Zum Einstieg in unsere Projektwoche starteten wir mit interaktiven Gruppen-Challenges, die den Schülerinnen und Schülern spielerisch die griechische Mythologie näherbringen, gleichzeitig die Teamarbeit fördern und das Kennenlernen innerhalb der neu zusammengesetzten Gruppen ermöglichen sollten. Ursprünglich hatten wir für diesen Einstieg jedoch eine ganz andere Idee: einen kleinen Escape-Room rund um die Thematik der Projektwoche.
Die Schülerinnen und Schüler sollten dabei in gemischten Kleingruppen verschiedene Rätsel lösen und sich auf diese Weise spielerisch grundlegendes Wissen über die griechischen Götter, ihre Symbole und Beziehungen sowie einige bekannte Mythen erarbeiten. Der Escape-Room sollte dabei nicht einfach nur aus einzelnen Rätseln bestehen, sondern die Kinder Schritt für Schritt durch eine kleine Geschichte führen. Als Rahmen hatten wir hierfür eine „Hermes-Mission“ vorgesehen:
Die Unterlagen für den Instagram-Account des Olymps sind durcheinandergeraten und die Schülerinnen und Schüler müssen als „Olymp-Agentinnen und -Agenten“ Ordnung schaffen. Die Aufgaben hätten dabei beispielsweise das Zuordnen von Göttern und ihren Symbolen, das Erkennen von Beziehungen zwischen den Gottheiten und das Zusammensetzen kurzer Mythen umfasst. Zum Abschluss sollte schließlich die Brücke zu unserem eigentlichen Projektthema geschlagen werden: Wie lassen sich die Eigenschaften und Geschichten der antiken Götter in moderne Social-Media-Beiträge übertragen?
Die Idee hatte für uns zunächst viele Vorteile. Sie hätte einen spielerischen und motivierenden Einstieg ermöglicht, gleichzeitig erste Grundlagen zur Mythologie vermittelt und die Schülerinnen und Schüler von Anfang an zur Zusammenarbeit gebracht. Gerade weil die Gruppen aus Kindern verschiedener Klassen der Jahrgangsstufe 6 zusammengesetzt waren, wäre ein gemeinsames Rätseln außerdem eine gute Möglichkeit gewesen, miteinander ins Gespräch zu kommen und erste Kontakte zu knüpfen.
Trotzdem haben wir uns letztlich gegen die Umsetzung des Escape-Rooms entschieden. Ein wesentlicher Grund war, dass wir die Schülerinnen und Schüler zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht kannten. Gerade in einer neu zusammengesetzten Gruppe besteht die Gefahr, dass sich eher zurückhaltende oder introvertierte Kinder im Hintergrund halten, während extrovertiertere Schülerinnen und Schüler die Aufgaben und Entscheidungen dominieren. Zwar hatten wir deshalb bereits über kleine Rollen innerhalb der Gruppen nachgedacht, dennoch ließ sich schwer einschätzen, wie gut diese Struktur in der tatsächlichen Situation funktionieren würde.
Hinzu kam die praktische Seite: Ein Escape-Room mit mehreren gleichzeitig arbeitenden Gruppen, verschiedenen Rätseln und einer begrenzten Zeit hätte in der Umsetzung schnell unübersichtlich oder sogar chaotisch werden können. Da wir mit einer uns noch unbekannten Schülerschaft arbeiteten, erschien uns das Risiko zu groß, dass einzelne Gruppen an einem Rätsel festhängen oder wir als Aufsichtspersonen nicht alle Gruppen ausreichend im Blick behalten können. Auch wenn die Idee didaktisch viele spannende Möglichkeiten geboten hätte, war uns ein klarer und gut steuerbarer Einstieg für den ersten gemeinsamen Tag letztlich wichtiger.
Ganz verworfen war die Idee damit aber nicht: Viele Elemente des Escape-Room-Konzepts konnten wir in anderer Form aufgreifen und in unsere interaktiven Challenges einfließen lassen – nur eben etwas offener, flexibler und besser an die Situation vor Ort angepasst.