Das Netzwerk der Stipendiat:innen der Landesgraduiertenförderung Sachsen-Anhalt
Das Netzwerk der Stipendiat:innen der Landesgraduiertenförderung Sachsen-Anhalt

Jahresrückblick 2025: Die Erhöhung der Förderung kam – anders als gedacht!

Das Netzwerk der Stipendiat:innen der Landesgraduiertenförderung Sachsen-Anhalt

Liebe alle,

zum Jahreswechsel möchten wir wieder die Gelegenheit nutzen, um auf die Aktivitäten des Netzwerks zurückzublicken – insbesondere angesichts der lange überfälligen und endlich erfolgten Erhöhung des Förderbetrags. Die letzten 12 Monate waren für uns nicht nur ereignis- und arbeitsreich, geprägt von ‚up‘ und ‚downs‘, sondern bedürfen einer summarischen Stellungnahme.

Rückblick I: Gründung des Grafö-Netzwerks
Am 26. Oktober 2023, vor inzwischen über zwei Jahren, trafen sich auf Initiative von Wiegand Körber und David Holtgrave erstmals rund zwanzig Stipendiat:innen der Landesgraduiertenförderung am Steintor-Campus. Rasch zeigte sich, dass die damaligen Förderbedingungen in vielerlei Hinsicht nicht mehr zeitgemäß waren. Die Berichte reichten von existenziellen finanziellen Engpässen bis hin zu erfolglosen politischen Vorstößen einzelner Betroffener.

Aus diesem Treffen erwuchs die Idee eines Netzwerks und der Entschluss, ein Positionspapier zu verfassen. Nach mehreren intensiven Treffen lag es im Februar 2024 vor. Es wurde an alle demokratischen Parteien des Landtags sowie an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg versandt, begleitet von Einladungen zu Gesprächen.

Rückblick II: Politische Schritte und erste Erfolge
Schon im Frühjahr 2024 kam Bewegung in die politischen Debatten. Auf Initiative der Fraktion DIE LINKE – insbesondere Hendrik Lange – wurde das Thema unter der Initiative »Graduiertenförderung zukunftsfähig gestalten« im Landtag aufgegriffen. In den folgenden Gesprächen sagten uns Vertreter:innen der meisten demokratischen Parteien ihre Unterstützung zu.

Auch auf universitärer Ebene entwickelten sich konstruktive Kontakte:
Unter anderem mit der Prorektorin für Forschung, Internationalisierung und Transfer, Professorin Doktorin Christine Fürst, und dem Geschäftsführer der Internationalen Graduiertenakademie (InGra), Doktor Thomas Michael. Gemeinsam konnten wir im November 2024 eine neue Tradition begründen: die offizielle Begrüßung der neuen Landesgraduierten Sachsen-Anhalts in der Burse zur Tulpe.

Während dieser Begrüßung erfuhren wir erstmals von den Plänen des Ministeriums, die Fördersumme zu erhöhen – allerdings in einer Höhe, die weit hinter den realen Bedarfen und unseren Forderungen zurückblieb. Die folgenden Wochen waren geprägt von weiteren Gesprächen mit Landespolitiker:innen, die letztlich eine Nachbesserung erreichten.

Am 4. Dezember 2024 beschloss der zuständige Landtagsausschuss, die Landesgraduiertenförderung im kommenden Doppelhaushalt mit dem Ziel anzupassen, die Fördersumme auf circa 1.500 Euro zu erhöhen. Hier endete mit großen Hoffnungen unser letzter Jahresrückblick.

Rückblick III: Eine vermeintliche Erhöhung auf 1500 €
Das Jahr 2025 begann damit, dass sich die konkrete Umsetzung auf Landesebene herauszögerte. Erst Ende Mai 2025 wurden wir sowie u. a. Frau Prorektorin Fürst zur Anhörung im Landtagsausschuss für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt eingeladen.

