Coco – Lebendiger als das Leben!

Bildcredits: https://www.filmstarts.de/nachrichten/18516300.html

Meine Wahl, den Film Coco – Lebendiger als das Leben! zu rezensieren, begründet sich durch das Thema der letzten Woche. Da befassten wir uns im Rahmen des „Forum neuer Musik“ mit Tod, Unsterblichkeit und Musik. Auf ganz eigene Art beschäftigt sich auch Coco mit der Vergänglichkeit des Lebens.

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Keine Musik! Seit Generationen hat die Familie des 12-jährigen Miguels Liedern und Gesang abgeschworen. Doch Miguel hat einen heimlichen Traum, er möchte Musiker werden – genauso wie sein großes Vorbild Ernesto de la Cruz. Am Tag der Toten will der Junge an einem Musikwettbewerb teilnehmen, doch durch mehrere Missgeschicke landet er plötzlich mit seinem Hund Dante in der Welt der Toten. Dort trifft Miguel seine Ahnen und sucht seinen, von der Familie verstoßenen, Großvater. Er möchte mit ihm musizieren und seine Familie wieder mit der Musik vereinen! Auf seiner Suche lernt er, welche Bedeutung die Familie, Zusammenhalt und Erinnerung haben.

Der PIXAR- Film von Lee Unkrich und Adrian Molina überzeugt durch ein Feuerwerk an Farben, vielschichtigen Charakteren und Liebe zum Detail. Als Spielort dient eine magisch erscheinende, lebendige Stadt in Mexiko, Santa Cecilia. Mit einem Auge für Kleinigkeiten erstrahlt die Gegend im Glanz. Mit Finesse wurde auch das Totenreich mit einer Farbenpracht und hingebungsvollen Einzelheiten bestückt, sodass diese Überladung ihren eigenen Charme wahrt und nicht zu immens wirkt.

Coco – Lebendiger als das Leben! ist eine Geschichte mit Tiefklang. Der Soundtrack von Michael Giacchino arbeitet sehr gut mit den Bildern zusammen, doch abgesehen von „Un poco loco“ bleiben keine Lieder im Kopf hängen, wie es bei vielen anderen Animationsfilmen der Fall ist.

Zwei wichtige Komponenten des Films sind die Familie und das Erinnern. Zu diesen Aspekten sind die Charaktere wohlüberlegt gewählt und die Handlung ist emotional und tiefgründig, ohne zu kitschig zu sein. Besonders der Hund Dante erobert das Herz der Zuschauer*innen im Handumdrehen durch Witz, Ungeschick, Treue und unendliche Liebenswürdigkeit. Teilweise birgt die Geschichte durch Vorhersehbarkeit kaum überraschende Wendungen, während für Kinder manches nicht nachvollziehbar ist. Vor allem die Ironie, die den Erwachsenen besonderen Unterhaltungswert gibt, wird von jungen Rezipient*innen häufig nicht verstanden und wirft große Fragezeichen auf. Pädagogisch wertvoll ist dagegen ist die sanfte Führung in den Film. Miguel, und somit auch den Zuschauer*innen, wird die Bedeutung von Erinnerungsschreinen und des Dias de los Muertos, dem Tag der Toten, von seiner Familie erklärt.  Diese Kombination aus vorsichtiger Herangehensweise und ernster Thematik qualifizieren den Film als Abendprogramm für die ganze Familie.

Coco schafft es, die Menschen emotional tief zu berühren – das ist das, was einen guten Film ausmacht. Er hat seine Auszeichnung als bester Animationsfilm bei den Golden Globe Awards 2018 mehr als verdient.

Trailer zu Coco – Lebendiger als das Leben!
Un poco loco – Lied

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