Geschichten erzählen im Deutschunterricht. Eine Lese-Schreib-Projekt-Woche

Masse vs. Klasse: Homers Verse didaktisch reduzieren

Damit die Schüler*innen die Geschichte der Odyssee schnell und einfach verstehen, mussten wir sie als Studis erst einmal selbst verinnerlichen. Als Basis nutzten wir dafür verschiedene Medien: vom analogen Versroman Homers hin zu digitalen Beiträgen wie „ZDF goes Schule” oder zahlreichen Hörbüchern auf Spotify. Die Auswahl an Zusammenfassungen ist gigantisch, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll.

Egal ob beim Auto fahren, Kochen, zum Einschlafen oder auf der Couch: aufgrund des audio-visuellen Angebots gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, sich den Mythos in wenigen Minuten oder in Filmlänge anzueignen. Die Storyline war jetzt bekannt. Nun mussten wir auswählen, welche Ereignisse wir für die Projektwoche berücksichtigen und welche aufgrund der begrenzten Zeit keinen Platz mehr finden. Homers beschreibt die Gefahren, auf die Odysseus und seine Mannschaft treffen, so präzise, dass es schwer fiel, sie auf das Nötigste zu beschränken. Inwieweit können wir hier ins Detail gehen? Und welche brutalen Details lassen wir für die Zielgruppe lieber außen vor?

Viele Verse, die auf das Nötigste reduziert werden mussten. Schlussendlich entschieden wir uns für die Geschichte der Lotophagen, des Zyklopen, der Sirenen und Circe. Sie sollten die markanten Inselereignisse darstellen, die wir auch auf dem Spielfeld eintragen. Mit dieser Eingrenzung konnten wir gewährleisten, dass wir die wichtigsten Stationen Odysseus berücksichtigen und die Schüler*innen nicht überfordern.

Ziel war es, die Ereignisse in einfacher Sprache auszuhändigen, damit die Schüler*innen sich gemeinsam innerhalb der Kleingruppe den Inhalt erarbeiten. Es benötigte mehrere Schritte, bis wir die fertigen Schülertexte erstellt hatten, aber am Ende konnten wir die Menge pro Inselereignis auf ein- bis eineinhalb Seiten begrenzen.