Mit eigenen Augen zu einem begrenzten Einblick

Intime Einblicke in die Redaktionsarbeit eines Fernsehsenders, das bietet der neueste Film des Regisseurs Miguel Müller-Frank. Dieser ist das Ergebnis einer fast fünfjährigen Arbeit, die 2016 begann und am 08.12.2021 um 19:00 Uhr ihre Kinopremiere, im Puschkino in Halle, feierte. Der Dokumentarfilm trägt den Titel „Mit eigenen Augen“ und liefert 110 Minuten lang einen Einblick, in die redaktionellen Abläufe des Politikmagazins „MONITOR“. Dabei handelt es sich um eine Sendung, die aller drei Wochen in der ARD ausgestrahlt wird und dabei Einschaltquoten von ca. zwei bis drei Millionen Zuschauern erreicht.

Der Film skizziert den Weg von der Ideenfindung, bis hin zur fertigen Sendung und konzentriert sich dabei auf drei Wochen, in denen die tägliche Arbeit, innerhalb der Redaktion, dokumentiert wurde. 

So erfüllt der Film, was bereits im Titel versprochen wird: einen eigenen Einblick in die journalistischen Tätigkeiten. Diese bleiben dabei vollkommen unkommentiert, sodass der Zuschauer angehalten wird, sich selbst in die herrschenden Hierarchien und Vorgänge hinein zu denken und diese dabei Schritt für Schritt kennen zu lernen. 

Leider verlässt die Kamera hierbei niemals das Büro und thematisiert einzig und allein die Aufgabenbereiche, die sich am Schreibtisch abspielen. Damit verspielt der Film die Chance, die wirklich interessanten journalistischen Aufgaben auf zu zeigen, die sich direkt am Geschehen vor Ort abspielen. Dadurch bleibt dem Zuschauer nicht nur der Anspruch auf einen vollumfänglichen Blickwinkel verwehrt, sondern auch die Spannung des Films leidet unter dem monotonen Setting. Die Thematisierung des Zeitdrucks innerhalb der Redaktion, durch harte Schnitte und aufblitzende Zeitangaben, verfehlt ebenfalls die Erzeugung von Spannung in Gänze. So sind sowohl der Stress, als auch die Aufregung der Journalisten denkbar und zum Teil auch wahrnehmbar, erzielen jedoch nicht den gewünschten Effekt, was sowohl an der fehlenden musikalischen Untermalung, als auch an der wenig dramatischen Handlung liegt.

Der Film bietet damit einen guten grundlegenden Einblick in die redaktionelle Arbeit. Wobei jedoch Spannung und Vollständigkeit auf der Strecke bleiben.

3 thoughts on “Mit eigenen Augen zu einem begrenzten Einblick

  1. Ich finde die Rezension sehr gut geschrieben und auf den Punkt gebracht. Zudem bewahrt die Rezension einen professionellen Ton, der aber trotzdem die eigene Meinung gut zum Ausdruck bringt!

  2. Der Artikel ist sprachlich schön formuliert und gibt den Inhalt des Filmes gut wieder. Mir gefallen die klaren Aussagen und der Mut zum kritischen Standpunkt. Dennoch gewinnt die Autorin dem Ganzen am Ende noch etwas Positives ab. Die Kritikpunkte finde ich nachvollziehbar – es gibt ganz sicher fesselndere Filme. 😉

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