Browsing the blog archives for Juni, 2016.


In eigener Sache

Was sonst noch in der Welt passiert

Aufgrund meiner beruflichen Situation wird mein heutiger Beitrag zum Brexit der vorerst letzte gewesen sein. Wer sich linksalternativ informieren möchte, den kann ich nur auf meine Linksammlung verweisen. Die dort aufgeführten Medien lassen sich uneingeschränkt empfehlen; es handelt sich dabei um keine abschließende Aufzählung.

Die Zeit der sozialistischen Umwälzung ist im Moment ziemlich fern, doch wir Antikapitalisten sollten uns unseren Zukunftsoptimismus nicht nehmen lassen und auf die langfristige Durchsetzungskraft der Vernunft vertrauen.

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!

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England und Wales verabschieden sich von EU

Wahlen

Das Referendum über den Austritt Großbritanniens ist nun entschieden – Engländer und Waliser sorgen dafür, dass Großbritannien sich aus der EU verabschiedet. Denn der Blick auf die regionalen Abstimmungsergebnisse zeigen, dass der „Brexit“ nur dank der Voten in England (mit Ausnahme Londonds) und Wales zustande kam. Schotten, Nordiren und London haben sich teils klar für den Verbleib in der EU entschieden:

Ergebnisse nach Regionen des Vereinigten Königreichs

Abstimmungsergebnisse beim Referendum nach Regionen
gelb: pro EU
blau: pro Brexit
Region Beteiligung pro EU pro Brexit pro EU % pro Brexit %
East Midlands 74,2 1.033.036 1.475.479 41,18 58,82
East of England 75,7 1.448.616 1.880.367 43,52 56,48
London 69,7 2.263.519 1.513.232 59,93 40,07
North East England 69,3 562.595 778.103 41,96 58,04
North West England 70,0 1.699.020 1.966.925 46,35 53,65
Nordirland 62,7 440.707 349.442 55,78 44,22
Schottland 67,2 1.661.191 1.018.322 62,00 38,00
South East England 76,8 2.391.718 2.567.965 48,22 51,78
South West England und Gibraltar 76,7 1.503.019 1.669.711 47,37 52,63
Wales 71,7 772.347 854.572 47,47 52,53
West Midlands 72,0 1.207.175 1.755.687 40,74 59,26
Yorkshire and the Humber 70,7 1.158.298 1.580.937 42,29 57,71

Quelle: Wikipedia

Die Folge des Referendums ist also nicht nur eine Verkleinerung der EU, sondern womöglich auch die Auflösung des „United Kingdom“: Denn die Schotten werden wohl ein neues Unabhängigkeitsreferendum anstreben und Sinn Fein (linksrepublikan.Partei in Irland und NOrdirland) hat schon die Wiedervereinigung Irlands gefordert.

Medienschau:

Europas Linke fordern Neugründung der EU Update Paul Mason: Neoliberale Politik hat Schuld / Pablo Iglesias: Wir müssen den Kurs ändern / Jean-Luc Mélenchon: Reformieren oder Verlassen

Brexit gibt Rechten und Europakritikern Auftrieb

Brexit: Großbritannien will sich Zeit lassen, EU drängt (alle von Neues Deutschland)

Katzenjammer in Brüssel (junge Welt)

Sinn Fein fordert Wiedervereinigung Irlands (n-tv)

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Kommunalwahl in Italien

Wahlen

In italien fanden am Sonntag die Stichwahlen zu den Bürgermeisterwahlen statt. Für die regierenden Sozial- und Christdemokraten der Partito Democratico (PD) stellen die Ergebnisse ein kleines Desaster dar: Von 15 Bürgermeisterämtern, die in der unteren Tablle dargestellt werden, verlor die PD elf. Nur in Varese, Bozen und Caserta konnte sie Ämter von anderen Parteien hinzugewinnen. Bemerkenswert waren die Siege der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung in Rom (mit über 67 %!) und Turin. Erfreulich ist, dass die politische Rechte in den Großstädten keine Siege einfahren konnte. Weniger erfreulich ist, dass die linke Opposition des PD (SI, Kommunisten, Grüne, SEL) kaum Siege feiern konnte, abgesehen z. B. von Neapel, wo der Renzi-Kritiker Luigi de Magistris (ehem. Mitglied der Italia dei Valori) sein Amt verteidigen konnte, oder Cagliari.

