Bevor die Schülerinnen und Schüler am Dienstag ihre kreativen Plakate gestalteten, stand zunächst die inhaltliche Auseinandersetzung mit den verschiedenen Wesen der Odyssee im Vordergrund. In Gruppen beschäftigten sich die Kinder entweder mit dem Zyklopen Polyphem, der Zauberin Circe oder den Sirenen. Mithilfe von Informationstexten erarbeiteten sie die wichtigsten Merkmale ihres Wesens und hielten diese in einem übersichtlichen Steckbrief fest.
Dabei beantworteten sie Fragen wie: Wo lebt das Wesen? Wie sieht es aus? Welche besonderen Fähigkeiten besitzt es? Wie verhält es sich gegenüber Odysseus und seinen Gefährten? Und wie gelingt es Odysseus, der Gefahr zu entkommen?
Die Steckbriefe dienten jedoch nicht nur dem Verständnis der Texte, sondern erfüllten auch eine wichtige Funktion für das selbst entwickelte Spiel. Landeten die Spielgruppen später auf einer der Inseln – etwa bei den Sirenen oder auf der Insel des Zyklopen –, konnten die Mitspielenden den entsprechenden Steckbrief lesen und sich in kurzer Zeit einen Überblick über das jeweilige Wesen verschaffen. So wurden die Informationen aus der Erarbeitungsphase direkt in das Spiel integriert und waren für alle Gruppen zugänglich.
Besonders schön war zu beobachten, wie die Kinder Verantwortung für ihre jeweilige Expertengruppe übernahmen. Sie wussten, dass ihre Steckbriefe später von den anderen Gruppen genutzt werden würden, und legten deshalb großen Wert auf verständliche Formulierungen und eine sorgfältige Gestaltung. Auf diese Weise wurden die Steckbriefe zu einem wichtigen Baustein des gesamten Projekts und verbanden fachliches Lernen mit einer Anwendungssituation.



Verfasst von Julia Neumahr