{"id":789,"date":"2020-10-14T19:13:29","date_gmt":"2020-10-14T17:13:29","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/?p=789"},"modified":"2020-10-14T19:13:30","modified_gmt":"2020-10-14T17:13:30","slug":"lemo-lernen-hilfreich-oder-didaktischer-mumpitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/2020\/10\/lemo-lernen-hilfreich-oder-didaktischer-mumpitz\/","title":{"rendered":"LeMO-Lernen &#8211; Hilfreich oder didaktischer Mumpitz?"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"495\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt5-1024x495.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-796\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt5-1024x495.png 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt5-300x145.png 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt5-768x371.png 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt5.png 1350w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Das Lebendige Museum Online fokussiert, wie schon in einem anderen Blogbeitrag erw\u00e4hnt, sehr stark seinen didaktisch-bildenden Auftrag, im Speziellen durch den Reiter Lernen. Im Folgenden wollen wir betrachten, wie dies geschieht und ob die von LeMO bereitgestellten Materialien und Ideen sinnvoll sind. Wir widmen uns zun\u00e4chst der Beschreibung der vorgefundenen Materialien und werden diese anschlie\u00dfend auf ihre Sinnhaftigkeit aus didaktischer Perspektive hin \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleich zu Beginn sei darauf verwiesen, dass auch die Lehrmaterialien wieder in die beiden Museen Deutsches Historisches Museum und Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland unterteilt sind. Gleich zu Beginn wird vom Projekt selber beschrieben, was mit den Materialien erreicht werden soll und f\u00fcr wen sie erstellt wurden. Nach diesen kurzen einleitenden S\u00e4tzen beginne ich nun mit der Beschreibung der Lehrmaterialien des Deutschen Historischen Museums.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"496\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt-1024x496.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-797\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt-1024x496.png 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt-300x145.png 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt-768x372.png 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt.png 1349w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Klicken wir auf den Reiter dieser Lehrmaterialien, so werden wir auf eine andere Seite weitergeleitet. Hier finden wir recht offensichtlich mehrere Themenbereiche (z.B. Kunst und Zensur, Gleichberechtigung, Farbe bekennen) die jeweils angeklickt werden k\u00f6nnen und wieder auf eine andere Seite verweisen. Sehr interessant ist, dass es sich hierbei nicht um Lehrmaterialien handelt, sondern dass diese Abschnitte eher in den Bereich der Themen, die es auch auf der Internetseite gibt, passen w\u00fcrden. Warum diese Einteilung so gew\u00e4hlt wird, ist fraglich und wird vom Projekt selber nicht erkl\u00e4rt. Widmen wir uns nun einer der Themenbereiche, so landen wir auf einer Seite, die zum jeweiligen Themenbereich durch die Geschichte hindurch verschiedene Informationstexte sowie Quellen bereith\u00e4lt. Au\u00dferdem gibt es ganz zum Schluss noch sogenannte Lese- und Medientipps f\u00fcr weiterf\u00fchrende Informationen. Didaktisch ist dies noch nicht atemberaubend aufgearbeitet, die Lehrperson muss hier noch viel Arbeit hineinstecken, um zu filtern, was f\u00fcr seine oder ihre Lerngruppe wichtig und n\u00fctzlich ist. Nat\u00fcrlich ist das auch Aufgabe der Lehrkraft, ein bisschen Unterst\u00fctzung seitens des Internetauftritts w\u00e4re trotzdem w\u00fcnschenswert gewesen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"494\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt2-1024x494.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-801\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt2-1024x494.png 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt2-300x145.png 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt2-768x371.png 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt2.png 1351w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Schauen wir nun zur\u00fcck auf die Hauptseite der didaktischen Materialien des Deutsche Historischen Museums. Abseits der etwas deplatziert wirkenden Themenbereiche finden sich auch Unterrichtsmaterialien. Die Gestaltung ist etwas fad im Vergleich zu den Themen, es sind nur ein paar Zwischen\u00fcberschriften mit Links zu PDF-Dateien. Gleich die erste ist recht wichtig, da diese aufzeigt, welches Lehrkonzept das Deutsche Historische Museum verfolgt. Au\u00dferdem werden Angebote f\u00fcr Schulklassen aufgezeigt und sogar Weiterbildungsseminare f\u00fcr LehrerInnen angeboten. Des Weiteren werden F\u00fchrungen f\u00fcr verschiedene Anspr\u00fcche (z.B. in Geb\u00e4rdensprache, in einfacher Sprache) geboten. Dies alles wird sehr ausf\u00fchrlich geschildert. