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Auf zur Demo: Alle gemeinsam: Bildung streikt!

Hochschulpolitik

Ich unterstütze folgenden Aufruf an alle HallenserInnen:

Demonstration & Kundgebung gegen den Bildungsnotstand an Schulen und Hochschulen in Halle und Sachsen-Anhalt

Start der Demo: 10 Uhr auf dem Steintor-Campus
Demonstrationszug zum Marktplatz
Kundgebung: 11 Uhr auf dem Marktplatz

Seit knapp einem Jahrzehnt versuchen die Verantwortlichen von CDU und SPD alles, um aus der bereits unterfinanzierten Bildungslandschaft Sachsen-Anhalts weiter Geld herauszupressen. Die neoliberale Erfüllungsgehilfen haben immer wieder „Vorschläge“ gemacht, um unser Bildungssystem angeblich noch “effizienter” zu machen: Zuerst sollte die Universitätsmedizin in Halle weg, danach waren es mit den Sport- und Geowissenschaften, Informatik und Psychologie beträchtliche Teile der Lehramtsausbildung. Und an einer guten Versorgung der Schulen mit Lehrkräften, insbesondere jungem Nachwuchs, wird seit Jahren massiv gespart. Dagegen haben wir – lehrende und lernende Menschen dieses Landes – in den letzten Jahren lautstark protestiert.

Doch das Bild hat sich trotz einiger Erfolge nicht wesentlich geändert: Der Unterrichtsausfall ist enorm, teilweise können Schüler*innen nur noch betreut werden, während die Lehrkräfte von Klasse zu Klasse und Schule zu Schule hetzen. Und an der Universität: überfüllte Seminare, immer schlechtere Betreuung, weniger Möglichkeiten: Massenabfertigung statt Bildung. Überall regiert das Kürzungsdiktat. Dabei hatte Finanzminister Bullerjahn (SPD) Ende 2014 sogar 80 Mio. Euro über.

Dies alles zeigt uns: Wir müssen uns dem Bildungsnotstand an den Schulen und Hochschulen des Landes weiter vehement entgegenstellen! Gemeinsam mit den Schüler*innen und Lehrkräften zeigen wir der Landesregierung nicht nur unseren Unmut, sondern erinnern auch im Angesicht der Landtagswahl im Frühjahr 2016 an die großen Lügen des schwarz-roten Koalitionsvertrages. Fahren CDU und SPD ihren Kurs weiter unbeeindruckt fort, bedeutet das für uns in Sachsen-Anhalt:

Alle gemeinsam, Bildung streikt!
Keine Stimme für diese wahrhaftig Bildungsfernen!

Link zur Facebook-Veranstaltung

Keine Antworten

Unsoziale „Bildungsrepublik“

Hochschulpolitik, Was sonst noch in der Welt passiert

Der DGB publizierte diese Woche die in seinem Auftrag erstellte Bildungsgipfel-Bilanz 2014:

Vor gut sechs Jahren riefen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die MinisterpräsidentInnen in Dresden die „Bildungsrepublik Deutschland“ aus. Doch wichtige Versprechen wurden nicht eingelöst. Zu viele Jugendliche brechen die Schule ab, Millionen junger Menschen haben keine abgeschlossene Ausbildung. Die vermeintliche Bildungsrepublik bleibt ein sozial gespaltenes Land.  Das zeigt die Bildungsgipfel-Bilanz 2014, die der Essener Bildungsforscher Klaus Klemm im Auftrag des DGB gezogen hat. Die soziale Spaltung bleibt bestehen. „Wir brauchen eine neue Bildungsstrategie“, sagt die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.

Überblick über Ziele des Bildungsgipfels und deren tatsächliche Umsetzung

Im Herbst 2008 hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Ministerpräsidenten der Länder zu einem Bildungsgipfel nach Dresden eingeladen. Dort vereinbarten Bund und Länder einige konkrete, messbare Ziele. Diese Ziele sollen bis zum Jahr 2015 erreicht sein. Wir haben den Essener Bildungsforscher Klaus Klemm gebeten, in einer Bildungsgipfel-Bilanz 2014 zu prüfen, ob und in wie weit, diese Ziele umgesetzt wurden. Diese Bilanz kommt sehr nahe an die Abschluss-Bilanz des Bildungsgipfel-Prozesses heran. Hier eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse:

Ziel: Halbierung  der Quote der Schulabgänger/innen ohne Schulabschluss von 8 auf 4 Prozent.

Umsetzung: Die angestrebte Halbierung der Quote auf 4,0 % ist nicht absehbar. In den Jahren von 2008 bis 2013 ist diese Quote– von 8,0 auf 5,7 Prozent. Ein Maßnahmenbündel, das in diesem Handlungsfeld Erfolge versprechen würde, ist nicht erkennbar – schon gar nicht ein solches, das die Förderschulen, aus denen mehr als die Hälfte der Absolvent/innen ohne Hauptschulabschluss stammen, einbezöge.