„Majority of each coalition in 120 comuni which have a population higher than 15,000 inhabitants“:

Party Political leaning of party Comuni
Democratic Party and allies Center-left 22
Forza Italia Centre-right 24
Five Star Movement Big tent[4] 21
Lega Nord Right-wing 9
Brothers of Italy Right-wing 3
Italian Left Left-wing 5
Popular Area Centre/Centre-right 1

Mayoral results

Cities Population Incumbent mayor Party Elected mayor Party
Benevento 63,489 Fausto Pepe PD Clemente Mastella FI
Bologna 386,386 Virginio Merola PD Virginio Merola PD
Bolzano 102,575 Michele Penta[5] none Renzo Caramaschi PD
Brindisi 88,355 Cesare Castelli[6] none Angela Carluccio CoR
Cagliari 154,400 Massimo Zedda SI Massimo Zedda SI
Carbonia 28,882 Giuseppe Casti PD Paola Massidda M5S
Caserta 79,640 Maria Grazia Nicolò[7] none Carlo Marino PD
Cosenza 67,679 Angelo Carbone[8] none Mario Occhiuto FI
Crotone 58,881 Peppino Vallone PD Ugo Pugliese UDC
Grosseto 78,630 Emilio Bonifazi PD Antonfrancesco Vivarelli Colonna FI
Isernia 22,025 Vittorio Saladino[9] none Giacomo D’Apollonio Civic
Latina 117,892 Giacomo Barbato[10] none Damiano Coletta Civic
Milan 1,343,163 Giuliano Pisapia SI Giuseppe Sala PD
Naples 980,716 Luigi de Magistris Civic Luigi de Magistris Civic
Novara 104,388 Andrea Ballarè PD Alessandro Canelli LN
Olbia 53,307 Gianni Giovannelli PD Settimo Nizzi FI
Pordenone 50,583 Claudio Pedrotti PD Alessandro Ciriani Civic
Ravenna 153,740 Fabrizio Matteucci PD Michele De Pascale PD
Rimini 147,793 Andrea Gnassi PD Andrea Gnassi PD
Rome 2,864,348 Francesco Paolo Tronca[11] none Virginia Raggi M5S
Salerno 140,608 Vincenzo Napoli PD Vincenzo Napoli PD
Savona 60,661 Federico Berruti PD Ilaria Caprioglio Civic
Turin 892,649 Piero Fassino PD Chiara Appendino M5S
Trieste 204,590 Roberto Cosolini PD Roberto Dipiazza Civic
Varese 79,793 Attilio Fontana LN Davide Galimberti PD
Villacidro 14,281 Teresa Maria Pani PD Cabriolu Marta Civic

 

Quelle: engl. Wikipedia

Siehe auch:

Rechtsruck in Rom (Junge Welt)

http://www.tagesschau.de

italien. Wikipedia

Der Freitag

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Über schwarz-rot-grüne Rentenlügen

Antikapitalismus, Parteien

Das sinkende Niveau der gesetzlichen Rente führt dazu, dass noch mehr Menschen als bereits heute von Altersarmut bedroht sein werden. Die Riesterrente kann die Rentenlücke nicht ausgleichen. Im Bundestag forderte Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Linksfraktion, die milliarden-schwere Riesterförderung zu stoppen. Angespartes Kapital einer Riesterrente könne freiwillig in die gesetzliche Rente überführt werden. Zu den rentenpolitischen Konzepten von Union, Grünen und SPD erklärte Birkwald: „Wer ernsthaft das Rentenniveau erhöhen oder stabilisieren will, muss die Kürzungsfaktoren aus der Rentenanpassungsformel streichen. Alles andere ist leeres Gerede.“

Ein anderer Aspekt der Rentenpolitik stand am vergangegen Freitag ebenfalls auf der Tagesordnung des Bundestages: die Benachteiligung Ostdeutscher bei der Rente auch noch 26 Jahre nach der Wende. „Noch immer gibt es Benachteiligungen bestimmter Gruppen durch falsche oder fehlende Regelungen in der Rentenüberleitung. Mit all den vielfältigen Diskriminierungen von ostdeutschen Biografien in der Rente wird sich die LINKE niemals abfinden. Hier werden wir nicht locker lassen! Und es ist beschämend, wie zynisch Schwarz-Rot hier auf Zeit spielt“, so die LINKE-Vorsitzende Katja Kipping in ihrer Rede.

