Die teuersten und schlimmsten Flüchtlinge

Antikapitalismus

Die teuersten und schlimmsten Flüchtlinge sind die Steuerflüchtlinge. Unter den Unternehmen zählen besonders die absoluten Großunternehmer, die Global Player zu den größten Steuervermeidern, sonst wären sie wahrscheinlich auch nicht so groß geworden. In einer aktuellen Studie der US-Nonprofitorganisation »Citizens for Tax Justice« und der »US Public Interest Research Group Education Fund« werden die »Top 500« der US-Großunternehmen unter die Lue genommen. Ergebnis (nachzulesen in der Jungen Welt):

„Anhand von Konzernangaben bei der US-Börsenaufsicht wurde untersucht, welche Einnahmen dem US-Staat durch Steuerhinterziehung seitens der größten transnationalen Unternehmen entgangen sind. Von den 500 Konzernen, die es auf die Fortune-500-Liste geschafft haben, wurden allein 2014 2,1 Billionen (2.100 Milliarden) US-Dollar in Steueroasen von den Cayman- und Bermuda-Inseln über Irland und Luxemburg bis zu den Niederlanden verschoben und dem Zugriff der heimischen Steuerbehörden entzogen. 65 Prozent, d. h. knapp zwei Drittel dieser Summe, gehen – buchstäblich – auf das Konto von dreißig der allergrößten Konzerne, darunter Apple, General Electric, Microsoft, American Express, Nike und der US-Pharmagigant Pfizer. Allein Apple – der Konzern überschritt im Juli dieses Jahres die 200-Milliarden-Dollar-Marke an nichtinvestierten Cashreserven – hat der Studie zufolge dem US-Fiskus 181 Milliarden Dollar entzogen.“

Bei einem BIP (2014) von 17,4 Billionen Dollar entsprechen diese Steuerausfälle einem Anteil von 12 Prozent. Für Deutschland wären bei ähnlichen Größenordnungen (BIP 2014: 2,9 Billionen Euro) Steuerausfälle bis zu 350 Mrd. Euro zu erwarten. Damit ließen sich allerhand Flüchtlinge versorgen und integrieren, das gesamte Schienennetz und alle Brücken sanieren, zehntausende Lehrer, Erzieher und Altenpfleger beschäftigen. Doch er kümmert sich darum? Unsere „Mutti“ Merkel, die hoffentlich morgen nicht den Friedensnobelpreis bekommen wird, und ihre diversen Regierungskoalitionen jedenfalls nicht.

No Comments

Leave a Reply

Allowed tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>