{"id":13,"date":"2021-09-10T16:36:14","date_gmt":"2021-09-10T14:36:14","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/naturkundenwaschbaeren\/?page_id=13"},"modified":"2021-09-11T12:07:29","modified_gmt":"2021-09-11T10:07:29","slug":"schluss-wie-sieht-die-zukunft-der-waschbaeren-in-deutschland-aus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/naturkundenwaschbaeren\/schluss-wie-sieht-die-zukunft-der-waschbaeren-in-deutschland-aus\/","title":{"rendered":"Schluss: Wie sieht die Zukunft der Waschb\u00e4ren (in Deutschland) aus?"},"content":{"rendered":"\n<p>Obwohl der Waschb\u00e4r noch nicht lange in Deutschland heimisch ist, wird er mittlerweile vom Bundesrecht als \u201eheimisch\u201c angesehen. Doch nicht nur in deutschen W\u00e4ldern hat der Waschb\u00e4r das ein oder andere Pl\u00e4tzchen f\u00fcr sich entdeckt, auch unsere St\u00e4dte nimmt er zusehends mehr in Beschlag \u2013 schlie\u00dflich bieten sie ihm, der so ziemlich alles frisst, was ihm vor die Schnauze kommt, ein reiches Nahrungsangebot. Mit dem Vordringen in von Menschen besiedelte Lebensr\u00e4ume r\u00fcckt der maskierte Bandit auch mehr und mehr in unser Bewusstsein. Wo sich fr\u00fcher noch Wildtier- und Waschb\u00e4rexperten um die Ausbreitung des Tieres sorgten, ist der Waschb\u00e4r heute irgendwie Angelegenheit von allen: So gut wie jeder kann von einer Begegnung mit ihm berichten und\/oder hat eine Meinung zum Waschb\u00e4ren und seiner rasanten Ausbreitung. Nat\u00fcrlich ist das kein Vergleich zu dem Stellenwert, den der Kleinb\u00e4r in Nordamerika bzw. in der amerikanischen Kultur innehat, wo er ja auch schon immer zu Hause war. Im Moment gibt es in unserer Kultur, in Literatur, in Kunst und Film anscheinend noch keinen Platz f\u00fcr den Neuank\u00f6mmling und wenn, dann nur vereinzelt. Aber das wird sich in den n\u00e4chsten Jahren \u00e4ndern. Denn es gibt keinen Zweifel daran, dass die Waschb\u00e4rpopulation in Europa auch in Zukunft rasant ansteigen wird. Die Besiedlung Europas durch den Waschb\u00e4ren steckt so gesehen momentan noch in den Kinderschuhen. Sollte sie jedoch kontinuierlich ansteigen, so kann man damit rechnen, dass im Jahre 2040 ca. zehn Millionen Waschb\u00e4ren durch Europa streifen werden.<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> In diesem Fall ist davon auszugehen, dass Waschb\u00e4ren in Zukunft in unserem Alltag und damit in unserer Kultur ein durchaus pr\u00e4sentes Thema darstellen werden. Aber nicht nur das: Mit steigender Anzahl von Waschb\u00e4ren wird auch die Gefahr f\u00fcr unser \u00d6kosystem gr\u00f6\u00dfer. Momentan sind sich Experten uneinig, ob und welche Auswirkungen das Tier auf unsere W\u00e4lder, Wiesen etc. und ihre Bewohner hat. Aber wenn zehn Millionen geschickte, intelligente und anpassungsf\u00e4hige Waschb\u00e4ren auf Nahrungssuche gehen, l\u00e4sst sich durchaus vermuten, dass es Arten geben wird, die darunter leiden m\u00fcssen. Es ist wie Burton und Mawani bereits festgestellt haben: \u201eWhatever the future holds for our current imperial age,\u00a0 raccons are very likely to survive it[.]\u201c<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Vgl. Jernel\u00f6v: <em>The Long-Term Fate of Invasive Species.<\/em>S. 227 f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Zit. Burton, Mawani: <em>R is for Raccoon<\/em>. S. 160.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl der Waschb\u00e4r noch nicht lange in Deutschland heimisch ist, wird er mittlerweile vom Bundesrecht als \u201eheimisch\u201c angesehen. 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