Dort präsentierte der Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalts Prof. Dr. Armin Willingmann seine Berechnungen: »Ich halte eine Erhöhung um 300 € auf 1 400 € für richtig. Wir werden den Sachkostenzuschuss pauschalieren; das entspricht einer Erhöhung um etwa 100 €. Damit ergibt sich eine Stipendienhöhe von 1 500 €[.]«

Gegenwart: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Inzwischen konnten alle Stipendiat:innen den tatsächlichen Förderbetrag auf ihren Kontoauszügen nachvollziehen. Obwohl der versprochene Grundbetrag auf 1400 € erhöht wurde, fehlt eine Erhöhung der Sach- und Reisekosten, welche nur annähernd einer Erhöhung von 100 € im Monat entsprechen würde. Die bereits zuvor 1100 € betragenden Kosten sind zwar nur pauschalisiert – vermeintlich weniger bürokratisch –, aber entsprechen bei 36 Monaten Regelförderungsdauer ca. 31 € im Monat. Der Förderbetrag ist, je nach Rechtsverständnis, somit auf 1400 bzw. 1431 € erhöht worden.

Keine Frage – wir sind dankbar dafür, dass nach gut 2,5 Jahren freiwilligen Engagement endlich der viel zu niedrige Förderbetrag angepasst wurde. Doch wir sind auch realistisch, ohne unseren Einsatz wäre wohl nichts passiert – und es bleibt weiterhin viel zu tun.

Ausblick I: Nach der Verordnung folgt das Graduiertenförderungsgesetz
Unser inzwischen bald zwei Jahre altes Thesenpapier muss letztlich im Großen und Ganzen als nicht erfüllt gelten – und das trotz der Erhöhung des Fördersatzes. Zumindest teilweise liegt der Grund darin, dass bisher nur die Graduiertenförderungsverordnung (Grad FVO), nicht das -gesetz (Grad FG) angefasst wurde. Das steht jedoch 2026 an.

Dementsprechend sind viele Forderungen aktueller denn je:

(1) partnerschaftsunabhängige Förderung,
(2) Reform der Arbeitszeitbegrenzung (Stichwort: ›Arbeitsverbot‹)
(3) verbesserte Vernetzung und
(4) erhöhte Sichtbarkeit der Landesgraduierenden.

Es wäre zu wünschen, dass die Novellierung des Graduiertenförderungsgesetzes erfolgreicher verläuft als die Novellierung der Verordnung. Hier sehen wir neue Spielräume und Chancen, eine zukunftsfähige Landesgraduiertenförderung für alle zu ermöglichen.

Ausblick II: Grafö-Netzwerk und Dank
Wir als Sprecher:innen des Grafö-Netzwerks blicken mit einem zwiespältigen Gefühl auf unser Engagement zurück – einige verlassen uns, andere sind neu dazugestoßen. Wir hoffen, dass das Netzwerk weiterhin in der Zukunft – stellvertretend für alle Graduierenden – die Stipendiumsbedingungen verbessern kann. Wir danken allen, die uns tatkräftig im Großen und im Kleinen auf diesen Weg unterstützt haben und hoffen, dass wir weiterhin gemeinsam an einem Strang ziehen werden.

Zuletzt verabschieden wir Olga und David als Sprecher:innen des Grafö-Netzwerks und wünschen alles erdenklich Gute. Beide waren von Anfang an dabei und trugen entscheidend zu den bisherigen Erfolgen des Netzwerks bei. Wir laden jede:n ein, mit uns Kontakt aufzunehmen, und uns auf dem weiteren Weg zu unterstützen – ob als Mitglied des Netzwerks oder als zukünftige:r Sprecher:in.

Mit besten Grüßen und erfolgreiches neues Jahr 2026,

euer Grafö-Netzwerk.

Halle (Saale), 14.01.2026


2025 Year in Review: The funding increase came – but not as expected!

The Das Netzwerk der Stipendiat:innen der Landesgraduiertenförderung Sachsen-Anhalt

Dear all,
As the new year started, we would like to take this opportunity to look back on the network’s activities – especially in light of the long-overdue and finally realised increase in funding. The last 12 months have not only been eventful and busy for us, marked by »ups« and »downs«, but also warrant a summary statement.

Review I: Founding of the Grafö Network
On 26 October 2023, more than two years ago now, around twenty scholarship holders from Grafö Network met for the first time at the Steintor Campus on the initiative of Wiegand Körber and David Holtgrave. It quickly became apparent that the funding conditions at that time were no longer appropriate in many respects. The reports ranged from existential financial bottlenecks to unsuccessful political initiatives by individual affected parties.

