journalisten Andreas Montag gibt es keine “verbotenen Themen“. Aufgrund seiner Reportage über Neonazis aus der Stadt Halle an der Saale, erhielt sein Vorgesetzter, Verlagsinhaber der MZ,  eindeutige Kommentare, die die Entlassung des Journalisten forderten, da er sich gegen eine bestimme Gruppe äußerte. Dieser ist hingegen der Meinung, Andreas Montag habe richtig gehandelt, indem er sich an die journalistischen Mittel gehalten hat. 

Rechtlich gesehen gibt es im Journalismus keine strikten “Denkverbote“. Einige Journalist*innen überschreiten die Grenzen der Kritik dennoch, indem sie unglückliche Formulierungen wählen oder die Meinungen anderer Menschen komplett ignorieren.  Entscheidet man sich aber für eine gewagte Kritik, sollten Verfasser*innen auch die darauffolgenden Bewegungen innerhalb der Gesellschaft aushalten und mit negativem Feedback umgehen können. 

Bastian Zimmermann,  Co-Redakteur der Zeitschrift POSITIONEN – Texte zur aktuellen Musik, setzt sich eigene Beschränkungen, wenn es um das Thema Kritiken geht. Die Zensur spiele dadurch bei ihm keine große Rolle, denn so „kann man schreiben, was man möchte oder eben auch nicht.“  In seinem Heft POSITIONEN verleiht er Kritik einen eigenen Raum. 

Kritik ist wichtig. Kritik ist aber auch anpassbar. Wer Kritiken schreibt, verletzt nicht automatisch die Zensur, wer sie liest, wird nicht automatisch angegriffen. Kritiken sind meinungsbildend und das ist auch gut so. Letztendlich hat jede*r die Wahl, sie zu lesen oder eben auch nicht zu lesen, genauso wie sie zu schreiben oder nicht zu schreiben. Letztendlich ist die Kritik kein Wettkampf um verschiedene Werte oder Ansichten, sondern eine Möglichkeit, über einen seriösen Weg, Meinungen zu kommunizieren.

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