{"id":3334,"date":"2026-02-18T23:25:01","date_gmt":"2026-02-18T22:25:01","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/mlu4career\/?p=3334"},"modified":"2026-02-27T13:11:18","modified_gmt":"2026-02-27T12:11:18","slug":"artikel-ueber-maren-eikerling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/mlu4career\/2026\/02\/artikel-ueber-maren-eikerling\/","title":{"rendered":"Interview mit Maren Eikerling"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/mlu4career\/files\/2026\/02\/image.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3335\" width=\"399\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/mlu4career\/files\/2026\/02\/image.png 542w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/mlu4career\/files\/2026\/02\/image-200x300.png 200w\" sizes=\"(max-width: 399px) 100vw, 399px\" \/><figcaption>\u00a9 M. Eikerling\/Universit\u00e4t Paderborn Kommunikation erfolgt \u00fcber das Schaffen eines gemeinsamen Aufmerksamkeitsfokus. Auf dem Bild sieht man Maren Eikerling in Interaktion mit einem Kindergartenkind.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Sprachentwicklung, Technologie, Bildung:<br>Maren Eikerlings Weg von der Praxis zur Wissenschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Maren Eikerling ist seit April 2025 Juniorprofessorin f\u00fcr Inklusion mit dem F\u00f6rderschwerpunkt Sprache an der Universit\u00e4t Paderborn, von 10\/2021 bis 09\/2024 war sie Postdoc an der MLU.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1) Skizzieren Sie kurz Ihren Werdegang und wie Sie zu Ihrer jetzigen Stelle gekommen sind: war es eine b<\/strong><strong>ewusste Entscheidung f<\/strong><strong>\u00fc<\/strong><strong>r die Wissenschaft?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Abitur wollte ich Sonderp\u00e4dagogik studieren. Dazu hatten mich unter anderem mehrere Praktika an einer F\u00f6rderschule mit dem F\u00f6rderschwerpunkt Sehen inspiriert. Doch kurz vor dem Beginn des Studiums war ich verunsichert. In den Medien wurde \u00fcber das sich durch die voranschreitende Inklusion ver\u00e4ndernde Berufsbild von Sonderp\u00e4dagog:innen berichtet. Ich entschied mich also f\u00fcr das Studium der Klinischen Linguistik an der Universit\u00e4t Bielefeld: auch in diesem zuk\u00fcnftigen Arbeitsumfeld w\u00fcrde ich in interprofessionellen Teams zusammenarbeiten und mit Kindern arbeiten k\u00f6nnen und ihre Entwicklung unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>An der Universit\u00e4t Bielefeld ebneten bereits vielf\u00e4ltige Erfahrungen den sp\u00e4teren Weg in praxisorientierte Forschung: regelm\u00e4\u00dfig machte ich Praktika in Kliniken und logop\u00e4dischen Praxen und arbeitete als studentische Mitarbeiterin u.a. im CITEC (Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie) und am Bielefelder Center for Education and Capability Research. Dort lernte ich auch die International Training Networks (ITN) der Sk\u0142odowska Curie Actions kennen, im Rahmen derer internationale Early Stage Researcher themenspezifisch promovieren. Nach dem Studium arbeitete ich zun\u00e4chst in einer logop\u00e4dischen Praxis, doch als ich \u00fcber einen Verteiler die Ausschreibung f\u00fcr eine Promotionsstelle im Rahmen des EU-gef\u00f6rderten MultiMind ITN erhielt, bewarb ich mich auf eine Projektstelle am Istituto di Ricerca Eugenio Medea in Norditalien. In diesem interdisziplin\u00e4ren Netzwerk, das sich mit Mehrsprachigkeit in sozialen Lern- und Entwicklungsprozessen befasst fertigte ich meine Doktorarbeit an. Ich untersuchte, wie digitale Umgebungen als unterst\u00fctzende Ressource in der Sprachdiagnostik genutzt werden k\u00f6nnen. In der Entwicklung, Erprobung und Validierung einer Screening-Plattform legte ich ein besonderes Augenmerk auf die sprachlich-kulturellen Ressourcen von Lehrenden und Lernenden: ein gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Grad an Automatisierung erm\u00f6glicht die Erfassung aller Sprachen eines mehrsprachigen Kindes, das sprachdiagnostisch untersucht wird, ohne, dass der:die Diagnostiker:in dieser Sprache selbst m\u00e4chtig sein muss. Im MultiMind ITN war ich in engem Kontakt mit weiteren internationalen Wissenschaftler:innen, besuchte Tagungen und Summer Schools und lernte \u00fcber sogenannte Secondments weitere Arbeitsumfelder kennen, darunter bspw, das interdisziplin\u00e4re Forschungslabor HOC-LAB am Politecnico Mailand, wo u.a. Forschungsarbeiten zu technologiegest\u00fctzter Sprachtherapie durchgef\u00fchrt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Promotion war entscheidend f\u00fcr meine Ausrichtung auf transdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit und die Entwicklung von anwendbaren L\u00f6sungen im Bereich der Sprachdiagnostik, -therapie und -f\u00f6rderung. Mit dieser Motivation begann ich meine PostDoc-Stelle als Teamleitung im BMBF-gef\u00f6rderten Projekt SprachNetz \u201eDigitales Netzwerk Sprache, Bildung, F\u00f6rderung\u201c an der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg. In der Phase der Transition von Doktorandin zu PostDoc und in der Orientierung im deutschen Wissenschaftssystem profitierte ich sehr vom informellen Austausch in fachlichen Netzwerken, Coachings (finanziert durch das FEM POWER Projekt) und UNIBUND-Mentoring der MLU. Im Rahmen entsprechender Reflexions- und Entwicklungsr\u00e4ume setzte ich mich auch mit meinen W\u00fcnschen und Erwartungen f\u00fcr die weitere Karriere auseinander. Daf\u00fcr waren auch Lehrerfahrungen an der MLU sowie die Mitarbeit in Arbeitsgruppen zur Weiterentwicklung der Studieng\u00e4nge \u201eLehramt an F\u00f6rderschulen\u201c pr\u00e4gend, um sich mit Anforderungen an eine praxisnahe und forschungsgeleitete Lehrkr\u00e4ftebildung auseinanderzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben meiner praktischen Arbeit im Ambulatorium f\u00fcr Sprachtherapie der MLU sowie der Entwicklung und Durchf\u00fchrung unterschiedlicher Formate (regelm\u00e4\u00dfige Veranstaltungen, Lehr-Lernformate, M\u00f6glichkeiten f\u00fcr fallbezogenen Austausch) im Rahmen des SprachNetz-Projekts baute ich mein internationales und transdisziplin\u00e4res Netzwerk weiter aus. Ich \u00fcbernahm auch Lehrauftr\u00e4ge an verschiedenen Universit\u00e4ten und bot Seminare im Bereich der Lehrkr\u00e4ftebildung an. Derzeit setze ich diese Arbeit in Lehre und Forschung an der Universit\u00e4t Paderborn fort, wo ich seit April 2025 als Juniorprofessorin f\u00fcr Inklusion mit dem F\u00f6rderschwerpunkt Sprache bin. In meinen Lehrveranstaltungen bringe ich fachliche Grundlagen zu heterogenen Sprachentwicklungsverl\u00e4ufen und diesbez\u00fcglicher Beratung mit praktischen Herausforderungen des inklusiven Bildungssystems in einen Zusammenhang.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Verlauf meiner Juniorprofessur sieht vor, dass ich zun\u00e4chst befristet f\u00fcr drei Jahre diese Stelle bekleide und daraufhin eine sogenannte Zwischenevaluation erfolgt. Dazu wurden im Anschluss an die Berufung Evaluationskriterien vereinbart. Diese dienen als Orientierung und bieten mir eine Perspektive \u2013 werden diese erf\u00fcllt, werde ich diese Stelle f\u00fcr weitere drei Jahre aus\u00fcben k\u00f6nnen. Am Abschluss des sogenannten Tenure Tracks steht die Endevaluation, bevor meine Juniorprofessur in eine W2-Professur \u00fcberf\u00fchrt wird. Diese Anforderungen bieten konkrete Aussichten und werden gleichzeitig gelegentlich begleitet von einem Gef\u00fchl von Leistungs- bzw. Performancedruck. Neben den Ressourcen von Netzwerken, Mentoring und Coachings helfen mir auch Wochenend- und Feierabendroutinen mit Hobbies, Freund:innen und Familie. Dabei ist allerdings nicht auszuschlie\u00dfen, dass ich meine Familie um die Einsch\u00e4tzung der Sprachspezifit\u00e4t sogenannter Nichtw\u00f6rter bitte oder ich anhand kleiner sprachlicher Besonderheiten von Kindern linguistische Ph\u00e4nomene erl\u00e4utere.