{"id":2,"date":"2021-09-10T16:17:15","date_gmt":"2021-09-10T14:17:15","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/naturkundenwaschbaeren\/?page_id=2"},"modified":"2021-09-10T16:56:49","modified_gmt":"2021-09-10T14:56:49","slug":"beispiel-seite","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/naturkundenwaschbaeren\/","title":{"rendered":"Einleitung"},"content":{"rendered":"<p>Bildnachweis: Foto von <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/@yannickmenard?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Yannick Menard<\/a> auf <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a><\/p>\n<p><strong>Der Waschb\u00e4r<\/strong> \u2013 heute kennt ihn jedes Kind, wird ihn beschreiben k\u00f6nnen als graumeliertes, dickliches, felliges, putziges Wesen mit schwarz-wei\u00df-gestreiftem Schwanz und einer schwarzen Maske im Gesicht \u00e4hnlich der eines \u201eR\u00e4ubers\u201c. Diese \u00dcberlegung gibt mir zu denken, denn erinnere ich an meine eigene Kindheit zur\u00fcck, h\u00e4tte ich mit dem Begriff \u201eWaschb\u00e4r\u201c vermutlich recht wenig anfangen k\u00f6nnen. In meinem Kopf w\u00e4re eher das Bild eines weitaus exotischeren Tieres, dem Lemuren, erschienen (Zumindest w\u00fcrde man aus heutiger Sicht sagen, dass man in Deutschland in freier Wildbahn mit gr\u00f6\u00dferer Wahrscheinlichkeit eher einen Waschb\u00e4ren antrifft als einen Lemuren.). Doch diese ebenfalls graumelierten, felligen, putzigen Wesen kennt zumindest meine Generation aus dem computeranimierten Trickfilm \u201eMadagascar\u201c nur allzu gut. An einen Film \u00fcber einen Waschb\u00e4ren oder an sonstige Ankn\u00fcpfungspunkte dergleichen in meinen Kindertagen kann ich mich nicht erinnern.<br \/>\nUnd doch beschleicht mich das Gef\u00fchl, dass der Waschb\u00e4r in unser aller Leben an <strong>Pr\u00e4senz<\/strong> gewonnen hat. Irgendwie hat er sich eingeschlichen, war auf einmal einfach da. Denke ich beispielsweise an meine erste <strong>pers\u00f6nliche Begegnung<\/strong> mit einem Waschb\u00e4ren in \u201efreier Wildbahn\u201c zur\u00fcck, so erinnere ich mich sehr gut, dass ich weniger \u00fcberrascht-, sondern vielmehr fasziniert davon war, den kleinen \u201eR\u00e4uber\u201c mitten in der Nacht nahe des Stadtparks meiner Heimatstadt auf einer M\u00fclltonne sitzen zu sehen. <strong>Es war der Moment, in dem ich endlich zu Gesicht bekam, was viele andere bereits gesehen und beschrieben hatten: Die Waschb\u00e4ren haben sich in unserer Stadt niedergelassen.<\/strong><br \/>\nAlleine dieser Satz klingt, f\u00fcr sich alleine genommen, schon sehr merkw\u00fcrdig, trifft man Wildtiere wie den Waschb\u00e4ren doch eigentlich eher im Wald und \u00e4hnlichen Gefilden an \u2013 zumindest existiert diese Vorstellung nach wie vor in meinem Kopf. Aber unterbewusst war mir vermutlich schon bei unserem ersten pers\u00f6nlichen Treffen bewusst, dass wir \u2013 der Waschb\u00e4r und ich \u2013 uns diese Stadt zumindest bei Nacht (mit weiteren vermeintlichen \u201eWaldbewohnern\u201c) teilen w\u00fcrden. So hielten wir beide zun\u00e4chst inne und betrachteten uns eine Zeit lang, bis mein pelziger Mitbewohner schlie\u00dflich seine T\u00e4tigkeit wieder aufnahm, mit viel Krach und flinken \u201eFingern\u201c die M\u00fclltonne \u00f6ffnete und sich an dem reichen Buffet bediente. Kurze Zeit sp\u00e4ter kamen weitere seiner Art zum gro\u00dfen Festmahl hinzu. Ich starrte gebannt auf das Treiben, welches sich einen Meter von mir entfernt abspielte. Die Waschb\u00e4ren hingegen w\u00fcrdigten mich keines Blickes. <strong>Einer von uns hatte sich an den Anblick des anderen bereits gew\u00f6hnt.<\/strong><\/p>\n<p>Inspiriert von dieser Begegnung sowie von einem Vortrag \u00fcber das Buch <a href=\"https:\/\/www.matthes-seitz-berlin.de\/buch\/fuechse.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201eF\u00fcchse. Ein Portrait\u201c<\/a> der Autorin Katrin Schumacher soll diese Website eine Art Hommage an das Tier darstellen, welches \u00fcber einen, evolutionsbiologisch gesehen, sehr kurzen Zeitraum nicht nur unser \u00d6kosystem, sondern tats\u00e4chlich auch unsere Kultur und damit das allt\u00e4gliche Leben von uns allen ma\u00dfgeblich beeinflusst hat \u2013 was uns interessanterweise gar nicht so bewusst ist. \u00c4hnlich wie in der Reihe <a href=\"https:\/\/www.matthes-seitz-berlin.de\/matthes-seitz-berlin\/reihe\/naturkunden.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201eNaturkunden\u201c<\/a> des Verlags Matthes &amp; Seitz Berlin m\u00f6chte ich mir nicht nur den Waschb\u00e4ren und sein Leben in der Natur aus einer <strong>biologischen Perspektive<\/strong> genauer ansehen, sondern dar\u00fcber hinaus auch die Beziehung zwischen ihm und dem Menschen unter <strong>literarischen und kulturgeschichtlichen Schwerpunkten<\/strong> untersuchen sowie nicht zuletzt die Frage er\u00f6rtern, ob und inwieweit der Kleinb\u00e4r unser \u00d6kosystem negativ beeinflusst.<\/p>\n<p><strong>Ich lade Sie herzlich ein, mit mir gemeinsam den Spuren des Waschb\u00e4ren zu folgen!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bildnachweis: Foto von Yannick Menard auf Unsplash Der Waschb\u00e4r \u2013 heute kennt ihn jedes Kind, wird ihn beschreiben k\u00f6nnen als graumeliertes, dickliches, felliges, putziges Wesen mit schwarz-wei\u00df-gestreiftem Schwanz und einer schwarzen Maske im Gesicht \u00e4hnlich der eines \u201eR\u00e4ubers\u201c. 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