{"id":92,"date":"2017-03-09T11:14:12","date_gmt":"2017-03-09T10:14:12","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/?page_id=92"},"modified":"2019-01-12T14:32:09","modified_gmt":"2019-01-12T13:32:09","slug":"untersuchungsplanung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/der-forschungsprozess-2\/der-forschungsprozess\/untersuchungsplanung\/","title":{"rendered":"Untersuchungsplanung 1: Studiendesigns"},"content":{"rendered":"<p>Als n\u00e4chster Schritt im Forschungsprozess, nach der Spezifikation der Fragestellung, Formulierung der zu pr\u00fcfenden Hypothesen, Operationalisierung der zu erfassenden Variablen, die hinsichtlich der G\u00fctekriterien zu pr\u00fcfen sind, wird endlich der Plan erstellt, aus dem der Ablauf der empirischen Pr\u00fcfung der Hypothesen hervorgeht. Dabei wird das Design der Studie festgelegt und den definierten Variablen werden Probanden, Erhebungsinstrumente und -bedingungen sowie Auswertungsverfahren zugewiesen.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #ee7d00\">Das Studiendesigns richtet sich nach der Fragestellung der Studie!<\/span><\/strong><\/p>\n<h2>Experimentelle Studie (auch: randomisierte kontrollierte Studie)<\/h2>\n<p>Ist eine wissenschaftliche Untersuchungsmethode, um kausale Aussagen treffen zu k\u00f6nnen (Ursache-Wirkungs-Beziehung). Die vermutete Ursache wird vom Versuchsleiter (VL) systematisch manipuliert und es wird die Auswirkung auf eine andere Variable erfasst. Dieser Studienplan hei\u00dft kontrolliert, weil neben der eigentlichen Experimentalgruppe (EG), in der die zu pr\u00fcfende Intervention durchgef\u00fchrt wird, eine weitere, sogenannte Kontrollgruppe (KG) ohne die Intervention parallel stattfindet. Bis auf die Intervention sind in beiden Gruppen dieselben Einflussfaktoren wirksam, d.h. alle Faktoren, die das Ergebnis neben der Intervention noch beeinflussen k\u00f6nnten, werden kontrolliert. Randomisiert hei\u00dft dieses Studiendesign, weil die Zuordnung der Studienteilnehmer per Zufall zu einer der jeweiligen Gruppen erfolgt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_487\" aria-describedby=\"caption-attachment-487\" style=\"width: 390px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/der-forschungsprozess-2\/der-forschungsprozess\/untersuchungsplanung\/rct\/#main\" rel=\"attachment wp-att-487\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-487\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/RCT-1024x421.png\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"164\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/RCT-1024x421.png 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/RCT-300x123.png 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/RCT-768x315.png 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/RCT.png 1444w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-487\" class=\"wp-caption-text\">Beispiel einer randomisierten kontrollierten Studie<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der \u201eGoldstandard\u201c einer medizinischen Interventionsstudie ist eine <span style=\"color: #ee7d00\">randomisierte kontrollierte Studie<\/span>. D.h. dass die Einteilung per Zufall (randomisiert) erfolgt und dass eine Kontrollgruppe gebildet wird (\u201ekontrollierte Studie\u201c). Dieses Studiendesign k\u00f6nnte ich einsetzen, wenn ich untersuchen m\u00f6chte, ob bei M\u00e4nnern mit hohem Wurstverzehr die Risikofaktoren f\u00fcr kardiovaskul\u00e4re Erkrankungen sinken, wenn ich die normale Wurst gegen fettreduzierte ballaststoffangereichte Wurstprodukte austausche.<\/p>\n<h3><strong>Quasiexperimentelle Studie<\/strong><\/h3>\n<p>Bei einer Quasiexperimentellen Studie wird die Einteilung in Gruppen nicht durch Randomisierung (per Zufall) vorgenommen. Stattdessen greift man z.B. auf schon vorhandene Gruppen zur\u00fcck.<\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2>Nichtexperimentelle Studien<\/h2>\n<p>Neben der experimentellen Studie sind weitere Studiendesigns zu nennen, die allerdings eine <span style=\"color: #ee7d00\">geringere Sicherheit auf Kausalinterpretationen bieten<\/span> und deshalb f\u00fcr die Wirksamkeitspr\u00fcfung einer Intervention weniger in Frage kommen. Dennoch k\u00f6nnen sie f\u00fcr andere Fragestellungen durchaus die Methode der Wahl sein. Sie werden als nichtexperimentelle, naturalistische oder Beobachtungsstudien bezeichnet. Damit wird ausgedr\u00fcckt, dass lediglich Variablen beobachtet und erfasst werden, ohne dass eine experimentelle Intervention eingef\u00fchrt wird.