Zukunft der journalistischen Arbeit

In Zeiten von Online-Medien und daraus resultierenden, abnehmenden Auflagen der klassischen Printmedien wie Zeitungen mag man sich fragen, wie es den Medienschaffenden geht, die teils direkt, teils indirekt davon betroffen sind. Auch die verrohende, in Teilen durchaus medienfeindliche Entwicklung innerhalb der Gesellschaft gibt zu denken auf: müssen sich Journalist:innen heute und in Zukunft anpassen? Müssen sie freundlich, gar unkritisch sein? Dürfen sie noch das schreiben, was sie wollen? Und wie gehen sie mit der Verlagerung der Leser:innenschaft ins Internet um? 

Andreas Montag, Ressortleiter „Kultur“ bei der Mitteldeutschen Zeitung, bestätigt zwar, dass journalistische Freiheit herrscht und es keinen „Anpassungsdruck“ gibt, erzählt aber auch davon, dass er Bestrebungen wahrnimmt, die unliebsame Meinungen und Themen gerne verstummen lassen würden. 

So bekommt er zu bestimmten Themen teils hasserfüllte Nachrichten, bei denen der ein oder die andere Journalist:in sicherlich nach einer Weile das journalistische Handtuch werfen würde. Zumindest könne man mit einigen dann doch noch auf einem gewissen Niveau kommunizieren, schiebt er nach. Seine kritische Art und das Gut „Journalismus“ wird er durch derlei Bestrebungen nicht aufgeben. 

Bastian Zimmermann von der Zeitschrift „Postionen“ spürt diese Entwicklungen bislang in seiner Tätigkeit als Redakteur und Herausgeber (noch?) nicht. Dies liege vermutlich aber auch an dem Publikum der Zeitschrift und den Themen, die sehr Themenspezifisch sind. 

Von der Abkehr von klassischen Printmedien wissen zwar beide, aber als so stark, wie man es vielleicht vermuten würde, nehmen sie sie nicht wahr. Dass die Zeitschrift mit ihrer  „physischen Art“ weiterhin Zukunft hat, da ist sich Zimmermann eigentlich sicher. Deshalb spielt dieses Thema für ihn auch (noch?) keine größere Rolle. Auch Andreas Montag ist davon überzeugt, dass die klassische Zeitung auch in Zukunft noch in irgendeiner Art existieren wird. Trotzdem ist Montag froh, dass für betriebswirtschaftliche Belange der Mitteldeutschen Zeitung andere verantwortlich sind – ist dies ein aufrichtiges Bekenntnis zu Kernkompetenzen oder doch ein kleines Zeichen der Sorge?

Zu hoffen bleibt, dass Journalist:innen auch weiterhin frei sein können in der Art, wie sie Themen auswählen und ansprechen – und das qualitativ hochwertige journalistische Arbeit – unabhängig von Ort und Zeit der Rezeption – auch in Zukunft bezahlt werden kann und dann auch wirklich wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.