Unichor – Still senkt sich die Nacht hernieder: Weihnachten in der Pandemie – Teil 2

Der Universitätschor „Johann Friedrich Reichardt“ bei der Aufnahme des Weihnachtsprogramms am 8.12.2021 im Löwengebäude.

„Still senkt sich die Nacht hernieder.

Rings das Land liegt tief verschneit,

und es klingen alte Lieder:

O du schöne Weihnachtszeit!“

Hermann Heinz Willes Worte bekommen in der Pandemie neue Bedeutung: Die stille Winternacht ist nicht nur besinnlich. Der zweite Corona-Winter beginnt; Die Kultur verstummt, die Menschen vereinsamen.

Nachdem sehr kurzfristig auch noch das festliche Weihnachtskonzert in der Händelhalle abgesagt wurde, schien es, als sei auch diese Weihnachtssaison zu einem plötzlichen und glanzlosen Ende gekommen. Doch Jens Lorenz und Jens Arndt, Chorleiter des Universitätschores „Johann Friedrich Reichardt“ haben schnell reagiert. Die Situation ist eine andere, als noch vor einem Jahr; Geprobt wird mit 2G-plus.

So konnten sich die „Reichardts“ vergangenen Mittwoch ein letztes Mal in diesem Jahr zusammenfinden – wenn auch ohne Publikum – um einen Teil ihres Weihnachts-Programms aufzuzeichnen. Die Aufnahmen sollen am 15.12. auf YouTube veröffentlicht werden.

Die Stimmung im Treppenhaus des Löwengebäude, wo sonst das alljährliche Adventssingen stattfindet, ist außergewöhnlich. Mit größter Konzentration schwingt sich der Chor ein, die Augen aufmerksam bei ihrem Dirigenten.

In solchen Momenten wird die verbindende Kraft der Musik und die Bedeutung von Gemeinschaft sehr eindrücklich bewusst. Beinahe nebensächlich werden die „alten Lieder“. Etwas Vertrautes, wie aus einer anderen, aus der guten, alten Zeit, lässt für einen Moment die Welt vergessen.

Das Programm reicht von Klassikern wie Johann Sebastian Bachs „Ich steh an deiner Krippen hier“ und Händels „Tochter Zion“, bis hin zu Sätzen weniger bekannter Komponisten. Höhepunkte sind etwa der spannungsvolle Satz zu „Still senkt sich die Nacht hernieder“ des halleschen Komponisten Gerhard Wohlgemuth und die erstaunlich filigrane Version von „Macht hoch die Tür“ von Friedrich Silcher.

Mit den Worten „Es schlagen zwei Herzen in der Brust – und in dieser Situation muss die Ratio obsiegen“ entlässt Jens Lorenz seine Sänger*innen in die Weihnachtspause.

Ein beklommenes Gefühl, als verabschiede man sich in den nächsten Lockdown. Wann sehen wir uns wieder? Januar? Nach den Erfahrungen des letzten Winters unwahrscheinlich… April? Hoffentlich.

„Stille Nacht – die Sterne künden:

Frieden über Flur und Feld;

auch der Mensch soll Frieden finden –

Frieden, Frieden aller Welt!“

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