{"id":51,"date":"2024-06-20T16:06:24","date_gmt":"2024-06-20T14:06:24","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/netzwerkgraduiertenfoerderung\/?page_id=51"},"modified":"2024-09-12T15:01:41","modified_gmt":"2024-09-12T13:01:41","slug":"positionspapier-des-netzwerks-der-grafoe-stipendiatinnen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/netzwerkgraduiertenfoerderung\/positionspapier-des-netzwerks-der-grafoe-stipendiatinnen\/","title":{"rendered":"Positionspapier des Graf\u00f6-Netzwerks"},"content":{"rendered":"\n<p>In diesem Positionspapier formulieren wir in drei Abschnitten Forderungen, die zu einer Verbesserung der F\u00f6rdersituation der Stipendiat:innen der Landesgraduiertenf\u00f6rderung Sachsen-Anhalt f\u00fchren sollen. Das Positionspapier schlie\u00dft mit einem Aufruf zur Solidarisierung mit unseren Anliegen. Hier geht es zu den jeweiligen Abschnitten:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"#Einleitung\">Einleitung<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"#materielle-f\u00f6rderung\">Materielle F\u00f6rderung<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"#ideelle-f\u00f6rderung\">Ideelle F\u00f6rderung<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"#abl\u00e4ufe-organisatorisches\">Abl\u00e4ufe und Organisatorisches<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"#aufruf-unterst\u00fctzung\">Aufruf zur Unterst\u00fctzung und Umsetzung<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2 id=\"Einleitung\">Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p>Zweck der Graduiertenf\u00f6rderung des Landes Sachsen-Anhalt ist die F\u00f6rderung und Ausbildung des wissenschaftlichen und k\u00fcnstlerischen Nachwuchses. Auf dieser Grundlage erhalten besonders qualifizierte Nachwuchskr\u00e4fte das Stipendium, welches geeignete Rahmenbedingungen setzen sollte, um die Stipendiat:innen bestm\u00f6glich auf ihrer wissenschaftlichen oder k\u00fcnstlerischen Laufbahn zu unterst\u00fctzen und zu f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir, die Stipendiat:innen der Graduiertenf\u00f6rderung des Landes Sachsen-Anhalt, sind in allen Fachbereichen vertreten. Unsere Themen sind vielf\u00e4ltig und von gro\u00dfer Aktualit\u00e4t. Unsere Arbeit liefert bereits einen wichtigen Beitrag zum wissenschaftlichen und k\u00fcnstlerischen Output des Bundeslandes. Durch das Stipendium genie\u00dfen wir dabei eine wichtige finanzielle Unterst\u00fctzung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig m\u00fcssen wir jedoch zunehmend feststellen, dass das Stipendium sowohl in finanzieller als auch struktureller Hinsicht den heutigen Realanforderungen der Lebenshaltung und akademischen Praxis nicht gen\u00fcgt. Auch im Vergleich zu anderen Stiftungen und Landesstipendien zeigt sich das Stipendium der Graduiertenf\u00f6rderung des Landes Sachsen-Anhalt mittlerweile als wenig wettbewerbsf\u00e4hig.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Papier formulieren wir daher 15 Forderungen, die die materielle und ideelle F\u00f6rderung sowie grundlegende organisatorische Bedingungen betreffen, die mit dem Stipendium verbunden sind. Wir sind \u00fcberzeugt, dass die Umsetzung dieser Forderungen nicht nur unsere eigene Lebens- und Ausbildungssituation merklich verbessern, sondern auch das Land Sachsen-Anhalt zu einem deutlich attraktiveren und innovationsf\u00f6rdernden Standort f\u00fcr junge Nachwuchswissenschaftler:innen und -k\u00fcnstler:innen machen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Ende formulieren wir einen Aufruf zur Unterst\u00fctzung und Umsetzung unserer Forderungen. Unter \u201cUnterst\u00fctzer:innen\u201d finden sich schlie\u00dflich alle Personen, die sich mit unseren Forderungen solidarisieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"materielle-f\u00f6rderung\">Materielle F\u00f6rderung<\/h2>\n\n\n\n<p>Unter \u201cMaterieller F\u00f6rderung\u201d verstehen wir vor allem Aspekte der finanziellen F\u00f6rderung hinsichtlich Lebenshaltung, Altersvorsorge, Sachaufwendungen sowie der Reisekostenzuschl\u00e4ge. Hier f\u00e4llt das Stipendium bereits deutlich hinter derzeitige Realanforderungen zur\u00fcck.