Widerstand gegen Angriff der Kapitalisten auf Achtstundentag!

Antikapitalismus

Es gibt wohl keine Errungenschaft der Arbeiterbewegung, vor der der entfesselte neoliberale Kapitalismus nicht irgendwann einmal Halt machen wird. Alles wird früher oder später, sobal die Arbeiterklasse und ihre Organisationen völlig zermürbt sind, hinterfragt. Neuestes Ziel ist die Schleifung des Achtstundentages, der in Deutschland mit der Novemberrevolution von 1918 von unseren Urgroßvätern und -müttern blutig erkämpft wurde. In einem Positionspapier fordert die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) die Abschaffung des Achtstundentags, „um mehr Spielräume zu schaffen und betriebliche Notwendigkeiten abzubilden«. Die tägliche solle durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit ersetzt werden. „Flexible Arbeitszeiten gewinnen, angesichts von Digitalisierung und der Notwendigkeit zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, immer mehr an Bedeutung“, so der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Eric Schweitzer weiter.

Der Zusammenhang von Digitalisierung der Arbeitswelt und Notwendigkeit von flexibleren Arbeitszeiten erschließt sich mir nicht. Die Digitalisierung der Arbeit wird eher dazu führen, dass statt Flexibilisierung eher eine Ersetzung der menschlichen durch maschinelle Arbeit erfolgen wird. Das wäre auch gut, denn dann könnte man eine allgemeine gesetzliche Arbeitszeitverkürzung vornehmen und alle Menschen hätten mehr Freizeit bei gleichem Lohn. Dann wäre auch das Problem der Vereinbarkeit von Beruf und Familie besser zu lösen. Dieses Argument wird oben als Feigenblatt benutzt, um die eigene Forderung, die zu besserer Ausbeutung der Arbeiter führen soll, zu kaschieren. Flexibilisierung ist schön, wenn nicht nur der Arbeitgeber was davon hätte. Z. B. wäre es gut, wenn ein Vater oder eine Mutter spontan den Arbeitsplatz verlassen darf, wenn die Schule anruft, weil das Kind akut erkrankt ist, und die Arbeit nacharbeiten darf, wann sie/er möchte.

Die Junge Welt schreibt korrekterweise: „Das Gesetz erschwere beispielsweise die internationale Kommunikation über Zeitzonen hinweg, klagte die BDA. Nach dieser Logik müssten Beschäftigte freilich 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche im Einsatz sein. Ohnehin schreibt das Gesetz nur die maximale Arbeitszeit vor, nicht, wann diese (an Werktagen) stattzufinden hat. Zudem beinhaltet es die vielfach genutzte Möglichkeit, die Arbeit auf zehn Stunden auszuweiten, wenn dies langfristig ausgeglichen wird. Mit fehlender Flexibilität hat das Ganze daher nichts zu tun. Eher mit grenzenloser Ausbeutung.“

Siehe auch:

Interview mit DGB-Chef Hoffmann (MDR Info – die dümmlichen Fragen des MDR-Moderators sollte man überhören)

http://www.news.de

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