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2) <\/strong><strong>Wenn Sie noch mal von vorne anfangen k<\/strong><strong>\u00f6<\/strong><strong>nnten, was w<\/strong><strong>\u00fc<\/strong><strong>rden Sie anders machen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnte ich noch einmal von vorne anfangen, so h\u00e4tte ich gern an einem Universit\u00e4tsstandort studiert, an dem ich sowohl Sprachtherapie als auch Lehramt f\u00fcr sonderp\u00e4dagogische F\u00f6rderung mit dem F\u00f6rderschwerpunkt Sprache h\u00e4tte studieren k\u00f6nnen. Ich sch\u00e4tze nicht nur die jeweiligen Studienst\u00e4tten an sich, sondern vor allem die M\u00f6glichkeit, diese Systeme verkn\u00fcpfter zu erleben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3) <\/strong><strong>Drei Empfehlungen an akademisch junge Wissenschaftler*innen <\/strong><strong>\u2013<\/strong><strong> was sollten sie unbedingt tun?<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>einen Auslandsaufenthalt planen \u2013 das hat mir einfach ganz neue Perspektiven er\u00f6ffnet und Herangehensweisen gezeigt<\/li><li>Netzwerke nutzen, aufsuchen und gestalten \u2013 ich darf h\u00e4ufig mit sehr aufgeschlossenen und freundlichen Personen zusammenarbeiten und habe u.a. \u00fcber die Teilnahme an Mentoringprogrammen gelernt, proaktiv auf andere Wissenschaftler:innen bzw. Kolleg:innen zuzugehen, wovon ich noch immer sehr profitiere<\/li><li>Pausen einlegen und Netzwerk an Unterst\u00fctzer:innen aufbauen: Es kann w\u00e4hrend Promotion und PostDoc zu sehr angespannten Phasen kommen. Meine Empfehlung ist, Pausen (Essensverabredungen, Hobbies) fest einzuplanen und gut mit Kolleg:innen und Freund:innen dar\u00fcber im Austausch zu sein, wenn etwas nicht gut l\u00e4uft. Unis bieten in der Regel niederschwellig Anlaufstellen f\u00fcr externen Support.<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sprachentwicklung, Technologie, Bildung:Maren Eikerlings Weg von der Praxis zur Wissenschaft Maren Eikerling ist seit April 2025 Juniorprofessorin f\u00fcr Inklusion mit dem F\u00f6rderschwerpunkt Sprache an der Universit\u00e4t Paderborn, von 10\/2021 bis 09\/2024 war sie Postdoc an der MLU. 1) Skizzieren Sie kurz Ihren Werdegang und wie Sie zu Ihrer jetzigen Stelle gekommen sind: war es eine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6305,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/mlu4career\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3334"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/mlu4career\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/mlu4career\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/mlu4career\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6305"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/mlu4career\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3334"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/mlu4career\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3334\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3366,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/mlu4career\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3334\/revisions\/3366"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/mlu4career\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3334"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/mlu4career\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3334"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/mlu4career\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3334"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}