Ergebnisse der Senatssitzung vom 30.01.

Hochschulpolitik

Eine rekordverdächtig lange Sitzung mussten die Vertreter des Akademischen Senats am vergangenen Mittwoch durchhalten: Erst nach fünfeinhalb Stunden waren die über 24 Tagesordnungspunkte abgearbeitet. Neben Routineangelegenheiten wie der Ausschreibung von Professuren (darunter auch die dringend benötigte Professur für Bildungssoziologie) und der Bestätigung von Berufungen wurde die zweite Lesung des Haushalts abgehalten, eine Resolution zur Weiterführung der Graduiertenförderung des Landes Sachsen-Anhalt verabschiedet und die Ordnungen für das Universitätsarchiv reformiert. Außerdem gab es aktuelle Informationen zur Profilbildung, die nun bis Oktober 2013 abgeschlossen werden soll (siehe unten). Nähere Informationen im Folgenden sind dem Newsletter der MLU entnommen. Die nächste Senatssitzung ist übrigens noch in diesem Wintersemester, denn für den 13. März ist wegen der Bestimmung der neuen Kapazitätsordnung ein Sondersenat angesetzt worden.

Unter dem TOP „Informationen des Rektorats“ wurden folgende Themen angesprochen:

Zielvereinbarungen / Haushalt 2014

Prof. Dr. Udo Sträter informierte darüber, dass der zeitliche Ablauf für die Behandlung der Zielvereinbarungen noch unklar ist. Im Rahmen der Landesrektorenkonferenz verständigt sich zurzeit eine kleine Gruppe – er gehört dieser an – zum weiteren Vorgehen. Außerdem liegen Informationen vor, dass für 2014 kein Doppelhaushalt verabschiedet werden soll.

Er berichtete zudem über Gespräche des Wissenschaftsministeriums mit dem Wissenschaftsrat zum zu erwartenden Abschlussbericht. Der ursprüngliche Gedanke, den Bericht im Zusammenhang mit einem Planungsimpuls des Landes zu verbinden, wird nicht mehr verfolgt.

Strukturanpassungsdiskussion

Mit den Dekanen befindet sich das Rektorat gegenwärtig in der Protokollabstimmung zur Liste der Stellen, die vorläufig gesperrt werden sollen. Außerdem fand am 25.01.2013 die konstituierende Sitzung der „Koordinierungskommission zur Profilbildung“ statt. Mitglieder dieser Kommission sind:

Prof. Dr. Wilfried Grecksch, Prof. Dr. Hans-Joachim Solms, Prof. Dr. Elmar Wahle, Prof. Dr. Winfried Kluth – als Sachverständiger, für die Statusgruppe 2 Frau Dr. Förster, für die Statusgruppe 3 Richard Schmidt und für die Statusgruppe 4 Bertolt Marquardt.

Es erfolgte die Abstimmung zur Arbeitsweise, zu den Aufgaben der Kommission, den zu erstellenden Zahlenmaterialien und zum Zeitplan. Dieser sieht im Ergebnis vor, die Profildiskussion bis Oktober 2013 zu beenden.

Die Fakultäten müssen sich in diesem Zusammenhang  darauf einstellen, im April Fakultätsratssitzungen durchzuführen, die sich mit den Zahlenmaterialien der Kommission entsprechend des Senatsbeschlusses befassen sollen.

Geplant ist außerdem eine Klausursitzung des Senats. Das Datum dafür legte der Senat in der Sitzung im Rahmen der Festlegung der Sitzungstermine für das Sommersemester fest. Die Sitzungen werden wie folgt stattfinden:

Mittwoch, 10. April 2013

Freitag, 31. Mai 2013 / Samstag, 1. Juni 2013 – Klausursitzung zur Profildiskussion

Mittwoch,  8. Mai 2013

Mittwoch, 12. Juni 2013

Mittwoch, 10. Juli 2013

Vertretungsregelung Kanzler

Nach dem Ausscheiden von Dr. Martin Hecht wird ab dem 1. April 2013 die Vertretungsregelung entsprechend der Geschäftsordnung des Rektorats greifen – so der Rektor.

Abschlussbericht zur Umsetzung der forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der DFG

Prorektorin Prof. Gesine Foljanty-Jost gab bekannt, dass unter Federführung ihres Prorektorats der Abschlussbericht zur Umsetzung der forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der DFG behandelt wurde. Es handelt sich dabei um einen standardisierten Bericht, der im Sinne einer Bestandsaufnahme zu verstehen ist und auf den Seiten des Prorektorats für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs im Netz veröffentlicht wird.