Ziel: Halbierung  der Quote junger Erwachsener ohne eine abgeschlossene Berufsausbildung von 17 auf 8,5 Prozent

Umsetzung: Die angestrebte Halbierung der Quote ist nicht in Sicht: Von 2008 bis 2013 hat sich die entsprechende Quote von 17,2 % auf 13,8 % nur sehr geringfügig verringert. Da die Integrierte Ausbildungsberichterstattung auch für 2013 noch eine Zahl von fast 258.000 jungen Erwachsenen im Übergangssystem vermeldet (jenem System, das keinen Berufsabschluss vermittelt), besteht kein Anlass, optimistisch in die nähere Zukunft zu blicken.

Ziel: Ausbau der Kindertagesbetreuung für unter Dreijährige (35% bis zum 1.8. 2013)

Umsetzung: Beim Ausbau der Krippenplätze für unter Dreijährige liegt Deutschland im Betreuungsjahr 2013/14 mit einem Platzangebot von 32,3 % unterhalb der 35 Prozent-Marke. Hier liegen vor allem die Länder des früheren Bundesgebietes mit 27,4 % deutlich unterhalb der anvisierten Zielmarke.

Ziel: Steigerung der Weiterbildungsbeteiligungsquote von 40 auf 50 Prozent

Umsetzung: Mit der Weiterbildungsquote von 49 % ist die Zielquote bereits 2012 nahezu erreicht worden. Bemerkenswert ist allerdings, dass sich hinter dieser Zahl eine enorme soziale Schieflage verbirgt. Vor allem Arbeitslose, Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung und Menschen mit Migrationshintergrund sind bei der Weiterbildungsbeteiligung „abgehängt“.

Ziel: Erhöhung der Quote der Studienanfänger/innen auf 40 Prozent eines Jahrgangs

Umsetzung: Das Ziel  wurde mit inzwischen mit 57,5 % (2013) weit übertroffen. Auch wenn die Bildungsausländer/innen nicht einbezogen werden, liegt diese Quote mit 46,2 % deutlich oberhalb der Zielquote von 40 %. Allerdings ist auch dies verbunden mit einem hohen Maß sozialer Chancenungleichheit: 50 % der Studierenden kommen aus Akademikerfamilien, aber nur 27 % aus Facharbeiterfamilien. Die Steigerung der Studienanfängerquote macht zudem auf die Schwierigkeiten der Hochschulen, den jungen Studierenden angemessene Studienbedingungen zu bieten, aufmerksam.

Ziel: Steigerung der Bildungsausgaben auf 10 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) – 7 Prozent für Bildung drei Prozent für Forschung

Umsetzung: Das für 2015 gesetzte Ziel der Steigerung der öffentlich und privat getragenen Bildungsausgaben auf 10 % des Bruttoinlandsprodukts ist Deutschland im Jahr 2012 mit einem Wert von 9,0 % bisher noch nicht nahe gekommen. Die Tatsache, dass dieser Wert von 2011 nach 2012 nach einem zwischenzeitlichen Anstieg wieder leicht gesunken ist, stimmt wenig optimistisch.

Unser Fazit

Klemms Bilanz fällt gemischt aus: Die Zahl der Krippenplätze ist gestiegen und mehr Menschen beginnen ein Studium oder bilden sich weiter. Doch ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt: Die soziale Schieflage bleibt die Achillesferse unseres Bildungssystems. Die Zahl der jungen Menschen ohne Schul- und Berufsabschluss bleibt bedrückend hoch. Auch bei der Weiterbildung und im Studium öffnet sich die Schere zwischen Gewinnern und Verlierern. Die vermeintliche „Bildungsrepublik Deutschland“ bleibt ein sozial gespaltenes Land. Mehr noch: Der Anteil der Bildungsinvestitionen am Bruttoinlandsprodukt ist wieder gesunken.

Die enge Kopplung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg sowie die strikte Trennung von beruflicher und hochschulischer Bildung bleiben die zentralen Herausforderungen der Bildungspolitik.

