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26. Apr 2012

Elfmeterschießen… und am Ende gewinnen die Deutschen

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Gestern Abend war wieder ein Fußball-Schmankerl angesagt, wie man so schön sagt. Bayern München trat im Rückspiel der europäischen Champions League bei Real Madrid an. Im Estadio Bernabeu galt es, den 2:1-Vorsprung aus dem Sieg im Hinspiel zu verteidigen. Das schien allerdings unmöglich nach zwei Toren von Madrids Torjäger Christiano Ronaldo, der damit bereits 10 Tore in 10 Spielen markierte. In der spanischen Liga Primera DIvision kommt er gar auf eine Quote von 42 Toren in 34 Spielen, womit er seinen eigenen Rekord knackte. Doch am gestrigen Mittwochabend kam es schließlich wider jeder Erwartung doch anders. Denn die Münchener schlugen mit einem Elfmetertor von Arjen Robben bereits in der 27. Minute zurück und egalisierten damit den Vorsprung der “Galaktischen” aus Madrid, wie die Mannschaft seit jeher genannt wird. Dass dann in der zweiten Halbzeit kein Tor mehr gefallen war, trieb die Spannung weiter nach oben, denn es war klar, dass es in die Verlängerung ging. Der FC Bayern München hatte das Spiel längst übernommen und dominierte auch weiterhin, ohne jedoch den Schlusspunkt mit einem Tor zu markieren. Und somit kam es zum Elfmeterschießen, wo man in etwa sehen konnte, warum der Verein insgesamt etwa 25 Millionen Euro in den Transfer des deutschen Nationaltorwarts Manuel Neuer investierten. Er hielt zwei Elfmeter, erlaubte damit den eigenen Spielern, zwei Elfmeter zu verschießen und schließlich konnte der letzte verbliebene deutsche Klub im europäischen Wettbewerb dasFinalticket lösen und darf nun -historisch erstmalig – im eigenen Stadion gegen die englische Millionentruppe des FC Chelsea London antreten. Das wird ein wahrer Leckerbissen, zumal die Rivalität im Fußball zwischen England und Deutschland nicht minder brisant ist. Ein gewisser Gary Lineker, ehemaliger englischer Fußballspieler und Torschützenkönig der WM 1986 sagte einmal: „Football is a simple game; 22 men chase a ball for 90 minutes and at the end, the Germans always win.“ zu deutsch: „Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen.” Legendär ist aber noch heute das Wembley-Tor, was doch keins war, oder doch (zu beurteilen HIER)? Es datiert von der Fußball-Weltmeisterschaft 1966, als im Finalspiel der englische Spieler Geoff Hurst zur 3:2-Führung traf und damit den schlussendlichen 4:2-Sieg über Deutschland einleitete. Eine Neuauflage dieses umstrittenen Treffers gab es übrigens zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010, als Englands Spieler Frank Lampard im Achtelfinal-Spiel das 2:2-Ausgleichstor gegen Deutschland geschossen hätte, wenn es anerkannt gewesen wäre. Schließlich gewann aber Deutschland mit 4:1 und erstickte die Debatte durch Souveränität und schönem Spiel im Keim. Im Halbfinale scheiterte Deutschland bekanntermaßen gegen den späteren Weltmeister Spanien knapp mit 0:1, durfte jedoch mit dem Bayern-Spieler Thomas Müller den WM-Torschützenkönig in den eigenen Reihen wissen. Frank Lampard übrigens darf im Champions League-Finale gegen Bayern München wieder gegen Manuel Neuer, Thomas Müller, und wie sie alle heißen, antreten.
Ein Pflichttermin für alle Fußballfans: 19. Mai 2012!

Ich verfolgte das gestrige Spiel übrigens in einer Bar und muss stark vermuten, dass ich der einzige Typ im Raum war, der nicht für Madrid fieberte. Mein Jubel am Ende fiel entsprechend verhalten aus, aber dafür war es wieder sehr amüsant anzusehen, wie spanische Fußballfans abgehen. Ich meine sogar, dass sie anders emotional an das Fußballspiel herangehen, denn schon direkt nach der Niederlage lachten sie, tranken, gesellten sich zu Freunden an den Tisch. Wie würde so ein Abend wohl bei deutschen Fans aussehen? Das fand ich jedenfalls sehr beeindruckend, zumal die Reaktionen während des Spiels außerordentlich emotionsgeladen bis aggressiv waren. Aber das zeichnet das Fan-Dasein schließlich aus! Ich freue mich auf die Europameisterschaft in diesem Jahr! Schließlich haben die Deutschen auf Nationalmannschafts-Ebene noch eine Rechnung offen…

Am kommenden Wochenende werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder eine kleine Reise unternehmen. Das Ziel soll diesmal Sevilla sein. Dort war ich noch nie, die Stadt – etwas größer als Málaga – wollte ich aber immer schon sehen, seit ich hier in Spanien studiere. Und aktuell findet dort die Feria de Abril statt. Was das genau heißt, muss ich vor Ort herausfinden. Aber klar ist, dass wieder viel gefeiert wird, wie das sich für Spanien und die Mentalität der Spanier gehört, dass viel getanzt (vor allem Flamenco), gesungen und getrunken wird und am Ende des Wochenendes ein riesiges Feuerwerk stattfindet, dass diese Woche würdig ausklingen lassen soll. Ich versuche derzeit, mich im Couchsurfen zu probieren und bin gespannt, ob das klappt. Denn dann kann das Wochenende auch noch sehr preisgünstig gestaltet werden!

Über Felix Luderer

  • Student/in
  • Nach abenteuerlichen Schuljahren erlebte ich neun Monate das Soldatsein. Ich wurde zum Wehrdienst berufen, "genoss" meine Zeit und machte drei Kreuze, als es vorbei war. Anschließend bekam mich mit meinem Vorpraktikum die Möglichkeit, bei euro-Regional TV journalistische Praxisluft zu schnuppern. Außerdem war es die Grundlage für das Jetzt. Ich studiere Medien- und Kommunikationswissenschaften sowie Politikwissenschaften. Vorher habe ich noch ein Jahr Berufsorientierte Linguistik im interkulturellen Kontext studiert. Ein atem(be)raubendes Studiumsprogramm. Damit verfolge ich das ehrgeizige Ziel, einmal in Bereich der Medien Fuß zu fassen oder sogar ein eigenes Standbein aufzubauen. Aktuell verbringe ich ein Auslandsjahr in Málaga.
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