The Greatest Showman

„The Greatest Showman“, ein Film von Michael Gracey, erschien am 20. Dezember 2017 in den US-amerikanischen Kinos, knapp zwei Wochen später auch in den deutschen. Er erzählt die Geschichte des Zirkuspioniers P.T. Barnum auf eine fantastische, musikalische Weise. Eine Biografie – aber deswegen noch lange nicht realistisch.

Men suffer more from imagining too little than too much.

Die Menschen leiden mehr unter zu wenig Fantasie als unter zu viel.
– P.T. Barnum, The Greatest Showman

Viele verschiedene Themen vermischen sich in diesem Film, sodass der biographische Ansatz eher in den Hintergrund rückt.

Einer der prägnantesten ist wohl das Wissen, dass ein jeder es schaffen kann, ganz gleich seiner Herkunft und seines Aussehens. Einzig und allein die inneren Werte, der Charakter, sind wichtig. Dadurch, dass das kleine Zirkus-Ensamble, bestehend aus den verschiedensten Persönlichkeiten, zu einer Familie wird, wird deutlich, dass jede noch so dicke Grenze überwunden werden kann, wenn man es nur möchte. Hier fängt das Unrealistische aber bereits an: Der Film basiert auf einem Zirkusdirektor, der im 19. Jahrhundert mit einem Wanderzirkus durch die USA zog. Wer, wenn nicht nur die reichen, weißen Männer, hatte damals die Möglichkeit, all seine Träume und Wünsche zu erfüllen? Sicher nicht die schwarzen Klein-Artisten, ebenso wenig die Frau mit Bart oder Männer, die entweder zu klein oder zu groß geraten waren. Die Realität sah vollkommen anders aus als wie der Film es uns zeigt. Aber irgendwie liegt die Magie doch gerade in dieser Fiktion inmitten der Realität. Durch die Vermischung wahrer Ereignisse und der Hollywood-Schönmalerei entsteht eine großartige Geschichte voller Leid, Hingebung und natürlich der Liebe.

No one ever made a difference by being like everyone else.

Niemand hat je etwas verändert indem er so war wie alle anderen.
– P.T. Barnum, The Greatest Showman

Dass man diesen Film demnach nicht als hundertprozentig detailgetreue Biographie ansehen sollte, ist gegeben. P.T. Barnum wird zum Ende des Films als hingebungsvoller Familienvater und Zirkusdirektor dargestellt, ohne dass in den 105 Minuten zuvor die unschönen Seiten seines Lebens auch nur angerissen werden.

Es ist einerseits schade, dass die Geschichte dieses Mannes einer fantastischen, bunten Welt hatte Platz machen müssen. Aber andererseits erhielt der Film dadurch die Möglichkeit, so viele Lehren an sein Publikum weiterzugeben. Selbst wenn die historische Realität eine andere war, so ist die Moral doch allgegenwärtig; jemand besonderes zu sein, ist nichts schlimmes, und andere und auch sich selbst glücklich zu sehen, ist das, wofür man streben sollte.

Vielleicht nicht „the greatest“, aber definitiv ein sehenwerter Film. Ein Musical, das berührt und zum Mitfühlen verleitet.

The noblest art is that of making others happy.

Die edelste Kunst ist, andere glücklich zu machen.
– P.T. Barnum, The Greatest Showman

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