Spendenaufruf

Die aktuellen politischen Bedingungen in Syrien haben die rund 70 Studierenden und DoktorandInnen aus Syrien an unserer Universität in teilweise existentielle Probleme gestürzt, da der Zugang zu den eigenen Konten nicht mehr möglich ist. Eine Rückkehr zum jetzigen Zeitpunkt nach Syrien ist nicht möglich, ein Ende der Kämpfe in Syrien ist nicht absehbar. Da weitere Unterstützungen noch nicht wahrscheinlich sind, möchte die Prorektorin für Forschung und wiss. Nachwuchs, Prof. Dr. Foljanty-Jost, alle Mitglieder der Universität um Unterstützung bitten und ruft zu Spenden auf. Sie kündigte in diesem Zusammenhang eine entsprechende Rundmail an alle Universitätsangehörigen an.

Gedenkveranstaltung am 27. November 2013

Der Rektor gab bekannt, dass in Erinnerung an Mitglieder der Universität, die aus politischen und rassistischen Gründen nach 1933 aus der Universität entfernt wurden, am 27.11.2013 eine Gedenkveranstaltung geplant ist. Organisiert wird dieses Projekt unter der Federführung von PD Dr. Friedemann Stengel und Prof. Dr. Dr. Gunnar Berg.

Zusätzlich wurden in der Tagesordnung die Punkte „Zentrum für Biokatalyse“ und „Fortgang zu den Diskussionen zur Verfassung der Universität“ behandelt.

Zu Ersterem trug Prof. Dr. Birgit Dräger die Situation vor.  Danach wird das Thema in einer der nächsten Senatssitzungen auf der Tagesordnung stehen. Bedauerlich ist, dass dazu bereits in der Mitteldeutschen Zeitung berichtet wurde, die Darstellungen aber nicht korrekt waren. Die Überlegungen, eine interdisziplinäre wissenschaftliche Einrichtung unter dem Dach der Naturwissenschaftlichen Fakultät I zu gründen, bestehen im Zusammenhang mit der Integration der Eingliederung der Max-Planck-Forschungsstelle „Proteinforschung“.  Da es weder eine Satzung noch ein fertiges wissenschaftliches Konzept dafür gibt, sondern lediglich eine Absichtserklärung der Nat. Fak. I, eine solche Einrichtung zu gründen, wurde der Senat bisher nicht einbezogen.

Zum zweiten Punkt – Fortgang der Diskussionen bezüglich der Verfassung der Universität – verständigte sich der Senat dazu, das Thema in der März-Sitzung ausführlich zu behandeln. In Vorbereitung darauf soll festgestellt werden, welche Probleme die gegenwärtige Leitungsstruktur der Universität enthält. Dazu wurden alle Senatoren aufgerufen, sich zu äußern. In einer Kommission unter der Koordinierung von Prof. Dr. Birgit Dräger sollen diese Kritikpunkte aufgearbeitet und analysiert werden, um ggf. entsprechende Änderungen vorzunehmen. Die Kommission setzt sich aus Mitgliedern der vier Statusgruppen im Verhältnis  4 : 2 : 2 : 2 zusammen. Personelle Vorschläge sollen an Prorektorin Dräger übermittelt werden.

Resolution

In den aktuellen Diskussionen über den Haushalt 2014 wurde wiederholt signalisiert, dass die Weiterführung der Graduiertenförderung des Landes Sachsen-Anhalt in Frage gestellt wird. Der Senat und die Dekane hatten dazu bereits mehrfach kritisch diskutiert. Auf Initiative von Prorektorin Foljanty-Jost als Senatorin wurde in der Senatssitzung über eine Resolution debattiert, die im Ergebnis vom Senat verabschiedet wurde (http://verwaltung.uni-halle.de/senat_der_verwaltung/beschluesse_2010-2014).

Im Nachgang erhalten Vertreter des Wissenschaftsministeriums und ausgewählte Abgeordnete des Landtags diese Resolution zur Kenntnis.

Haushalt 2013

Breiten Raum nahm in der Sitzung die 2. Lesung des Haushalts 2013 ein. Nachdem Dr. Martin Hecht und Dr. Alexandra Denzel-Trensch das Zahlenwerk erklärten, schloss sich die Erörterung durch den Senat an.

Dr. Hecht bestätigte seine Grundaussage, die er bereits zur 1. Lesung im Dezember 2012 getroffen hatte. Danach ist eine Überziehung des Landeszuschusses in Höhe von 6,8 Mio. Euro zur Aufrechterhaltung des Betriebes der Universität erforderlich. Dieses Defizit wird aus Hochschulpaktmitteln 2020 gedeckt.

Ordnungen für das Universitätsarchiv

Dr. Michael Ruprecht stellte sich dem Senat als Leiter des Universitätsarchivs vor. Zudem legte er Ordnungen für das Universitätsarchiv vor, die vom Senat zu verabschieden waren. Es handelte sich dabei um die Archivordnung und die Benutzerordnung, denen der Senat zustimmte. Zusätzlich lag die Lesesaalordnung vor, die der Senat zur Kenntnis nahm.

