MLU: Die Werbebanden können aufgebaut werden

Hochschulpolitik

(Dieser Artikel erschien zuerst unter https://blogs.urz.uni-halle.de/olli/2013/03/die-werbebanden-konnen-aufgebaut-werden/)

Nein, es werden jetzt keine Werbebanden in unseren Hörsälen aufgestellt, soweit sind wir noch nicht. Aber nach der letzten Senatssitzung sollten sich die Studierenden und anderen Universitätsangehörigen darauf einstellen, dass auch die MLU in ein Geschäft einsteigt, das bislang vor allem aus dem Fußballbereich bekannt ist: Es gibt zwei konkrete Anfragen von halleschen Unternehmen, die gegen die Zahlung einer noch auszuhandelnden Summe die Namensrechte an Hörsälen im Audimax erwerben wollen. Andere Universitäten sind da schon länger dabei. Die Uni Erlangen-Nürnberg hat z. B. schon 2007 für 130.000 Euro einen Hörsaal in „easyCredit-Hörsaal“ umbenannt. Die Uni Jena hat einen Commerzbank-Hörsaal, die Magdeburger Uni einen Volksbank-Hörsaal und die Uni in Augsburg den „Sonntag & Partner Hörsaal“ sowie den „Andreas Schmid Logistik Hörsaal“. Nachdem die Idee unter de Dekanen wohl positiv aufgenommen wurde, hatte sich auch im Senat kaum grundsätzliche Kritik geäußert. Es wurde aber darauf hingewiesen, dass es natürlich auf die konkrete Ausgestaltung ankommt. Riesengroße Werbebanner im Audimax werden ebenso abgelehnt wie Einmischungen in Forschung und Lehre. Zu klären ist auch, was mit dem auf diesem Wege eingenommenen Geldern passieren soll.

 

Hörsaal-Sponsoring nur unter bestimmten Bedingungen

 

In Zeiten knapper Kassen ist so manches Senatsmitglied froh über jede zusätzliche Einnahmequelle. Das ist auch grundsätzlich nicht falsch, doch aus Sicht der OLLi bleibt die Hochschulfinanzierung vordringliche Aufgabe der Politik. Private Sponsorengelder können kein Ersatz für durch unzureichende Finanzierung des Landes entstandene Budgetlücken sein. Ein Namens-Sponsoring ist nur denkbar, wenn die Sponsorenverträge absolut transparent sind, der Senat Mitentscheidungsrechte hat und die Unternehmen außer dem Namen des Hörsaals keine weiteren, besonderen Rechte im Bereich Forschung & Lehre erhalten.

 

Zulassungszahlen in NC-Fächern festgelegt

 

In der Sondersenatssitzung ging es aber eigentlich um die Festsetzung der Zulassungszahlen in den Fächern mit uni-weitem NC. Nach einer lebhaften Diskussion wurde die entsprechende Ordnung mit einer Gegenstimme und acht Enthaltungen beschlossen. So werden zukünftig in den überlaufenen Fächern Psychologie, Soziologie oder Erziehungswissenschaften z. T. deutlich reduzierte Kapazitäten angeboten. Die Überlastbereiche Wirtschaftswissenschaften und Politikwissenschaften bleiben weiter NC-frei. Alle bislang mit NC versehenen Studiengänge bleiben zulassungsbeschränkt.

 

Weitere Entscheidungen und Berichte

 

Beschlossen wurden außerdem drei Ordnungen, die die neu eingeführten Eignungsprüfungen in den Lehramtsstudiengänge Grundschule Sport, Musik und Gestalten betreffen. In diesen Fächern soll zukünftig nicht mehr die Abiturnote allein bei der Auswahl der Studienbewerber herangezogen werden, sondern es sollen die fachspezifischen Fähigkeiten der Bewerber vor eigens gegründeten Prüfungskommissionen nachgewiesen werden.

In den laufenden hochschulpolitischen Diskussionen gibt es nicht wesentlich Neues. Die Kommission, die sich mit der Leitungsstruktur der Universität und eventuell neuen Modellen zur Hochschulleitung befassen soll, tagte. Die Meinungen gehen wohl weit auseinander, wobei diejenigen, die sich für das Präsidiumsmodell aussprechen, in der Minderheit sind und es nun eher um eine Optimierung des derzeitigen Rektoratsmodells geht. Die Kommission wird sich noch einmal treffen.

Zur Profil- und Strukturdebatte gibt es auch keine Neuigkeiten. Einzige erwähnenswerte Nachricht ist, dass die nächste Zielvereinbarung doch nicht eine fünfjährige Laufzeit haben wird, sondern nur eine einjährige Fortschreibung der alten Zielvereinbarung sein wird. Wahrscheinlich bleibt damit auch die Zuweisung des Landes für das Budget der MLU auf gleichem Niveau, abgesehen davon, dass die Uni etwa 200.000 Euro Zusatzkosten aus der vor wenigen Tagen beschlossenen Tariflohnerhöhung für die Angestellten der Länder selbst tragen muss.

Einen Bericht zur letzten Senatssitzung findet sich auch hier.

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