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Studie zur Zeitverwendung von Eltern

Was sonst noch in der Welt passiert

Folgende Studie im Auftrag des Budesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstreicht u. a. einmal mehr, dass das gegenwärtige 40-Stunden-Normalarbeitsverhältnis nicht mehr den Bedürfnisse der Menschen entspricht. Nicht nur wegend er Familie, sondern auch für eine bessere Verteilung der gesellschaftlich notwendigen Arbeit unter den vielen prekär oder gar nciht Beschäftigten ist es enorm bedeutsam, dass die gesetzliche Maximalarbeitszeit schleunigst drastisch reduziert wird. Die von Schwesig vertretene 32-Stunden-Woche kannd a nur eine Zwischenetappe sein.

Meldung vom BMFSJ (Bundesfamilienministerium):

Studie zur Zeitverwendung: Eltern wünschen sich mehr Zeit für Familie

Der Wunsch der Eltern nach mehr Zeit für die Familie ist groß. 32 Prozent der Väter und 19 Prozent der Mütter bemängeln, nicht ausreichend Zeit für ihre Kinder zu haben. Fast 80 Prozent der Väter wünschen sich, dass sich dies ändert und sie sich mehr um Kinder und Familie kümmern können. Das sind Ergebnisse der Studie  „Zeitverwendung in Deutschland 2012/2013“ des Bundesamtes für Statistik, die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig gemeinsam mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Statistik, Roderich Egeler, am 26. August 2015 in Berlin vorgestellt hat.

Arbeitsstunden für Männer und Frauen gestiegen

Mit der Studie liegen erstmals Daten vor, die zeigen, welche Veränderungen es bei der Verwendung der Zeit von Frauen und Männern sowie von Familien in Deutschland gibt.

„Väter und Mütter sind heute stärker gefordert als früher – beruflich und privat. Vollzeit arbeiten, sich gleichzeitig um Kinder und pflegebedürftige Angehörige kümmern – das bringt die Familien an die Grenze ihrer Belastung,“ sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. „Diese Generation steht vor der Herausforderung, ihre Wünsche nach Beruf und Familienleben zu vereinbaren, sie braucht zeitliche Entlastung. Die Zeit für die Familie muss mehr anerkannt werden“, forderte Manuela Schwesig.

Im Vergleich zu den Jahren 2001/2002 gibt es Veränderungen: Grundsätzlich ist die Stundenzahl bei Männern und Frauen für Erwerbstätigkeit gestiegen. Gleichzeitig haben aber Mütter und Väter auch mehr Zeit darauf verwendet, sich um Kinder zu kümmern und sich aktiv mit ihnen zu beschäftigen. Erwerbstätige Mütter verbrachten dabei ähnlich viel Zeit mit Aktivitäten wie Vorlesen oder Gesprächen mit den Kindern wie nicht erwerbstätige Mütter.

„Familienarbeitszeit weiterverfolgen“

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit bei der Erwerbsarbeit gibt es jedoch eine Lücke: Väter und Mütter in Vollzeit wollen durchschnittlich weniger Stunden arbeiten und mehr Zeit für Familie haben. Paare, die beide je 30 Stunden und mehr arbeiten, wünschen sich durchschnittliche Arbeitszeiten von 33 bis 38 Stunden in der Woche. Mütter in Teilzeit mit weniger Stunden würden ihre Arbeitszeit dagegen gerne etwas erhöhen.

„Das zeigt, dass mein Vorschlag einer Familienarbeitszeit, bei der beide vollzeitnah arbeiten und sich um die Familie kümmern, den Nerv trifft. Die Familienarbeitszeit bietet Eltern die Chance, so zu leben wie sie es sich wünschen. Ich bin überzeugt: davon profitieren alle – Mütter, Väter und Kinder“, sagte Manuela Schwesig. Ein erster Schritt auf dem Weg dorthin ist das Elterngeld Plus. Es bietet Eltern flexiblere Möglichkeiten, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren und unterstützt eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbsarbeit in Teilzeit durch einen Partnerschaftsbonus. „Damit aus der geforderten Generation keine überforderte Generation wird, müssen wir Männer und Frauen darin unterstützen, ihre Zeit partnerschaftlich aufzuteilen“, sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.

Externe Links zum Thema

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Widerstand gegen Angriff der Kapitalisten auf Achtstundentag!

Antikapitalismus

Es gibt wohl keine Errungenschaft der Arbeiterbewegung, vor der der entfesselte neoliberale Kapitalismus nicht irgendwann einmal Halt machen wird. Alles wird früher oder später, sobal die Arbeiterklasse und ihre Organisationen völlig zermürbt sind, hinterfragt. Neuestes Ziel ist die Schleifung des Achtstundentages, der in Deutschland mit der Novemberrevolution von 1918 von unseren Urgroßvätern und -müttern blutig erkämpft wurde. In einem Positionspapier fordert die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) die Abschaffung des Achtstundentags, „um mehr Spielräume zu schaffen und betriebliche Notwendigkeiten abzubilden«. Die tägliche solle durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit ersetzt werden. „Flexible Arbeitszeiten gewinnen, angesichts von Digitalisierung und der Notwendigkeit zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, immer mehr an Bedeutung“, so der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Eric Schweitzer weiter.

