{"id":163,"date":"2020-07-24T10:50:10","date_gmt":"2020-07-24T08:50:10","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/?p=163"},"modified":"2020-07-24T10:50:11","modified_gmt":"2020-07-24T08:50:11","slug":"rezension-der-online-ausstellung-ueber-die-hoehle-von-lascaux-in-frankreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/2020\/07\/rezension-der-online-ausstellung-ueber-die-hoehle-von-lascaux-in-frankreich\/","title":{"rendered":"Rezension der Online-Ausstellung \u00fcber die H\u00f6hle von Lascaux in Frankreich"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"502\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Auftaktseite-1024x502.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-164\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Auftaktseite-1024x502.jpg 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Auftaktseite-300x147.jpg 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Auftaktseite-768x376.jpg 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Auftaktseite-1536x753.jpg 1536w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Auftaktseite-1380x676.jpg 1380w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Auftaktseite.jpg 1900w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p> H\u00f6rt man den Namen der H\u00f6hle von Lascaux, denkt man sofort an die Steinzeit und alte und verwitterte Felszeichnungen. Was man vielleicht nicht erwartet, was einem aber dennoch auf  der Internetseite dieses H\u00f6hlenschatzes in der Gascogne unweit von Bordeaux in Frankreich<br>begegnet, ist eine bemerkenswerte Kombination aus steinzeitlicher und moderner Technik. Obwohl seit den 1980er Jahren die originalen Zeichnungen nicht mehr f\u00fcr Besucher zug\u00e4nglich sind, gibt es seit 2014 die M\u00f6glichkeit, sie vom Schreibtisch, Sofa oder Bett aus virtuell zu besuchen, ohne sich die M\u00fche machen zu m\u00fcssen, nach Frankreich zu fahren. In dieser Rezension werde ich Sie durch den Onlineauftritt und die 3D-animierte Tour der H\u00f6hle von Lascaux f\u00fchren, um Sie anzuregen, sich doch einmal selbst auf diese virtuelle Reise zu begeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Da wir uns in diesem Seminar \u00fcberwiegend mit Geschichts- oder Kunstmuseen besch\u00e4ftigen, habe ich mir \u00fcberlegt, eine andere Art von Museum anzusehen. Nun ist die H\u00f6hle von Lascaux ein besonderes Museum, denn sein Ausstellungsort ist auch gleichzeitig das Hauptaus-stellungsst\u00fcck. Daher kann es nicht einfach wie andere Arch\u00e4ologie-, Geschichts- oder Kunstmuseen seine Exponate mit relativ geringem Aufwand abfotografieren und auf einer Internetseite pr\u00e4sentieren. Das verhindert allein schon die nat\u00fcrliche Lage, Gr\u00f6\u00dfe und Struktur der H\u00f6hle. Was haben nun die Verantwortlichen von Lascaux daraus gemacht?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"890\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Kapitel\u00fcbersicht-1024x890.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-165\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Kapitel\u00fcbersicht-1024x890.jpg 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Kapitel\u00fcbersicht-300x261.jpg 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Kapitel\u00fcbersicht-768x667.jpg 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Kapitel\u00fcbersicht.jpg 1069w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><em>Die Kapitel des Onlineauftritts der H\u00f6hle von Lascaux<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mit einer H\u00f6hle verbinden wir h\u00e4ufig Dunkelheit sowie Schwierigkeiten beim Zugang und mit der Orientierung. Dieses Problem hat das <em>Mus\u00e9e d\u2019Arch\u00e9ologie Nationale<\/em>, das neben dem franz\u00f6sischen Kulturministerium das Projekt unterst\u00fctzt, jedoch beeindruckend gut gel\u00f6st, denn wenn man die viersprachige Webseite aufruft (<a href=\"https:\/\/archeologie.culture.fr\/lascaux\/fr\">https:\/\/archeologie.culture.fr\/lascaux\/fr<\/a>), empf\u00e4ngt einen gleich auf der Auftaktseite ein Video, das alle Zeichnungen aus n\u00e4chster N\u00e4he zeigt. Diese seit 2014 existierende 3D-Modellierung der Wandmalereien ist eine virtuelle Tour durch die H\u00f6hle, bei der man die aus der Jungsteinzeit stammenden Zeichnungen aus unter-schiedlichen Perspektiven betrachten kann. Dar\u00fcber hinaus gibt es, \u00fcber die Startseite oder das Men\u00fc erreichbar, sechs bzw. f\u00fcnf (je nach Sprache) thematisch geordnete Kapitel verschiedener wissenschaftlicher Fachbereiche, die sich unter anderem mit der Geologie, den Maltechniken, der Fundgeschichte und der modernen Forschung besch\u00e4ftigen. Hierbei sei darauf hingewiesen, dass vor allem die franz\u00f6sische und englische Version ausf\u00fchrlicher sind als die deutsche und spanische. Diese thematisch angeordneten Kapitel erfassen sehr detailliert den geographischen, geologischen, arch\u00e4ologischen und kunsthistorischen Kontext der Malereien und nutzen Bilder, Karten, Fotos und Animationen zur Veranschaulichung. Dieser Aufbau entspricht den Bereichen, deren Wissen und Methoden Arch\u00e4ologen bei der Untersuchung eines Fundes heranziehen. Der Besucher erh\u00e4lt auf diese Weise nicht nur Informationen, sondern auch einen faszinierenden Einblick in deren Arbeitswelt. Neben den Erkl\u00e4rungen zu Lascaux verweisen diese Kapitel noch auf \u00e4hnliche Museen und H\u00f6hlen in der