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Wahlen in Peru

Wahlen

Die Peruaner hatten in den vergangenen Wochen sowohl den Präsidenten als auch das Parlament neu zu wählen. Das sind die (aus linker Sicht unerfreulichen) Ergebnisse:

Präsidentenwahl

First round

Peruvian presidential elections, 2016
Party Candidate Votes % ±
Popular Force (rechtsautoritär) Keiko Fujimori 6,115,073 39.86 Increase 16.3
Peruvians for Change (neoliberal-konservativ) Pedro Pablo Kuczynski 3,228,661 21.05 Increase 1.5
Broad Front (links) Verónika Mendoza 2,874,940 18.74
Popular Action (nationalistisch) Alfredo Barnechea 1,069,360 6.97
Popular Alliance (sozialdemokr.) Alan García 894,278 5.83
Direct Democracy Gregorio Santos 613,173 4.00
Hope Front Fernando Olivera 203,103 1.32
Possible Peru Alejandro Toledo 200,012 1.30
Developing Peru Miguel Hilario 75,870 0.49
Order Party Antero Flores Aráoz 65,673 0.43
Turnout 18,734,130 81.80

Second round

Peruvian presidential elections, 2016 – Second round
Party Candidate Votes % ±
Peruvians for Change Pedro Pablo Kuczynski 8,591,802 50.12
Popular Force Keiko Fujimori 8,549,205 49.87
Turnout 18,335,385 80.06

Parlamentswahl:

Parties Popular vote Percentage
of vote
Seats
Fuerza popular.jpg
Popular Force 4,431,077 36.34% 71
Peruanos Por el Kambio.png
Peruvians for Change 2,007,710 16.47% 20
Logo-frente-amplio.svg
Broad Front for Justice, Life, and Liberty 1,700,052 13.94% 20
Logoapp.png
Alliance for the Progress of Peru 1,125,682 9.23% 9
Popular Alliance 1,013,735 8.31% 5
Acción Popular emblema.jpg
Popular Action 877,734 7.20% 5
Direct Democracy 528,301 4.33%
Peru-Posible-624x624.jpg
Possible Peru 286,980 2.35%
Hope Front 139,634 1.15%
Partido Político Orden.png
Order Party 68,474 0.56%
Logo Progresando Peru.jpg
Developing Peru 14,663 0.12%
Total 12,194,042 100.00% 130

Quelle: engl. Wikipedia

Presseberichte:

junge Welt

Neues Deutschland

tagesschau.de

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Lese-Tipps der Woche aus der jungen Welt

Antikapitalismus

Heute eine thematisch breit gefächerte Presseschau aus der einzigen marxistischen Tageszeitung Deutschlands, der jungen Welt:

Weniger arme Kinder mit Statistiktricks

Arbeitsagentur deklariert mehr als 126.000 unter 15jährige in Hartz-IV-Haushalten als nicht bedürftig

(Von Susan Bonath)

Millionen außen vor

Bertelsmann-Stiftung beklagt Massenphänomen Langzeiterwerbslosigkeit in Deutschland und der gesamten EU. Helfen soll ein »sozialer Arbeitsmarkt«

(Von Ralf Wurzbacher)

Vermögensweltmeister

Laut Studie besitzt ein Prozent der Weltbevölkerung fast die Hälfte des Vermögens. Sahra Wagenknecht fordert: »Mit den Reichen anlegen«

Von Simon Zeise

»Gegen Neofaschismus hilft nur Aufklärung«

Erhard Stenzel desertierte aus der Wehrmacht und schloss sich der Résistance an. In ihren Reihen kämpfte er bis zur Befreiung Frankreichs – und ging dann in die DDR, wo er als Kommunist und Gewerkschafter politische Verantwortung übernahm

(Interview: Horsta Krum)

Mit antikommunistischer Brille

Die Thüringer Landesregierung unter der Führung der Partei Die Linke delegitimiert die DDR und reproduziert herrschende Mythen über den sozialistischen Staat

(Von Ludwig Elm, Ekkehard Lieberam)

Braunkohle kostet und kostet und kostet

Studie: Konzernrückstellungen reichen nicht für Beseitigung der Langzeitschäden des Tagebaus

 

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Parlamentswahl in Zypern

Wahlen

Die Zyprioten haben am 22. Mai turnusgemäß das Parlament gewählt:

