Präsidentschafts- und Parlamentswahl in Argentinien

Wahlen

Die Präsidentschaftswahlen in Argentinien hat in der ersten Runde keiner der Kandidaten schon für sich entscheiden können. Die amtierende Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner durfte nach zwei Amtszeiten nicht wieder antreten. Für ihre Wahlallianz „Frente para la Victoria“ (unter Führung des peronistischen Partido Justicialista) trat Daniel Scioli an, der acuh die meisten Stimmen bekam. Stärkster Konkurrent und Mitbewerber in der Stichwahl ist Mauricio Macri vom liberal-konservativen Bündnis „Cambiemos“ (Propuesta Republicana, Unión Cívica Radical und einige Kleinparteien). Auf den dritten Platz kam Sergio Massa vom rechtsperonistischen Bündnis „Una Nueva Alternativa“. Nicolás del Caño von der trotzkistischen PTS konnte mit über drei Prozent den vierten Platz belegen.

Ergebnisübersicht:

Party or coalition Candidate Percentage in primaries[18] Percentage in first round[19][a] Percentage in run-off
Front for Victory Daniel Scioli 38.41% 36.86%
Cambiemos Mauricio Macri 30.07% 34.33%
United for a New Alternative Sergio Massa 20.63% 21.34%
Workers‘ Left Front Nicolás del Caño 3.31% 3.27%
Progresistas Margarita Stolbizer 3.51% 2.53%
Federal Commitment Adolfo Rodríguez Saá 2.11% 1.67%

Quelle: engl. Wikipedia

Neben dem Präsidenten wurden auch 48 der 72 Senatsmitglieder sowie 127 der 257 Mitlgieder der Abgeordnetenkammer neu gewählt. Ergebnisse laut Argentinienportal:

  • „Der kirchneristischen Allianz Frente para la Victoria und ihren Allierten hat die Wahl eine klare Niederlage beschert. Sie bleibt deutlich stärkste Kraft mit 116 Abgeordneten, verliert jedoch 26 Mandate und damit die absolute Mehrheit.
  • Die UCR, die bei der Präsidentschaftswahl Macri unterstützt hatte, bleibt mit 45 Mandaten zweitstärkste Fraktion und gewinnt 7 Abgeordnete hinzu.
  • Drittstärkste Kraft ist nun die konservative Pro, die Partei Mauricio Macris, mit 41 Mandaten. Sie gewinnt satte 21 Mandate hinzu und kann sich nun schon fast zu den „großen“ Parteien zählen. Doch sollte Macri Präsident werden, ist seine Partei alleine klar zu schwach, um ihn zu stützen. Er müsste die Koalition mit der UCR stärken und auch Peronisten ins Boot holen.
  • Die nicht-kirchneristischen Peronisten sind auf den vierten Platz gefallen, gewinnen dennoch 9 Mandate hinzu und stellen mit 36 Abgeordneten weiterhin eine starke Fraktion. Hierbei handelt es sich um das gewichtige „Zünglein an der Waage“, um das sich der nächste Präsident – egal ob Macri oder Scioli – bemühen muss.
  • Schlecht erging es den unabhängigen Mitte-Links-Kräften um Partido Socialista und GEN, die von der Polarisierung der Wahl hart getroffen wurden. Sie halbierten ihre Fraktion von 19 auf 9 Mandate. Allerdings hatten sie 2011 auch mit über 15 Prozent ein Rekordergebnis eingefahren.
  • Die Coalición Cívica ARI, dritter im Bund der Cambiemos-Koalition, holte 5 Abgeordnete und damit einen mehr als bisher.
  • Die Linksfront des Frente de Izquierda y de los Trabajadores gewannen ein Mandat hinzu und erhöhten von 2 auf 3 Mandate.
  • Andere linke Parteien verloren drei Mandate und besitzen nun nur noch 1 Mandat. Die radikale Linke wurde also insgesamt geschwächt.“

 

Siehe auch:

Junge Welt

taz

Präsidentschaftswahl 2015: Vorläufiges Endergebnis, Der neue Kongress: Fragmentiert und ohne klare Mehrheiten (beide auf Argentinien-Portal)

Ökodepaso-Beitrag zur Zwischenwahl 2013, Ökodepaso-Beitrag zu Wahlen 2011

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