{"id":90,"date":"2017-03-09T11:13:46","date_gmt":"2017-03-09T10:13:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/?page_id=90"},"modified":"2019-01-12T14:29:45","modified_gmt":"2019-01-12T13:29:45","slug":"untersuchungskriterien","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/der-forschungsprozess-2\/der-forschungsprozess\/untersuchungskriterien\/","title":{"rendered":"Untersuchungskriterien"},"content":{"rendered":"<p>Im Folgenden geht es darum, wie man einen wissenschaftlichen Test (z.B. Intelligenztest) konstruiert, seine Tauglichkeit pr\u00fcft und was die wichtigsten G\u00fctekriterien sind.<\/p>\n<h3>Testkonstruktion<\/h3>\n<p>Unter einem <span style=\"color: #ee7d00\">Test<\/span> versteht man eine in Form und Umfang festgelegte Anzahl von Aufgaben oder Fragen, bei dem quantitative Aussagen \u00fcber den Auspr\u00e4gungsgrad individueller Merkmale (Leistungs- oder Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale) gemacht werden k\u00f6nnen.<br \/>\nZun\u00e4chst werden einzelne Items (=Testaufgaben) ausgew\u00e4hlt, die das zu messende Konstrukt abbilden. Anschlie\u00dfend wird mittels einer <span style=\"color: #ee7d00\">Itemanalyse<\/span> entschieden, welche Items in die Testendform aufgenommen werden <span style=\"color: #ee7d00\">(Itemselektion)<\/span>. Auswahlkriterien hierbei sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Schwierigkeitsindex, d.h. zu leichte und\/oder schwere Items werden ausselektiert.<\/li>\n<li>Der Trennsch\u00e4rfekoeffizient beurteilt, wie stark die Beantwortung eines Items mit dem Gesamtergebnis aller Antworten zusammenh\u00e4ngt (korreliert).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Anschlie\u00dfend wird der Test an einer repr\u00e4sentativen Stichprobe normiert (geeicht) und auf seine Qualit\u00e4t <span style=\"color: #ee7d00\">(G\u00fcte)<\/span> gepr\u00fcft.<\/p>\n<h3>G\u00fctekriterien<\/h3>\n<p>Die Hauptg\u00fctekriterien sind <span style=\"color: #ee7d00\">Objektivit\u00e4t, Reliabilit\u00e4t<\/span> und <span style=\"color: #ee7d00\">Validit\u00e4t.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #ee7d00\">Objektivit\u00e4t:<\/span> <\/strong>Unter Objektivit\u00e4t versteht man die Unabh\u00e4ngigkeit des Untersuchungsergebnisses vom Untersucher, Auswerter und Interpreten. Erreicht wird Objektivit\u00e4t durch eine hohe Standardisierung. Es lassen sich drei Aspekte unterscheiden:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t:<\/strong> Unabh\u00e4ngigkeit des Testergebnisses von der Person, die den Test mit der Testperson durchf\u00fchrt<\/li>\n<li><strong>Auswertungsobjektivit\u00e4t:<\/strong> Unabh\u00e4ngigkeit des Testergebnisses von der Person, die den Test auswertet<\/li>\n<li><strong>Interpretationsobjektivit\u00e4t:<\/strong> Unabh\u00e4ngigkeit des Testergebnisses von der Person, die den Testwert interpretiert<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #ee7d00\">Reliabilit\u00e4t:<\/span> <\/strong>Unter Reliabilit\u00e4t versteht man die Genauigkeit, Zuverl\u00e4ssigkeit und Reproduzierbarkeit, mit dem ein Forschungsinstrument ein bestimmtes Merkmal misst. M\u00f6glichkeiten der Reliabilit\u00e4tspr\u00fcfung:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Test-Retest-Methode<\/strong> = Testwiederholungsmethode, Hohe positive Korrelation des Testwertes mit einem zeitversetzt mit demselben Test an denselben Testpersonen gemessenen zweiten Testwert<\/li>\n<li><strong>Paralleltestmethode<\/strong> = Vergleich zweier paralleler, sehr \u00e4hnlicher Tests; Hohe positive Korrelation des Testwertes mit einem zum gleichen Zeitpunkt mit einem inhalts\u00e4hnlichen (parallelen) Test gemessenen Testwert<\/li>\n<li><strong>Methode der Testhalbierung (Split-Half-Reliabilit\u00e4t)<\/strong> = Vergleich zweier Testh\u00e4lften; Hohe positive Korrelation der einen Testh\u00e4lfte mit der zum gleichen Zeitpunkt erhobenen anderen Testh\u00e4lfte (z. B. erste versus zweite Testh\u00e4lfte, gerade versus ungerade Items)<\/li>\n<li><strong>Interne Konsistenz<\/strong> = Hohe positive durchschnittliche Korrelation jedes einzelnen Testitems mit jedem anderen, zum selben Zeitpunkt gemessenen Item (korrigiert um die Testl\u00e4nge) (Wird mit dem Kennwert Cronbachs \u03b1 bestimmt, wobei gilt: je h\u00f6her \u03b1, desto homogener die Items des Test.)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #ee7d00\">Validit\u00e4t:<\/span><\/strong> Unter Validit\u00e4t versteht man die G\u00fcltigkeit, inhaltliche Bedeutung eines Messinstrumentes, d.h. wie gut ein Instrument in der Lage ist, das zu messen, was es messen soll. Die Validit\u00e4t kann \u00fcber verschiedene M\u00f6glichkeiten ermittelt werden:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Inhaltsvalidit\u00e4t<\/strong> = Die einzelnen Testitems spiegeln das Zielkonstrukt in seinen inhaltlichen Bedeutungsaspekten vollst\u00e4ndig und sinngem\u00e4\u00df wider.<\/li>\n<li><strong>Kriteriumsvalidit\u00e4t<\/strong> = Vergleich des Testergebnisses mit einem Referenzstandard (z.B. Ergebnis einer Mammographie mit dem pathologischen Befund der Biopsie)\n<ul>\n<li><strong>\u00dcbereinstimmungsvalidit\u00e4t<\/strong> [konkurrente] Validit\u00e4t bei zeitgleicher Messung<\/li>\n<li><strong>prognostische Validit\u00e4t<\/strong> bei Vorhersage eines Kriteriums zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Konstruktvalidit\u00e4t<\/strong> = \u00dcberpr\u00fcfung der \u00dcbereinstimmung verschiedener Merkmale eines Konstrukts<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/der-forschungsprozess-2\/der-forschungsprozess\/\">zur \u00dcbersicht\u00a0<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/der-forschungsprozess-2\/der-forschungsprozess\/operationalisierung\/\">zur\u00fcck<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/der-forschungsprozess-2\/der-forschungsprozess\/untersuchungsplanung\/\"> n\u00e4chste Seite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Folgenden geht es darum, wie man einen wissenschaftlichen Test (z.B. 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