Umgebung, die zum gr\u00f6\u00dften Teil auch online besucht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"916\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Unterkapitel-I-1024x916.jpg\" alt=\"\" data-id=\"166\" data-full-url=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Unterkapitel-I.jpg\" data-link=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/?attachment_id=166\" class=\"wp-image-166\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Unterkapitel-I-1024x916.jpg 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Unterkapitel-I-300x268.jpg 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Unterkapitel-I-768x687.jpg 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Unterkapitel-I.jpg 1038w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" width=\"1005\" height=\"904\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Unterkapitel-II.jpg\" alt=\"\" data-id=\"167\" data-full-url=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Unterkapitel-II.jpg\" data-link=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/?attachment_id=167\" class=\"wp-image-167\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Unterkapitel-II.jpg 1005w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Unterkapitel-II-300x270.jpg 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_Unterkapitel-II-768x691.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1005px) 100vw, 1005px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><figcaption class=\"blocks-gallery-caption\"><em>Beispiel f\u00fcr das Kapitel Environnement (Umwelt)<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Wie man schon am Aufbau und am Detailreichtum der Kapitel erkennen kann, hat der Internetauftritt einen betont informativ-wissenschaftlichen und damit bewusst keinen sensationsorientierten Charakter. In jeder der vier Sprachen werden die Wissensbereiche kurz und pr\u00e4zise eingef\u00fchrt, sodass der Besucher keine Vorkenntnisse ben\u00f6tigt, um den Inhalt zu verstehen. Dennoch gibt es nur im Franz\u00f6sischen Erkl\u00e4rungshilfen, die bestimmte Fachw\u00f6rter f\u00fcr Laien verst\u00e4ndlich erl\u00e4utern. Die Online-Ausstellung ist an Arch\u00e4ologie interessierte Jugendliche oder Erwachsene  gerichtet, die sich Zeit f\u00fcr den Besuch nehmen, da man viel lesen muss und sich nicht schnell durch verschiedene, abfotografierte Objekte klicken kann. Die vielen unterschiedlichen Medien, die in jedem Kapitel eingesetzt werden, helfen einem jedoch gut dabei, sich das eben erkl\u00e4rte bildlich vorzustellen. Man kann, z.B. dank einer Animation, in der Schritt f\u00fcr Schritt die Zeichnungen entstehen, sehen und verstehen, wie die Menschen in der Steinzeit ihre Umwelt, ihren Alltag und ihre Glaubensvorstellungen in Bilder verwandelt haben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"711\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_M\u00e9dias-et-Ressources-1024x711.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-168\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_M\u00e9dias-et-Ressources-1024x711.jpg 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_M\u00e9dias-et-Ressources-300x208.jpg 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_M\u00e9dias-et-Ressources-768x533.jpg 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/07\/Lascaux_M\u00e9dias-et-Ressources.jpg 1240w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Internetseite l\u00e4sst sich technisch sehr einfach bedienen, und auch f\u00fcr die virtuelle H\u00f6hlenf\u00fchrung ben\u00f6tigt man keine spezielle Software.  Zus\u00e4tzlich zu den verschiedenen Bildmedien in den Kapiteln gibt es noch eine Materialsammlung, in der unterschiedliche Objekte und Medien ausgew\u00e4hlt und vergr\u00f6\u00dfert betrachtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist eindrucksvoll zu erfahren, was heutzutage dank moderner Digitalisierungs- und Dokumentierungstechniken alles m\u00f6glich ist. Am Beispiel der H\u00f6hle von Lascaux zeigt sich, dass man nicht mehr nur einzelne kleine Objekte, sondern eben auch ganze H\u00f6hlen digitalisieren kann. Auf diese Weise l\u00e4sst sich die Steinzeit auf neuartige und bequeme Weise entdecken. Das einzige Manko ist der betont wissenschaftliche Onlineauftritt, der ungeduldige j\u00fcngere aber auch \u00e4ltere Besuchergruppen mit seiner Vielfalt und Struktur eventuell \u00fcberfordert. Dennoch sei jedem empfohlen, diese Internetseite zu besuchen, denn so schnell und leicht kann man sich sonst keine jungsteinzeitlichen Malereien nicht nur ansehen, sondern auch gut nachvollziehbar erkl\u00e4ren lassen &#8211; vor allem nicht, wenn sie fast 1500 Kilometer vom eigenen Wohnort entfernt liegen und noch dazu in einer H\u00f6hle versteckt sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Hier geht es zur Webseite der H\u00f6hle von Lascaux: <a href=\"https:\/\/archeologie.culture.fr\/lascaux\/fr\">https:\/\/archeologie.culture.fr\/lascaux\/fr<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00f6rt man den Namen der H\u00f6hle von Lascaux, denkt man sofort an die Steinzeit und alte und verwitterte Felszeichnungen. Was man vielleicht nicht erwartet, was einem aber dennoch auf der Internetseite dieses H\u00f6hlenschatzes in der Gascogne unweit von Bordeaux in Frankreichbegegnet, ist eine bemerkenswerte Kombination aus steinzeitlicher und moderner Technik. 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