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Um diese Schieflage aufzuheben fordern wir Folgendes:<\/p>\n\n\n\n<p>1. <strong>Eine sofortige Erh\u00f6hung des F\u00f6rderungsbetrags auf 1500,- Euro.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die letzte Erh\u00f6hung des F\u00f6rderungsbetrags trat 2016 in Kraft. Auch im aktuellen Koalitionsvertrag f\u00fcr Sachsen-Anhalt von CDU, SPD und FDP wird eine Erh\u00f6hung der F\u00f6rderung in Aussicht gestellt, jedoch weder konkret beziffert noch bislang umgesetzt. Seitdem sind die Lebenshaltungskosten stark gestiegen. 1100,- Euro k\u00f6nnen dies schon lange nicht mehr tragen. Effektiv bleibt uns abzgl. der Fixkosten, zu denen auch die privat zu entrichtenden Beitr\u00e4ge zur Krankenversicherung geh\u00f6ren, bereits weniger als bei einem Bezug von B\u00fcrgergeld. Andere Stiftungen und L\u00e4nder haben ihre F\u00f6rderungsbetr\u00e4ge bereits deutlich erh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<p>2. <strong>Eine zus\u00e4tzliche monatliche Sachkostenpauschale in H\u00f6he von 150,- Euro.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der bisher zu beantragende Sachmittelzuschuss stellt vor allem eine b\u00fcrokratische und statische H\u00fcrde f\u00fcr eine immer fluider und international werdende wissenschaftliche Praxis dar. Forschungsfreiheit, Mobilit\u00e4t und erh\u00f6hte Reisekosten sollten sich im F\u00f6rdervolumen des Stipendiums daher durch eine Sachkostenpauschale abbilden, die ohne zus\u00e4tzliche b\u00fcrokratische H\u00fcrden und Abh\u00e4ngigkeiten an die Stipendiat:innen monatlich zum Grundf\u00f6rderungsbetrag zugezahlt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>3. <strong>Den vollen Reisekostenzuschlag auch nach dem 31. Aufenthaltstag.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>L\u00e4ngere Forschungsaufenthalte in internationalen akademischen Einrichtungen stellen eine wichtige M\u00f6glichkeit f\u00fcr Nachwuchswissenschaftler:innen dar, ihr eigenes Forschungsprofil zu sch\u00e4rfen. Die K\u00fcrzung des Reisekostenzuschlags nach dem 31. Aufenthaltstages abzuschaffen, w\u00fcrde Stipendiat:innen zu l\u00e4ngeren Auslandsaufenthalten ermutigen und im bundesweiten Wettbewerb unter Nachwuchswissenschaftler:innen st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>4. <strong>Eine Anrechnung der F\u00f6rderungszeit auf die Rentenversicherung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine private Altersvorsorge ist f\u00fcr viele Stipendiat:innen finanziell nicht m\u00f6glich. Altersvorsorge ist aber f\u00fcr uns alle ein zentrales Thema. Die Entscheidung, eine wissenschaftliche Laufbahn \u00fcber die Graduiertenf\u00f6rderung des Landes Sachsen-Anhalt zu verfolgen, sollte nicht durch die Angst vor Altersarmut beeintr\u00e4chtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>5. <strong>Eine in Partnerschaften einkommensunabh\u00e4ngige F\u00f6rderung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bislang werden etwaige Einkommen von Partner:innen auf den F\u00f6rderbetrag angerechnet. Das schr\u00e4nkt die finanzielle Unabh\u00e4ngigkeit von Stipendiat:innen in vielen F\u00e4llen ein und ist schlichtweg nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Das Einkommen von Partner:innen darf nicht auf die eigenen F\u00f6rderbetr\u00e4ge angerechnet werden, um die individuelle Unabh\u00e4ngigkeit der Stipendiat:innen zu sichern.