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Darunter gibt es zwei Links zum interaktiven digitalen Angebot und ein Begleitheft zur Dauerausstellung, diese funktionieren jedoch nicht. Der darunter zu findende Punkt ist dann endlich f\u00fcr Lehrende wichtig, da sich hier f\u00fcr diese Materialien finden. Diese unterteilen sich wie folgt: Orientierungskurse (Nationalsozialismus und Nachkriegszeit), Integrations- und Elternkurse (In Deutschland &#8211; Staatsb\u00fcrger sein) Willkommensklassen (Graben, planen, bauen) und Fr\u00fche Sachbildung (Wir sammeln Dinge). Alles wieder als PDF-Dateien verf\u00fcgbar. Diese \u00e4hneln Brosch\u00fcren, sind jedoch sehr ausf\u00fchrlich gestaltet, umfassen ausf\u00fchrliche Ausf\u00fchrungen zu den p\u00e4dagogisch-didaktischen Hintergr\u00fcnden der Kurse und Aufgaben, die mithilfe der Ausstellungen gel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Wichtig ist, dass sich gerade die letzten beiden vor allem an Grundsch\u00fclerInnen richten. Der letzte Punkt auf der Seite bildet die Brosch\u00fcre zur F\u00fchrung in leichter Sprache.<\/p>\n\n\n\n<p>Und damit ist der didaktische Teil des Deutschen Historischen Museums abgehakt. Widmen wir uns also nun dem Lehr- und Lernmaterial der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Diese Seite ist ganz anders aufgebaut als die des Deutschen Historischen Museums. Gleich zu Beginn findet der Besucher einen Informationstext, was auf der Seite zu finden ist. Die Materialien sind aus vier verschiedenen Ausstellungen zusammengetragen: Haus der Geschichte in Bonn, Zeitgeschichtliches Forum Leipzig, Tr\u00e4nenpalast und Museum in der Kulturbrauerei in Berlin. Au\u00dferdem gehen die Museen, anders als das Deutsche Museum,\u00a0 in ihren Materialien nicht von der ganzen Ausstellung aus, sondern sie nehmen einzelne Objekte als Ausgangsquelle f\u00fcr ihre Ausf\u00fchrungen. Es gibt auch eine Einf\u00fchrung, was LeMO-Lernen \u00fcberhaupt ist und wie man damit umgehen soll. Kurz dazu: Die Lehrmaterialien orientieren sich, so die Ausf\u00fchrungen des LeMO, an den Lehrpl\u00e4nen in Deutschland. Sie seien sowohl f\u00fcr den Einstieg wie auch f\u00fcr die Vertiefung geeignet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"454\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt1-1024x454.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-798\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt1-1024x454.png 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt1-300x133.png 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt1-768x341.png 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt1.png 1351w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Unter der Verlinkung zur Ausf\u00fchrung findet der geneigte Leser eine Suchmaske, durch die er, durch die ihr gezielt nach Materialien suchen k\u00f6nnt. Suchparadigmen sind: Zielgruppe (bis jetzt gibt es aber nur die Altersgruppe ab 15), Museum (die schon weiter oben genannten vier) und das Thema. Unter dieser Suchmaske sind dann verschiedene schon vorausgew\u00e4hlte Quellen, die man nutzen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Soweit erstmal zum Aufbau der Lehr-\/Lernmaterial-Seite der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Widmen wir uns nun noch kurz der Aufarbeitung der einzelnen Arbeitsmaterialien f\u00fcr die Quellen. Beispielhaft picken wir uns die Kennedy-Rede in Berlin heraus; der Aufbau l\u00e4sst sich aber auch auf alle anderen Materialien \u00fcbertragen. Zun\u00e4chst finden wir einen kurzen Einf\u00fchrungstext, der die Quelle in ihren Kontext einordnet. Anschlie\u00dfend differenziert LeMO-Lernen die Arbeit mit der Quelle in zwei Bereiche: zum einen die Integration in den Unterricht, zum anderen die Auseinandersetzung mit der Ausstellung vor Ort. Zum ersten: hier f\u00e4llt zun\u00e4chst auf, dass das Lebendige Museum Online genaue Aufgabenstellungen gibt, die sich noch dazu an die Vorgaben der Lehrpl\u00e4ne und verschiedenen (geisteswissenschaftlichen) Didaktiken orientieren, indem g\u00e4ngige, alle drei Anforderungsbereiche abdeckende Operatoren genutzt werden. Die dazu ausformulierten Aufgabenstellungen sind so formuliert, dass sie als Empfehlung gelesen werden k\u00f6nnen. Des Weiteren finden sich in den Aufgabenstellungen Querverweise zu anderen geschichtlichen Ereignissen und Abschnitten, mit denen weiterf\u00fchrend gearbeitet werden kann. Schlussendlich, auch das ist vorbildlich, werden auch Kompetenzen beziehungsweise wird im konkreten Beispiel eine Kompetenz (Medienkompetenz) angegeben, die mit der Quelle und den dazugeh\u00f6rigen Aufgaben gef\u00f6rdert werden kann. Diese Angabe findet sich aber nicht bei allen Quellen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"458\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt3-1024x458.