<\/p>\n<h3><strong>Querschnittstudie<\/strong><\/h3>\n<figure id=\"attachment_502\" aria-describedby=\"caption-attachment-502\" style=\"width: 390px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/der-forschungsprozess-2\/der-forschungsprozess\/untersuchungsplanung\/querschnitt\/#main\" rel=\"attachment wp-att-502\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-502\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/Querschnitt-1024x419.png\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"164\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/Querschnitt-1024x419.png 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/Querschnitt-300x123.png 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/Querschnitt-768x314.png 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/Querschnitt.png 1392w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-502\" class=\"wp-caption-text\">Beispiel einer Querschnittstudie<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bei <span style=\"color: #ee7d00\">Querschnittsstudien<\/span> wird eine \u201eMomentaufnahme\u201c gemacht, d.h. zu einem bestimmten Zeitpunkt findet eine Erhebung statt. Die Angaben beziehen sich also auf einen Messzeitpunkt, verglichen werden Untersuchungspersonen hinsichtlich der H\u00e4ufigkeit des Auftretens von bestimmten Faktoren. So k\u00f6nnte besipielsweise unter sucht werden, ob Menschen, die bereits an einer chronischen Erkrankung leiden, h\u00e4ufiger an Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen teilnehmen als die gesunde Allgemeinbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<h3><strong>Kohortenstudie<\/strong><\/h3>\n<figure id=\"attachment_509\" aria-describedby=\"caption-attachment-509\" style=\"width: 390px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/der-forschungsprozess-2\/der-forschungsprozess\/untersuchungsplanung\/kohorte\/#main\" rel=\"attachment wp-att-509\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-509\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/Kohorte-1024x345.png\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"135\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/Kohorte-1024x345.png 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/Kohorte-300x101.png 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/Kohorte-768x259.png 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/Kohorte.png 1439w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-509\" class=\"wp-caption-text\">Beispiel einer Kohortenstudie<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eine Kohorte ist eine Gruppe von Personen, die durch ein gemeinsames Ereignis verbunden sind (bspw. Einschulung im Jahr 1992) und dann im Rahmen von Studien untersucht werden, wie oft ein weiteres Ereignis (bspw. eine bestimmte Erkrankung) auftritt. In einer<span style=\"color: #ee7d00\"> Kohortenstudie<\/span> werden zwei (oder mehrere) Gruppen beobachtet, die verschiedenen Einfl\u00fcssen ausgesetzt sind. Mit einer Kohortenstudie k\u00f6nnte beispielsweise untersucht werden, ob Frauen die eine Hormonersatztherapie nehmen vor Osteoporose gesch\u00fctzt sind.<\/p>\n<h3><strong>Fall-Kontroll-Studie<\/strong><\/h3>\n<figure id=\"attachment_506\" aria-describedby=\"caption-attachment-506\" style=\"width: 390px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/der-forschungsprozess-2\/der-forschungsprozess\/untersuchungsplanung\/fallkontroll\/#main\" rel=\"attachment wp-att-506\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-506\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/Fallkontroll-1024x485.png\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/Fallkontroll-1024x485.png 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/Fallkontroll-300x142.png 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/Fallkontroll-768x364.png 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/files\/2017\/03\/Fallkontroll.png 1352w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-506\" class=\"wp-caption-text\">Beispiel einer Fall-Kontroll-Studie<\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"color: #ee7d00\">Fall-Kontroll-Studien<\/span> dienen der Erforschung von Risikogruppen. Bei diesem Verfahren wird eine Gruppe der Erkrankten (die \u201eF\u00e4lle\u201c) mit einer Gruppe der Gesunden (die \u201eKontrolle\u201c) dahingegen verglichen, ob sie r\u00fcckblickend (retrospektiv) einem Risikofaktor ausgesetzt waren. Beispielsweise k\u00f6nnte so untersucht werden, ob eine Infektion mit Humanen Papillomviren ein Risikofaktor f\u00fcr Geb\u00e4rmutterhalskrebs ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/der-forschungsprozess-2\/der-forschungsprozess\/\">zur \u00dcbersicht\u00a0<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/der-forschungsprozess-2\/der-forschungsprozess\/untersuchungskriterien\/\">zur\u00fcck<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/medsoz1\/der-forschungsprozess-2\/der-forschungsprozess\/untersuchungsplanung-2-stichprobenarten\/\"> n\u00e4chste Seite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als n\u00e4chster Schritt im Forschungsprozess, nach der Spezifikation der Fragestellung, Formulierung der zu pr\u00fcfenden Hypothesen, Operationalisierung der zu erfassenden Variablen, die hinsichtlich der G\u00fctekriterien zu pr\u00fcfen sind, wird endlich der Plan erstellt, aus dem der Ablauf der empirischen Pr\u00fcfung der Hypothesen hervorgeht. 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