<\/p>\n\n\n\n<p>6. <strong>Eine r\u00fcckwirkende Nachzahlung f\u00fcr die Stipendiat:innen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem derzeitigen F\u00f6rderbetrag von 1100,- Euro kommen wir schon lange nicht mehr zurecht. Die meisten von uns m\u00fcssen zus\u00e4tzlich arbeiten. Teilweise m\u00fcssen wir uns bei Kreditinstituten oder privat verschulden. Bei einer Erh\u00f6hung des F\u00f6rderbetrags w\u00e4re es daher nur angemessen, den derzei gef\u00f6rderten Stipendiat:innen eine r\u00fcckwirkende Nachzahlung \u00fcber die Differenz des F\u00f6rderbetrags seit 2022 zu gew\u00e4hren, also einem Jahr nach Beschluss der Erh\u00f6hung des F\u00f6rderbetrags im Koalitionsvertrag und dem Jahr des historischen H\u00f6chststandes der Inflation.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"ideelle-f\u00f6rderung\">Ideelle F\u00f6rderung<\/h2>\n\n\n\n<p>Unter \u201cIdeelle F\u00f6rderung\u201d verstehen wir Aspekte der strukturellen Einbindung, Vernetzung und Weiterbildung. Dahingehend macht die Graduiertenf\u00f6rderung des Landes Sachsen-Anhalt auch im Vergleich zu anderen Stipendiengebern wenig Angebote. Dabei sind die verschiedenen Aspekte ideeller F\u00f6rderung h\u00e4ufig essentiell f\u00fcr eine erfolgreiche wissenschaftliche oder k\u00fcnstlerische Laufbahn.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit ideellen Aspekten auch in der Graduiertenf\u00f6rderung Rechnung getragen wird, fordern wir:<\/p>\n\n\n\n<p>1. <strong>Eine h\u00f6here Sichtbarkeit unserer Arbeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aktuell bietet die Graduiertenf\u00f6rderung keine Plattform, die die Projekte ihrer Stipendiat:innen sichtbar macht und Vernetzung f\u00f6rdert. Auch die Aufnahme der Projekte im Forschungsportal Sachsen-Anhalt ist bisher nicht vorgesehen. Wissenschaft und Kunst leben von Sichtbarkeit. Hier braucht es bspw. eine Website, auf der wir unsere Forschungsprojekte nach innen wie nach au\u00dfen pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>2. <strong>Einfache Kontaktm\u00f6glichkeiten unter den Stipendiat:innen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bislang besteht keine einfache M\u00f6glichkeit der Vernetzung und Kontaktaufnahme der Stipendiat:innen der Graduiertenf\u00f6rderung untereinander. Das, obwohl wir \u00e4hnliche Interessen, Erfahrungen und auch Probleme haben, die wir gemeinsam diskutieren und produktiv bearbeiten k\u00f6nnen. Hier lie\u00dfe sich wie bereits o.g. sehr gut eine Plattform vorstellen, wenigstens aber eine zentrale E-Mail-Adresse, an die sich Bewerber:innen und Stipendiat:innen wenden k\u00f6nnen, um untereinander Kontakt aufzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>3. <strong>Eine soziale Gestaltung der F\u00f6rderung vom Ankommen bis zum Abschluss<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bislang tritt f\u00fcr uns das Stipendium vor allem als Bewilligungsschreiben und monatliche \u00dcberweisung auf das eigene Konto in Erscheinung. Die M\u00f6glichkeiten sozialer Gestaltung, Vernetzung und Wertsch\u00e4tzung zwischen Stipendiengeber:innen, Stipendiat:innen, Kommissionen, Betreuer:innen usw. werden in keinster Weise abgebildet. Auf einer j\u00e4hrlichen Veranstaltung sollten neue Stipendiat:innen begr\u00fc\u00dft und Absolvent:innen verabschiedet werden. Ein Alumni-Programm sollte dar\u00fcber hinaus \u00fcber Werdeg\u00e4nge informieren und langfristige Vernetzung schaffen. W\u00fcnschenswert w\u00e4ren auch regelm\u00e4\u00dfige Regionaltreffen, Summer Schools, Kongresse mit Raum f\u00fcr Vernetzung, Austausch und Pr\u00e4sentationen der eigenen Projekte.