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-802\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt3-1024x458.png 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt3-300x134.png 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt3-768x344.png 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt3.png 1348w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Kommen wir nun zum letzten Punkt der Arbeitsmaterialien: der Arbeit mit den Quellen direkt beim Museumsbesuch. Diese geht vor allem von der Kontextualisierung in der Ausstellung aus und stellt dahingehend die Fragen beziehungsweise gibt Anreize f\u00fcr die Lehrkraft, die Kinder dahingehend arbeiten zu lassen. Vielmehr l\u00e4sst sich hierzu nicht sagen. Die Operationalisierung der Aufgabenstellungen fehlt, genauso wie der Hinweis auf die gef\u00f6rderte\/zu f\u00f6rdernde Kompetenz. An der rechten Seite findet sich noch eine \u00dcbersicht, f\u00fcr welche Altersgruppe das Lehrmaterial geeignet ist, zu welchen Themen es geh\u00f6rt und welches Museum besucht werden muss, um die Aufgaben l\u00f6sen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"450\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt4-1024x450.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-803\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt4-1024x450.png 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt4-300x132.png 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt4-768x337.png 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/museumvirtuell\/files\/2020\/10\/Unbenannt4.png 1348w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wer es bis jetzt durchgehalten hat wei\u00df nun, was ihn bei LeMO Lernen im Allgemeinen und auf den Seiten der beiden Museen im Einzelnen erwartet. Doch gerade f\u00fcr Lehramtsanf\u00e4nger kann es durchaus schwierig sein, den didaktischen und p\u00e4dagogischen Wert der gegebenen Materialien einzusch\u00e4tzen. Deshalb soll dies in den folgenden Abschnitten von mir \u00fcbernommen werden, um so eure Entscheidung etwas zu erleichtern. Nat\u00fcrlich ist es unabdinglich, sich immer selbst ein Bild zu machen und eine Entscheidung zu treffen, dies ist lediglich eine pers\u00f6nliche Einsch\u00e4tzung.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst einmal ist festzuhalten, dass die Seiten von ganz unterschiedlicher Qualit\u00e4t sind und ihren Fokus durchaus auch anders setzen. Das soll nicht hei\u00dfen, dass das eine besser und das andere schlechter ist. Vielmehr sollte der Lehrer\/die Lehrerin immer im Hinterkopf behalten, was sie mit seiner\/ihrer Lerngruppe vorhat. Soll eher mit einer gesamten Ausstellung gearbeitet werden, so bieten sich wohl die Arbeitsmaterialien des Deutschen Historischen Museums an. Soll gezielt mit einer Quelle gearbeitet werden, die dann in einen Kontext eingeordnet wird, so wird man als Lehrkraft eher bei der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland f\u00fcndig. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber der Reihe nach. Auch jetzt werde ich wieder nach und nach vorgehen, mich also zuerst dem Historischen Museum widmen und dann der Stiftung Haus der Geschichte. Bei ersterem wird die Kontextualisierung der Materialien gleich mitgeliefert. indem die Materialien den unterschiedlichen Kursen, die oben schon erw\u00e4hnt wurden, zugeordnet werden. In unteren Jahrg\u00e4ngen, die ja auch gerade mit den letzten beiden Bereichen angesprochen werden, ist das vielleicht noch ad\u00e4quat. Doch gerade in den oberen Schuljahrg\u00e4ngen sollte die Kontextualisierung von den Sch\u00fclerInnen selbst vollzogen werden, denn so findet ein Wissenstransfer statt und die Lernenden \u00fcben das Denken in gr\u00f6\u00dferen Zusammenh\u00e4ngen. Hier besteht meiner Meinung nach Nachholbedarf, gerade weil das Deutsche Historische Museum einen langen Teil der deutschen Geschichte abdeckt und gerade auch hier das Erkennen von Zusammenh\u00e4ngen extrem wichtig ist, um j\u00fcngere Entwicklungen verstehen zu k\u00f6nnen. Auch wenn man die Aufgaben in den Brosch\u00fcren betrachtet, sind diese etwas repetitiv und eint\u00f6nig, da sie meistens aus \u201eSuche dies!