Mit den Augen der Kamera

Eine Rezension zu dem Film „Mit eigenen Augen“

Journalistische Arbeit in einer investigativen Redaktion. Ein spannendes Thema, bei dem der Film „Mit eigenen Augen“ von Miguel Müller-Frank und seinem Team einen Blick hinter die Kulissen des „Monitor“ ermöglicht. Dabei gab es nach der Sichtung des Filmes auch ein informatives Gespräch mit dem Regisseur, in dem Fragen zu dem Film geklärt wurden.

Der Film ist eine Dokumentation, die das ARD Magazin „Monitor“ für die Recherche für eine Sendung über drei Wochen begleitet. Dabei verzichtet er auf Hintergrundmusik und hat auch sehr wenige Schnitte. Dafür arbeitet er mehr mit Kameraschwenks. Das gibt dem Film seinen dokumentarischen Stil und vermittelt Authentizität.

Inhaltlich geht es in der Dokumentation vor allem um die redaktionellen Prozesse und die Entscheidungen, die in den Redaktionssitzungen getroffen wurden. Gezeigt wurden auch Recherche am Computer und Telefongespräche.

Der Regisseur wollte Journalismus zeigen und nicht nur darüber sprechen. Und das ist auch im Film zu sehen, da es statt Interviews mit den Journalisten eine nüchterne Aufzeichnung der Gespräche gibt. So wird dem Zuschauer das Gefühl vermittelt, selbst mit im Büro zu sitzen. Dabei werden auch Spannung und Humor authentisch durch die Gespräche und den Zeitdruck der Redakteure vermittelt und nur durch die Einblendungen der Tage bis zu der Ausstrahlung verstärkt.

In dem Gespräch nach dem Film ging es um den Hintergrund der Produktion. Der Regisseur sprach über seine jahrelange Vorarbeit und seine Recherchen. Schwierigkeiten gab es vor allem dabei, eine Redaktion als Ganzes über mehrere Wochen filmen zu dürfen. Dieses Durchhaltevermögen zeigt auch das Interesse, dass der Regisseur an den journalistischen Prozessen hat und das auch durch den Film erzeugt und vermittelt wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Film einen sehr nüchternen und guten Einblick in die Redaktion des „Monitor“ gibt. Man kann wichtige redaktionelle Prozesse sehen und sie werden unkommentiert dargestellt. Dabei hat man das Gefühl, mit den Redakteuren an einem Tisch zu sitzen und ihre Dynamik authentisch kennengelernt zu haben. Auch das Interesse für den „Monitor“ sowie investigativen Journalismus generell wurde angefacht.  

One thought on “Mit den Augen der Kamera

  1. Klar aber etwas nüchtern geschrieben und beschrieben – was ja auch zum Film passt. Schön gewesen wäre es, den Regisseur ggfls selbst zu Wort kommen zu lassen – nachdem relativ intensiv eingegangen wird auf das Publikumsgespräch.

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