<\/p>\n\n\n\n<p>4. <strong>Eine Plattform und Ressourcenzugang zur Organisation von Veranstaltungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir Stipendiat:innen verf\u00fcgen \u00fcber unterschiedlichste Wissens- und Kompetenzprofile. Hier gibt es enormes Zuwachspotenzial f\u00fcr die Stipendiat:innen untereinander, sofern es erm\u00f6glicht wird, sich intensiv untereinander auszutauschen. Dazu bedarf es erneut Organisationsplattformen und einfacher Zugangsm\u00f6glichkeiten zu Ressourcen der jeweiligen Universit\u00e4ten, mit denen wir solche Veranstaltungen organisieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>5. <strong>Beratungs- und Weiterbildungsangebote<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Stipendiat*innen sind wir oft nur lose an die jeweiligen Universit\u00e4ten angebunden. Bei Beratungs- oder Weiterbildungsbedarfen sind wir gleichzeitig von den jeweiligen Universit\u00e4tsangeboten abh\u00e4ngig, die h\u00e4ufig nicht auf die Profile oder Bedarfe der Stipendiat:innen zugeschnitten sind. Hier w\u00e4ren Beratungs- und Weiterbildungsangebote w\u00fcnschenswert, die sich direkt und exklusiv an die Stipendiat:innen richten. Auch die Ressourcen der Universit\u00e4ten sollten den Stipendiat:innen einfacher zug\u00e4nglich sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"abl\u00e4ufe-organisatorisches\">Abl\u00e4ufe und Organisatorisches<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Bewerbungs- wie auch der F\u00f6rderungsprozess der Graduiertenf\u00f6rderung des Landes Sachsen-Anhalt sind kritikw\u00fcrdig: es mangelt an leicht zug\u00e4nglichen Informationen zu den Bewerbungsmodalit\u00e4ten sowie an einem nachvollziehbaren und angemessenen F\u00f6rderungsablauf, worunter letztlich auch die Arbeit an der Dissertation leidet.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr einfachere und klare Abl\u00e4ufe und Organisation fordern wir daher:<\/p>\n\n\n\n<p>1. <strong>H\u00f6here Sichtbarkeit des Stipendiums<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt keine ausreichende Sichtbarkeit, um von dem Stipendium mitzubekommen. Informationen zu den Bewerbungsmodalit\u00e4ten sind schwer zu finden und nicht sehr umfangreich; Auskunft zu den F\u00f6rderbedingungen fehlt bisher g\u00e4nzlich. Diese wichtigen Informationen zu dem Stipendium sollten geb\u00fcndelt, kompakt und leicht auffindbar sein, sodass man sich rechtzeitig \u2013 und ohne auf einen Hinweis der Betreuungsperson angewiesen zu sein \u2013 informieren kann. Dazu sollte das vorhandene Informationsangebot auf den Homepages der Universit\u00e4ten verbessert werden. Au\u00dferdem sollten regelm\u00e4\u00dfige Informations- und Beratungsangebote auf der Website angeboten werden. Um eine breitere Masse \u00fcber die M\u00f6glichkeit des Stipendiums zu informieren, w\u00e4re es zudem w\u00fcnschenswert, einen E-Mail Reminder vor den Bewerbungsfristen an alle Masterstudierende zu versenden.<\/p>\n\n\n\n<p>2. <strong>L\u00e4ngere Bedenkzeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Bedenkzeit \u00fcber die Annahme des Stipendiums betr\u00e4gt nur zwei Wochen, bei anderen Promotionsstipendien hingegen drei bis vier Monate. Da man sich in der Regel bei mehreren Stipendien bewirbt und\/oder noch in einem Arbeitsverh\u00e4ltnis befindet, fordern wir, die Bedenkzeit auf mindestens drei Monate zu erh\u00f6hen, um abw\u00e4gen zu k\u00f6nnen, welches Stipendium man w\u00e4hlen m\u00f6chte oder um einen Arbeitsvertrag fristgerecht aufzul\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>3. <strong>Klarheit \u00fcber Zwischenbericht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es fehlt an klaren Richtlinien und Ma\u00dfgaben f\u00fcr die Zwischenberichte. Neue Stipendiatinnen wissen weder, wann genau der Bericht abgegeben werden muss, noch was genau in diesem Bericht stehen soll. Informationen dazu sollten einfach online abrufbar sein. Ein Musterbeispiel w\u00e4re auch sinnvoll.