Parties Votes % +/– Seats +/–
Democratic Rally (Dimokratikos Sinagermos) 107,824 30.68 -3.7 18 -2
Progressive Party of Working People (Anorthotiko Komma Ergazomenou Laou) 90,206 25.67 -7.1 16 -3
Democratic Party (Dimokratiko Komma) 50,924 14.49 −1.3 9 ±0
Movement for Social Democracy (Kinima Sosialdimokraton) 21,730 6.18 −2.8 3 -2
Citizens‘ Alliance (Simmachia Politon) 21,109 6.01 new 3 +3
Solidarity Movement (Kinima Allileggiis) 18,424 5.24 new 3 +11
Ecological and Environmental Movement (Kinima Oikologon – Sinergasia Politon) 16,915 4.81 +2.6 2 +1
National Popular Front (Ethniko Laiko Metopo) 13,041 3.71 +2.6 2 +2
Animal Party Cyprus (Kinima gia ta zoa tis Kiprou) 4,088 1.16 new 0 ±0
People’s Breath 3,072 0.87 new 0 ±0
Flag Social Movement 2,033 0.58 new 0 ±0
Union of Fighters for Justice 983 0.28 new 0 ±0
Independents 1,041 0.29 0
Reserved seats for minorities 3 0
Valid votes 351,390 100 59 0
Invalid votes 7,673 2.12
Blank votes 3,478 0.96
Voted/turnout 362,541 66.74 –10
Absenteeism 180,645 33.26 +10
Registered voters 543,186
Sources: Official results Other: Interactive Visualisation of Results

Quelle: engl. Wikipedia

Presse:

junge Welt

tagesschau.de

Süddeutsche Zeitung

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Mehr Kinder müssen von Hartz IV leben

Antikapitalismus

Traurige Nachrichten zum Kindertag am 1. Juni: Jedes siebte Kind in Deutschland ist auf Hartz IV-Leistungen angewiesen. Das ergab eine Datenauswertung von Sabine Zimmermann, stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE:

„Im Durchschnitt des Jahres 2015 war rund jedes siebte Kind (nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte unter 15 Jahren) auf Hartz IV angewiesen.

Die so genannte Hilfequote lag im Jahr 2015 bei 14,4 Prozent (Hilfequote: Bestand der nicht erwerbsfähigen Leistungsberechtigten unter 15 Jahren bezogen auf die Bevölkerung von unter 15 Jahren).

In absoluten Zahlen waren dies im Jahr 2015 durchschnittlich 1.542.310 unter 15-Jährige, im Vergleich zu 2014 ist ihre Zahl um 33.712 bzw. um 2,2 Prozent angestiegen. Im Jahr 2014 waren es 1.508.598.

Regional gibt es erhebliche Unterschiede: Waren in Bremen und Berlin Ende  2015 mit 31,5 Prozent fast jedes dritte Kind unter 15 Jahren von Hartz IV-Leistungen abhängig, sind es in Bayern nur 6,5 Prozent. Auch ist die Hilfequote in Ostdeutschland mit 20,3 Prozent wesentlich höher als in Westdeutschland mit 13,0 Prozent.

Dies geht aus der offiziellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Grundsicherung für Arbeitsuchende hervor, die die Abgeordnete Sabine Zimmermann ausgewertet hat.

Dazu erklärt die stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE, Sabine Zimmermann:

‚Das Problem der Kinderarmut ist seit Jahren bekannt, doch statt die soziale Sicherung für Kinder endlich existenzsichernd auszugestalten, wurde mit dem Bildungs- und Teilhabepaket ein bürokratisches Monstrum geschaffen, dessen Verwaltung aufwändig ist. Die sozialen Leistungen müssen Armut verhindern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.  Die Regelsätze für Kinder müssen erhöht werden, nicht diskriminierende soziale Infrastrukturen sind aufzubauen und perspektivisch ist eine Kindergrundsicherung als eigenständige Leistung zu entwickeln.

Genau betrachtet geht es beim Thema Kinderarmut nicht unmittelbar um die Armut der Kinder, sondern um die Armut ihrer Eltern und deren Auswirkung auf die Kinder. In der enormen Anzahl der Hartz IV-Beziehenden mit Kindern spiegeln sich die in vielen Regionen immer noch angespannte Arbeitsmarktlage mit viel zu wenigen Arbeitsplätzen und Niedriglöhne wider. Diese Probleme muss die Bundesregierung endlich angehen, um auch Perspektiven für die Kinder zu schaffen. Unter anderem bedarf es der Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro die Stunde und der Abschaffung der systematischen Niedriglohnbeschäftigung in Form der Leiharbeit als zwei wesentliche Maßnahmen, um Arbeit wieder  existenzsichernd zu machen. Ebenso müssen aber auch bessere Kinderbetreuungsangebote geschaffen werden, insbesondere in den so genannten Randzeiten.'“

Zur aktuellen Entwicklung der Armut in Deutschland ist auch der aktuelle Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes eine gute Lektüreempfehlung.

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