This meeting gave rise to the idea of a network and the decision to draft a position paper. After several intensive meetings, it was ready in February 2024. It was sent to all democratic parties in the state parliament and to Martin Luther University Halle-Wittenberg, accompanied by invitations to discussions.

Review II: Political steps and initial successes
Political debates began to gain momentum as early as spring 2024. On the initiative of the DIE LINKE parliamentary group – in particular Hendrik Lange – the issue was taken up in the state parliament under the initiative »Graduiertenförderung zukunftsfähig gestalten«. In the ensuing discussions, representatives of most democratic parties pledged their support.
Constructive contacts were also developed at the university level:

Among others, with the Vice-Rector for Research, Internationalisation and Transfer, Professor Christine Fürst, and the Managing Director of the International Graduate Academy (InGra), Dr Thomas Michael. Together, we were able to establish a new tradition in November 2024: the official welcome of Saxony-Anhalt’s new state graduates at the Burse zur Tulpe.

During this welcome, we learned for the first time of the ministry’s plans to increase the amount of funding – albeit to a level that fell far short of the actual needs and our demands. The following weeks were marked by further discussions with state politicians, who ultimately achieved an improvement.

On 4 December 2024, the responsible state parliament committee decided to adjust state graduate funding in the upcoming double budget with the aim of increasing the funding amount to approximately €1,500. This is where our last annual review ended with high hopes.

Review III: A supposed increase to €1,500
The year 2025 began with delays in the concrete implementation at the state level. It was not until the end of May 2025 that we, along with Vice-Rector Fürst and others, were invited to a hearing in the state parliament committee for science, energy, climate protection and the environment.

There, the Minister for Economic Affairs, Science and Digitalisation of the State of Saxony-Anhalt, Prof. Dr. Armin Willingmann, presented his calculations: »I consider an increase of €300 to €1,400 to be appropriate. We will make the material costs subsidy a flat rate, which corresponds to an increase of around €100. This results in a scholarship amount of €1,500[.]«

Present: Between aspiration and reality
All scholarship holders have now been able to verify the actual amount of funding on their bank statements. Although the promised basic amount has been increased to €1,400, there has been no increase in the allowance for material and travel expenses, which would only correspond to an increase of approximately €100 per month. The costs, which previously amounted to €1,100, are only lump sums – supposedly less bureaucratic – but correspond to approximately €31 per month for a standard funding period of 36 months. Depending on your interpretation of the law, the funding amount has thus been increased to €1,400 or €1,431.

There is no question that we are grateful that, after a good 2.5 years of voluntary commitment, the far too low subsidy amount has finally been adjusted. But we are also realistic: without our efforts, nothing would have happened – and there is still a lot to be done.

Outlook I: The regulation will be followed by the Graduate Funding Act
Our position paper, which is now almost two years old, must ultimately be considered largely unfulfilled – despite the increase in the funding rate. At least in part, this is because only the Graduate Funding Regulation (Grad FVO) has been addressed so far, not the Graduate Funding Act (Grad FG). However, this is scheduled for 2026.

Accordingly, many demands are more relevant than ever:
(1) partnership-independent funding,
(2) reform of working time restrictions (keyword: “work ban”)
(3) improved networking and
(4) increased visibility of state graduates.

It is to be hoped that the amendment of the Graduate Funding Act will be more successful than the amendment of the regulation. Here we see new scope and opportunities to enable sustainable state graduate funding for all.

Outlook II: Grafö Network and thanks
As spokespersons for the Grafö Network, we look back on our commitment with mixed feelings – some are leaving us, others have joined us. We hope that the network will continue to improve scholarship conditions in the future on behalf of all graduates. We would like to thank everyone who has actively supported us in this endeavour, both in big and small ways, and hope that we will continue to work together towards a common goal.

Finally, we bid farewell to Olga and David as spokespersons for the Grafö Network and wish them all the best. Both have been with us from the beginning and have contributed significantly to the network’s success to date. We invite everyone to get in touch with us and support us on our journey – whether as a member of the network or as a future spokesperson.

With best regards and wishes for a merry Christmas, a happy New Year and a prosperous 2026,

Your Grafö Network

Halle (Saale), 14.01.2026