<\/p>\n\n\n\n<p>4. <strong>Arbeitszeitbegrenzung reduzieren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Momentan d\u00fcrfen Stipendiat:innen 20 Stunden die Woche in einem wissenschaftlichen Bereich arbeiten und sechs Stunden in einem nicht-wissenschaftlichen Bereich. Wir fordern, dass die Arbeitszeitbegrenzung in einer nicht-wissenschaftlichen T\u00e4tigkeit auf 20 Stunden erh\u00f6ht wird. Denn zum einen ist es kaum m\u00f6glich, eine geregelte Anstellung mit nur sechs Stunden die Woche zu finden; zehn Stunden die Woche ist meistens die Untergrenze. Eine Reduzierung der Arbeitszeitbegrenzung w\u00fcrde insofern auch die Chance erh\u00f6hen, einer sozialversicherungspflichtige T\u00e4tigkeit einzugehen, was die ohnehin prek\u00e4re Lage der Promotionsstipendiat:innen ungemein erleichtern w\u00fcrden. Zum anderen sind gerade Stipendiat:innen, die keiner Teilzeitbesch\u00e4ftigung im wissenschaftlichen Bereich nachgehen, darauf angewiesen, berufliche Erfahrungen zu sammeln, die nach der Promotionszeit von Relevanz sein k\u00f6nnen. Da nicht alle Promotionsstipendiat:innen eine Karriere an einer Universit\u00e4t anstreben, sollte das mitgedacht werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"aufruf-unterst\u00fctzung\">Aufruf zur Unterst\u00fctzung und Umsetzung<\/h2>\n\n\n\n<p>Sachsen-Anhalt wirbt schon l\u00e4nger mit dem Hashtag #moderndenken, mit Schlagworten wie ZUKUNFTSORT und allgemein damit, dass hier Forschung, Wirtschaft und Wissenschaft in besonderem Ma\u00dfe geb\u00fcndelt und gef\u00f6rdert werden. Das Land versteht sich als vielversprechender Innovationsstandort.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies sollte sich nach unserer \u00dcberzeugung gerade auch an einer exzellenten F\u00f6rderung des wissenschaftlichen und k\u00fcnstlerischen Nachwuchses bemessen lassen. Wir, die Stipendiat:innen der Graduiertenf\u00f6rderung, sollten das wissenschaftliche und k\u00fcnstlerische Aush\u00e4ngeschild dieses Landes sein. Wir sollten f\u00fcr unsere Arbeit wertgesch\u00e4tzt, darin bestm\u00f6glich gef\u00f6rdert und unterst\u00fctzt werden. All dies sollte sich entsprechend in der Graduiertenf\u00f6rderung so abbilden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die 15 Forderungen dieses Positionspapiers bilden dagegen ab, woran es der Graduiertenf\u00f6rderung des Landes Sachsen-Anhalt derzeit mangelt: in materieller und ideeller Hinsicht wird es heutigen Realanforderungen der Lebenshaltung und akademischer Praxis in keiner Weise gerecht. Hinsichtlich der Abl\u00e4ufe und Organisation des F\u00f6rderprogramms und seines Stipendiums ist vieles umst\u00e4ndlich und unklar geregelt. Nachwuchswissenschaftler:innen und K\u00fcnstler:innen werden dadurch faktisch abgeschreckt und die meisten anderen L\u00e4nder und Stiftungen k\u00f6nnen mit besseren F\u00f6rderprogrammen aufwarten. Das gilt es sowohl in unserem als auch im Sinne des Landes Sachsen-Anhalt zu \u00e4ndern. Sachsen-Anhalt kann ein Zukunfts- und Innovationsstandort sein, der f\u00fcr exzellenten wissenschaftlichen und k\u00fcnstlerischen Nachwuchs steht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir rufen daher alle akademischen und politischen Akteur:innen des Landes Sachsen-Anhalt auf, sich mit unseren Forderungen zu solidarisieren und zu ihrer schnellen Umsetzung beizutragen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/netzwerkgraduiertenfoerderung\/unterstuetzerinnen\/\">Bekunde deine Unterst\u00fctzung in einem Kommentar!<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Positionspapier formulieren wir in drei Abschnitten Forderungen, die zu einer Verbesserung der F\u00f6rdersituation der Stipendiat:innen der Landesgraduiertenf\u00f6rderung Sachsen-Anhalt f\u00fchren sollen. Das Positionspapier schlie\u00dft mit einem Aufruf zur Solidarisierung mit unseren Anliegen. 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