Alle Regelungen sind demnächst im Amtsblatt nachzulesen.

Graduiertenkolleg „Protein Modification: A Key Mechanism for Ageing“

Nach dem Vortrag von Prof. Dr. Andreas Simm (Sprecher, Med. Fak.) stimmte der Senat der Einreichung einer Antragsskizze für ein Graduiertenkolleg „Protein Modification: A Key Mechanism for Ageing“ bei der DFG zu.  Antragstellende Einrichtungen für dieses Graduiertenkolleg sind die Friedrich-Schiller-Universität Jena, das Leibniz-Institut Fritz Lippmann in Jena und die Martin-Luther-Universität. Neben Professoren der Med. Fak. wird auch die Nat. Fak. III beteiligt sein.  Das Graduiertenkolleg fügt sich ein in den Forschungsschwerpunkt der Universität „Biowissenschaften – Makromolekulare Strukturen und biologische Informationsverarbeitung“ und in die Forschungsschwerpunkte der Med. Fak. „Demographieorientierte Medizin“ und „Molekulare Medizin mit Signaltransduktion“.

Ordnungen

Positive Stellungnahmen gab der Senat zu folgenden Änderungsordnungen zu Studien- und Prüfungsordnungen bzw. Auswahlordnungen ab:

Philosophische Fakultät I:

  • Ordnung zur Änderung der Fachspezifischen Bestimmungen für das Studienfach Griechisch im Studiengang Lehramt an Gymnasien

Philosophische Fakultät II:

  • Ordnung zur Änderung der Ordnung zur Regelung der Auswahlverfahren in den Zwei-Fach-Bachelor-Studienprogrammen Anglistik und Amerikanistik (60, 90 und 120 Leistungspunkte) im Zwei-Fach-Bachelorstudiengang
  • Dritte Ordnung zur Änderung der Fachspezifischen Bestimmungen für das Studienfach Englisch im Studiengang Lehramt an Gymnasien und im Studiengang Lehramt an Sekundarschulen
  • Ordnung zur Änderung der Studien- und Prüfungsordnung für die Studienprogramme Anglistik und Amerikanistik (60 und 90 Leistungspunkte) im Zwei-Fach-Bachelor-Studiengang
  • Zweite Ordnung zur Änderung der Fachspezifischen Bestimmungen für das Studienfach Englisch im Studiengang Lehramt an Grundschulen und an Förderschulen

Die Änderungen betreffen insbesondere die Zugangsvoraussetzungen für die o. g. Änderungsordnungen der Philosophischen Fakultät I und der Philosophischen Fakultät II.

Verabschiedet wurde außerdem die Zweite Ordnung zur Änderung der Promotionsordnung der Medizinischen Fakultät. Hier erfolgte die Erweiterung des Fächerkatalogs um das Fach Medizinische Soziologie.

Ausschreibungen

Zur Ausschreibung frei gegeben wurden folgende W-Stellen:

W2-Prof. „Soziologie der Bildung“ – voraus ging der Freigabeentscheidung die Umwidmung der Stelle von W2 „Soziologie der Bildung und Erziehung“ in W2 „Soziologie der Bildung“.

W3-Prof. „Pädagogische Psychologie“ und

W3-Prof. „Tierphysiologie“.

Die Berufungslisten für die

W3-Prof. „Experimentelle Physik (Optik und zeitaufgelöste Spektroskopie),

W3-Prof. „Physikalische Chemie (Komplexe Selbstorganisierende Systeme) und

W3-Prof. „Proteinbiochemie“ wurden vom Senat bestätigt. Es kann damit die Ruferteilung an die Erstplatzierten erfolgen.

Den Anträgen auf Verleihung von Außerplanmäßigen Professuren der Nat. Fak. III und der Phil. Fak. I wurde ebenfalls entsprochen.

Positiv befürwortet wurden zwei Anträge der Med. Fak. zur Zwischenevaluierung von Juniorprofessuren.

Darüber hinaus lag eine Liste zu den Vertretungsprofessuren für das Sommersemester 2013 vor. Insgesamt wurden 16 Vertretungsprofessuren bestätigt.

Im Sinne der Weiterentwicklung von internationalen strategischen Partnerschaften legte das Prorektorat für Forschung und wiss. Nachwuchs eine Liste mit 6 Kandidaten für internationale Gastprofessuren vor, die der Senat ebenfalls bestätigte.

Zu den o. g. frei gegebenen Professuren zur Ausschreibung lagen den Senatsmitgliedern Vorschläge für die Zusammensetzung von Berufungskommissionen vor. Diesen Vorschlägen folgte der Senat.

Auf der Tagesordnung stand des Weiteren die Bestimmung der Vertreter der Statusgruppe der Studierenden für den Wahlausschuss und die Nominierung eines Vertreters für den Verwaltungsrat des Studentenwerks ab  dem 1. April 2013.

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