\u201c \u201eWas sieht man da?\u201c bestehen. Auch wenn J\u00fcngere die angesprochene Zielgruppe sind, sollten die Aufgaben diesen doch ein wenig mehr zu trauen und weniger zu \u201eHol-und Bring\u201c-Boteng\u00e4ngen ausarten. Die vorgegebenen Themen als letzter hier zu besprechender Punkt sind an sich gut, da hier \u00fcber Zeitepochen hinweg \u201euniversale\u201c Probleme dargestellt werden. Jedoch passiert dies nicht in einem didaktisch aufbereiteten Rahmen, die Lehrperson muss hier selbst noch Arbeit reinstecken, um diesen Teil angemessen zu vermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz anders, und hier bin ich vielleicht doch etwas zu subjektiv, pr\u00e4sentiert sich die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Hier merkt man, dass hinter der Aufbereitung der Lehrmaterialien ein p\u00e4dagogisches und didaktisches Konzept steckt, welches sich stark an aktuellen Standards orientiert und f\u00fcr das durchaus auch der ein oder andere Lehrplan konsultiert wurde. Wir finden in den Materialen Operatoren, die den momentanen Anforderungsbereichen entsprechen und so den Stand der Didaktik widerspiegeln. Daneben bieten viele Arbeitsmaterialien zus\u00e4tzlich eine Kompetenz, die durch die Auseinandersetzung mit der Quelle gef\u00f6rdert wird. Auch dies ist ein Beweis daf\u00fcr, dass sich dieser Teil des LeMO-Lernens auf dem aktuellen Stand der Forschung (zumindest der im Alltag angekommenen, an den Schulen Einzug gehaltenen Forschung) befindet. Zus\u00e4tzlich besch\u00e4ftigen sich die Kinder nicht losgel\u00f6st mit der Quelle, vielmehr wird diese in ihren Kontext eingebettet und es werden Querbez\u00fcge zu anderen Quellen hergestellt. Dies wird aber nicht durch die Lehrmaterialien vorgegeben, sondern interaktiv durch die Aufgabenstellungen herbeigef\u00fchrt. Ein weiterer Pluspunkt: Neben der Nutzung des Lebendigen Museums Online bietet die Stiftung Haus der Geschichte des Weiteren auch Aufgaben f\u00fcr die Nutzung der Museen vor Ort, wenn auch in reduziertem Rahmen. Bei allem handelt es sich aber nur um Vorschl\u00e4ge, die die Seite macht, die schlussendliche Entscheidung \u00fcber den Lerngegenstand und der Art der Auseinandersetzung mit diesem liegt immer bei der Lehrperson.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt die benutzerfreundliche Gestaltung der Seite, die jedem neuen Besucher die M\u00f6glichkeit bietet, sich schnell zu orientieren. Eine erstellte Anleitung bietet die M\u00f6glichkeit, sich angewiesen auf der Seite zurechtzufinden, die Suchmaske hilft, gezielt nach Material zu suchen. Einziges Problem dabei: die Altersgruppen sind bis jetzt nicht differenziert. Es gibt nur die Altersgruppe ab 15. Hier w\u00e4re eindeutig Nachholbedarf, um den Lehrenden zu erm\u00f6glichen, auch die j\u00fcngere Geschichte in einem angemessenen didaktisch-p\u00e4dagogischen Rahmen einer jungen Lerngruppe n\u00e4her zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Lohnt es sich nun als Lehrperson, ein Auge auf das Lebendige Museum Online und im Speziellen auf sein Lernangebot zu werfen? Ich w\u00fcrde sagen ja. Denn wir haben es hier mit einem differenzierten Angebot zu tun, welches zum einen das Museum als Ort des Lernens in den Fokus r\u00fcckt, zum anderen aber auch losgel\u00f6st davon gute Ideen f\u00fcr den Unterricht bereith\u00e4lt. Das Deutsche Historische Museum besitzt in seinem didaktischen Angebot gegen\u00fcber der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik noch einige Schw\u00e4chen und auch die Stiftung kommt nicht fehlerfrei davon. Doch alles in allem findet sich hier ein Angebot, hinter dem ein Konzept steckt, welches sich durchaus an aktuellen Forschungsmeinungen orientiert und an aktuelle Lehrpl\u00e4ne angelehnt ist. So k\u00f6nnen sich Lehrkr\u00e4fte hier durchaus Ideen holen, wenn auch das letzte Wort bei euch und mir liegt und ihr immer eure eigene Expertise mit einbringen solltet, um die Sinnhaftigkeit solcher Angebote einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Lebendige Museum Online fokussiert, wie schon in einem anderen Blogbeitrag erw\u00e4hnt, sehr stark seinen didaktisch-bildenden Auftrag, im Speziellen durch den Reiter Lernen. Im Folgenden wollen wir betrachten, wie dies geschieht und ob die von LeMO bereitgestellten Materialien und Ideen sinnvoll sind. 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