Der Zusammenhang von Digitalisierung der Arbeitswelt und Notwendigkeit von flexibleren Arbeitszeiten erschließt sich mir nicht. Die Digitalisierung der Arbeit wird eher dazu führen, dass statt Flexibilisierung eher eine Ersetzung der menschlichen durch maschinelle Arbeit erfolgen wird. Das wäre auch gut, denn dann könnte man eine allgemeine gesetzliche Arbeitszeitverkürzung vornehmen und alle Menschen hätten mehr Freizeit bei gleichem Lohn. Dann wäre auch das Problem der Vereinbarkeit von Beruf und Familie besser zu lösen. Dieses Argument wird oben als Feigenblatt benutzt, um die eigene Forderung, die zu besserer Ausbeutung der Arbeiter führen soll, zu kaschieren. Flexibilisierung ist schön, wenn nicht nur der Arbeitgeber was davon hätte. Z. B. wäre es gut, wenn ein Vater oder eine Mutter spontan den Arbeitsplatz verlassen darf, wenn die Schule anruft, weil das Kind akut erkrankt ist, und die Arbeit nacharbeiten darf, wann sie/er möchte.

Die Junge Welt schreibt korrekterweise: „Das Gesetz erschwere beispielsweise die internationale Kommunikation über Zeitzonen hinweg, klagte die BDA. Nach dieser Logik müssten Beschäftigte freilich 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche im Einsatz sein. Ohnehin schreibt das Gesetz nur die maximale Arbeitszeit vor, nicht, wann diese (an Werktagen) stattzufinden hat. Zudem beinhaltet es die vielfach genutzte Möglichkeit, die Arbeit auf zehn Stunden auszuweiten, wenn dies langfristig ausgeglichen wird. Mit fehlender Flexibilität hat das Ganze daher nichts zu tun. Eher mit grenzenloser Ausbeutung.“

Siehe auch:

Interview mit DGB-Chef Hoffmann (MDR Info – die dümmlichen Fragen des MDR-Moderators sollte man überhören)

http://www.news.de

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Arbeitszeitdebatte in ver.di

Antikapitalismus

Meldung vom 03.06.2015: Auf dem letzten ver.di Bundeskongress wurden eine Reihe von Anträgen behandelt, die sich mit dem Thema Arbeitszeitverkürzung befasst haben. Darunter auch Anträge, die eine weitere Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 35 bzw. 30 Stunden gefordert haben.  In der auf dem Kongress angenommenen Arbeitszeitpolitischen Entschließung „Arbeitszeitverlängerung stoppen und die Tür für Arbeitszeitverkürzungen öffnen“ wurde formuliert: „Die Verkürzung der Arbeitszeit und deren humane Gestaltung sind zentrale tarif- und gesellschaftspolitische Handlungsfelder der ver.di. ver.di hält daran fest, Arbeitszeitverkürzungen mit vollem Lohnausgleich und Personalausgleich durchzusetzen. Sie sind ein wichtiger Beitrag, um Arbeit menschlicher zu machen und Arbeit gerecht zu verteilen, sie sind erforderlich, um Beschäftigung zu sichern und Arbeitslosigkeit abzubauen…. ver.di lehnt die arbeitszeitpolitische Rollback-Strategie der Arbeitgeber, die auf eine Verlängerung der Arbeitszeit, angefangen bei der Wochenarbeitszeit bis hin zur Lebensarbeitszeit, abzielt, entschieden ab. ver.di wird sich diesen Angriffen der Arbeitgeberseite betriebs- und tarifpolitisch entschieden entgegenstellen.“

Weiterlesen auf kommunisten.de

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Fehlschätzung des Tages: Hartz-IV-Ausgaben

Antikapitalismus

Diese Meldung ist ein Ausdruck des Realitätsverlustes, dem die herrschende Exekutive der Bourgeoisie-Interessen bezüglich des angeblichen „deutschen Jobwunders“ unterliegt. Die Politiker der Großen Koalition (und auch ihre Vorgänger-Regierungen) glauben ja standhaft, dass die Schröderschen Hartz-Reformen für eine Belebung des deutschen Arbeitsmarktes gesorgt und erfolgreich die Massenarbeitslosigkeit bekämpf haben. Das ist natürlich Quatsch, der sich nur dank geschönter Arbeitslosenstatistiken vermitteln lässt. Nun hat die Regierung festgestellt, dass das Jobwunder doch nicht so üppig ist und etwas mehr Geld für die Hartz-IV-Leistungen eingeplant werden muss. Laut Focus-Meldung benötigt die Regierung bis zu einer Milliarde Euro zusätzlich.

Arbeitslosigkeit und damit auch die Ausgaben für Hartz-Bezieher können meienr Meinung nach nicht abgebaut werden, wenn man nur noch prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie Leiharbeit oder Werkverträge fördert bzw. nicht aktiv bekämpft. Gegen Massenarbeitslosigkeit können laut dem Wirtschaftsprofessor Heinz J. Bontrup nur zwei Sachen helfen: mehr Wirtschaftswachstum oder Arbeitszeitverkürzungen. Da in den westlichen Industriestaaten das Sättigungsniveau schon äußerst ausgeprägt ist (irgendwann kaufen sich die Leute nicht ein fünftes Smartphone oder die fünfhundertste Handtasche) und weiteres Wachstum v. a. aus ökologischen Gründen absolut nicht wünschenswert ist, bleibt nur die Möglichkeit einer massiven Arbeitszeitverkürzung. Nachzulesen u. a. im Manifest zur Überwindung der Massenarbeitslosigkeit.

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