Arcane – nur eine Videospielverfilmung?

[Quelle Riot Games]

Eigentlich hätte ich mich auf Arcane freuen müssen. Eine Serie über League of Legends. Das Spiel was ich zur Zeit am meisten spiele. Doch meine Erwartungen waren sehr gering. Denn welche guten Videospielverfilmungen gibt es zur Zeit überhaupt? Castelvania und Detektiv Pikachu sind für mich die einzig überdurchschnittlichen Serien oder Filme. Die anderen höchsten mäßig bis schlecht.

Und vor Arcane hatte ich Angst. In Erwartung eines Cashgrabs um ein Videospiel zu bewerben, habe ich die Serie aufgeschoben, gewartet bis alle 9 Folgen erschienen. Mein Plan war es drei Folgen an drei Tagen zu schauen. Als ich am Dienstag Abend begonnen habe, war ich nach knapp acht Stunden durch, keine Pause, kein Blick auf die Uhr.

Verdammt, dass hatte ich nicht erwartet. Die Serie, allein aus der ästhetischen Sicht, ist wunderschön animiert. Schon die Kurzfilme von League haben eine gute Animation, aber Arcane ist anders. Selbst für mich der bereits viele Animationsfilme und Serien geschaut hat, setzt die Animation der Serie neue Maßstäbe. Doch was mich wirklich überrascht hat, war der Inhalt.

Die Serie spielt in einem kleinem Teil der Welt von League of Legends. In der Stadt Piltover, einer wunderschönen Steampunkstadt, wo Technik und Fortschritt der Schlüssel zum Erfolg sind. Doch die Stadt hat ihrer Kehrseite, denn in der Unterstadt sieht man nichts mehr von dem Glanz und Ruhm der Stadt, sondern Bandenkriminalität und Drogenmissbrauch. Doch Arcane zeigt uns nicht wie diese Stadt entstanden ist, oder wie sie sich entwickelt. Nein wir sehen nur einen kurzen Ausschnitt und die dort vorkommenden Charaktere. Charaktere? Also Champions aus dem Spiel League of Legends? Nein, nicht nur. Denn was Arcane wirklich schafft ist es eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen, seien es League Champions oder Figuren aus der Serie. So bekommen Charaktere wie Silco die gleiche Aufmerksamkeit wie die im Spiel vorkommenden Champions Jinx oder Vi. Keine Figur ist stärker nur weil sie bereits in dem Hauptspiel vorkommt. Denn es gibt keinen klaren Hauptcharakter, eher viele kleine Geschichten die unterschiedlich miteinander verbunden sind und sich durch die komplette Serie ziehen. Sei es der Versuch von Viktor seine Krankheit zu heilen, das Verhältnis zwischen Vi und Jinx oder Silco, der nicht ganz so generische Verbrecherboss, bei dem Versuch die Unterstadt zu regieren.

Doch am Ende stellt sich die Frage, lohnt sich Arcane ohne Vorwissen? Ja, selbst wenn ihr noch nie etwas von League of Legends gehört habt, könnt ihr Arcane schauen. Keine Figur macht ihr Ding aus dem Videospiel und lässt Personen ohne Vorwissen verwirrt zurück.

One thought on “Arcane – nur eine Videospielverfilmung?

  1. Dieser Text überzeugt insbesondere in der individuellen Sprache/Schreibe – die allerdings auch ein kleines Problem darstellt, wenn man sie als Kritik in einer Zeitung verstehen möchte. Denn streng genommen handelt es sich dabei eher um einen Erfahrungsbericht – der gerade auf einschlägigen Blogs/Foren zu finden wäre…

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