David Eckmann

Studiert Musikwissenschaft seit 2017 und MuK seit 2018.

2020 bis 2021 Auslandsjahr im Studiengang „Komposition und Musiktheorie“ an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien (mdw).

Spielt Geige im Akademischen Orchester der MLU, singt Bass im Universitätschor „Johann Friedrich Reichardt“.

Was ist für mich Kultur?

Als Musiker assoziiere ich natürlich zuerst Kunst mit Kultur. Kultur ist aber auch die Art und Weise, wie mit Kunst umgegangen wird – im sozialen Kontext wie im institutionellen. Die zentralen Fragen, die bei Kultur um Kunst immer mitschwingen, sind: Wie wird Kunst präsentiert, in welchen Formen und Formaten treffen wir sie an? Welches Publikum findet sich bei welcher Veranstaltung, in welcher Ausstellung, bei welcher Lesung?

Kunst ist kein Selbstzweck. Sie drückt Menschlichkeit aus. Jede soziale Umgangsform, in der Menschen sich miteinander auseinandersetzen ist Kultur, das kann nicht nur Kunst sein, sondern auch jegliche Art, Gemeinschaft zu gestalten; Essen, Trinken, Spielen, Diskutieren etc.

Übergeordnet ist die Frage nach Kultur also: Auf welche Art und Weise kommen Menschen zusammen und Teilen ihr Mensch-Sein? Was sind die Bedürfnisse, die Menschen verbinden? In welchen Praktiken, Ritualen und Institutionen stellen sie gesellschaftlichen Konsens her und dar?

Kultur ist nicht bloß – wie man während der Pandemie den Eindruck bekommen kann – das „Sahnehäubchen oben drauf“, sondern das Fundament von Gesellschaft. Ohne Kultur gäbe es keine größeren Verbände von Menschen, ganz zu schweigen von Ländern, Staaten, Staatengemeinschaften.

Ich liebe kulturelle Begegnungen. Unterschiede zwischen „Hochkultur“ und „Subkultur“, „e-Musik“ und „u-Musik“ sind für mich keine Barrieren. Es ist mir ein Anliegen, die wahrgenommenen Barrieren abzubauen, indem alle Kultur gleichberechtigt im gleichen space Platz findet. Kultureller Austausch schafft Gemeinschaft und verbindet die Gesellschaft.

Daher veranstalte ich regelmäßig bunte Musikabende mit abwechslungsreichem Programm von Klassik, über Pop, Rock und Indie bis Jazz.

Was ist für mich Kritik?

Kritik im Kontext von Kultur als Kulturkritik ist die subjektive Auseinandersetzung mit und Beurteilung von Kultur, etwa von Kulturgütern wie Musik in Form von Konzert- oder Albenkritiken, auch Filmkritiken, Literaturkritiken etc., aber auch weiter gefasste Meinungen zu Aspekten und Entwicklungen der Kultur generell.

Kulturkritik baut auf ein immanentes Wertebewusstsein und drückt so immer die subjektive Weltanschauung des Autors aus. Aufgabe der Kritik ist es, den Gehalt des Gegenstands einzuordnen und die Form der Präsentation auf erfolgreiche Umsetzung der kulturellen Intention hin zu untersuchen. Kritik ist ein Motor für kulturellen Fortschritt.

Kritik zu üben zeigt, dass dir etwas wichtig und nicht egal ist. In diesem Sinne möchte ich Kritik immer als genuin konstruktiv verstehen. Wenn etwa Aspekte eines Kunstwerks als nicht gelungen angesehen werden, zeugt diese Einschätzung von einem subjektiven Qualitätsverständnis. Diese Subjektivität bewirkt wiederum, das Kritik selbst debattierbar sein muss. Sie sollte nicht als Fakt, oder abgeschlossene Aussage formuliert, und auch nicht so angesehen werden, sondern als Aufforderung zum Diskurs über Ästhetik, Idee und Umsetzung.

Was sind für mich Medien?

Alles Vermittelnde. Jegliche Art von Kommunikation wird durch Medien ermöglicht.
Sprache, Mimik, Gestik sind die menscheneigenen Medien. Schrift, Kunst, Kultur folgen als erste menschengemachte Medien. Kulturelle Medieninhalte können wiederum durch verschiedene Distributionsformen, die wiederum Medium genannt werden können, verbreitet werden.

Im alltäglichen Sprachgebrauch sind meist die in diesem Feld aktiven klassischen Massenmedien Fernsehen, Radio, Zeitung – und seit etwa 2000 auch das Internet gemeint.