Mit dem Jahr 2015 dürfen die gemeinsamen Anstrengungen von Bund und Ländern nicht stehen bleiben. Wir brauchen einen neuerlichen Bildungsgipfel. Bund, Länder und Kommunen müssen zusammen mit den Sozialpartnern eine „gemeinsame Bildungsstrategie“ entwickeln.“


 

Presseberichte hierzu:

Junge Welt

Süddeutsche.de

Keine Antworten

Fünf Forderungen machen (Bildungs-)Revolution

Hochschulpolitik

Neuigkeit von der IG Metall-Kampagne „Revolution Bildung“:

Gute zwei Wochen liegt der Revolutionäre Bildungskongress in Stuttgart nun zurück. Zeit, einen Blick zurück zu werfen und auch noch einmal auf die konkreten Forderungen für die nächsten Monate zu schauen, die die Delegierten in vielen Diskussionen gemeinsam erarbeitet haben. Wir nennen noch einmal die Forderungen und erläutern, warum diese den Delegierten jeweils so wichtig waren.

Grundsätzlich hatte sich ja schon vor Beginn des Kongresses abgezeichnet, dass es neben einem allgemein offenen Zugang zu Bildung und Ausbildung insbesondere um Weiterbildung gehen würde – und zwar für alle Menschen und in jeder Lebenssituation.

Entsprechend fand die Forderung nach einem individuellen Anspruch auf Zeit für Weiterbildung in den Tarifverträgen große Zustimmung.

Ebenso wichtig ist es, ein tarifvertraglich gesichertes und ausreichendes Einkommen während der Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen zu erhalten, und zwar unabhängig von deren Dauer!

Das alles bedeutet nicht, dass es im Bereich der betrieblichen Ausbildung nicht alle Hände voll zu tun gäbe. Angefangen von den häufig schwer vergleichbaren Qualitätsstandards bis zu den teils viel zu hohen Kosten, die den jungen Menschen aufgebürdet werden.

Aus diesen und einigen weiteren Gründen fordert die IG Metall Jugend ein Berufsbildungsgesetz, das alle Formen der betrieblichen Ausbildung erfasst, das Qualitätsstandards festschreibt, junge Menschen von Kosten entlastet, die aufgrund der Ausbildung entstehen und Mitbestimmung auch an Berufsschulen ermöglicht.

Wer von gerechter Bildung spricht, darf auch die Universitäten nicht vergessen und sollte nicht nur von einer Reform des derzeitigen BAföGs reden, wie es etwa die Bundesregierung tut. Daher fordert die Gewerkschaft eine elternunabhängige Studienunterstützung, die ein eigenständiges Leben ermöglicht, aber nicht dazu führt, dass junge Menschen auf Jahre verschuldet sind.

Alles zusammen soll dann in einem Weiterbildungsgesetz geregelt werden, dass aus dem momentan undurchschaubaren Dschungel an unterschiedlichen Durchführungswegen ein einheitliches Regelwerk schafft, das im Kern die volle Finanzierung von Weiterbildungsmaßnahmen und die Freistellung für die Teilnahme garantiert.

Am Ende geht es der IG Metall Jugend nicht nur darum, dass Bildung allen Menschen in jeder Lebensphase offensteht, es geht vielmehr um einen neuen, anderen Bildungsbegriff, der im Unterschied zu dem in Politik und Wirtschaft vorherrschenden Verständnis Bildung eben nicht nur als Voraussetzung dafür begreift, „fit für den Markt“ zu sein.

Es geht um eine Bildung, die die Menschen zu Selbstbestimmung, zu Mitbestimmung und zu Solidarität befähigt. Es geht um eine Bildung, die die Voraussetzungen für eine demokratische, eine gerechtere, eine bessere Zukunft schafft. Dafür kämpfen wir.“

Keine Antworten

Unterstützt das Bildungsmanifest!

Hochschulpolitik, Was sonst noch in der Welt passiert

Pressemitteilung der IG Metall Jugend:

Die IG Metall fordert im Wahljahr [2013] mit einem Bildungsmanifest an die Politik, grundlegende Reformen im Bildungssystem umzusetzen. Bildung soll demnach gerechter, für alle zugänglich, in der Regel kostenfrei und mit Arbeit besser vereinbar werden. Deutschland brauche ein Bildungssystem, das lebenslanges Lernen ermöglicht.

„Wir steuern auf eine Bildungskatastrophe zu. Die Politik hat versagt und lässt die Junge Generation alleine zurück. Dagegen wird die IG Metall aktiv. Deshalb fordern wir alle Eltern, Schüler, Studierende, Azubis und Beschäftigte der Republik auf, das Bildungsmanifest zu unterzeichnen und den grundlegenden Wandel des Bildungssystems voranzutreiben“, sagte Eric Leiderer, Bundesjugendsekretär der IG Metall am Freitag in Frankfurt.

Das Bildungsmanifest kann online auf www.revolutionbildung.de unterschrieben werden. Zeitgleich werden hunderte junger Aktiver Unterschriften in den Betrieben und auf den Straßen im gesamten Bundesgebiet sammeln.

Zu den Erstunterzeichnern des Manifests gehören der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, der Zweite Vorsitzende Detlef Wetzel sowie alle geschäftsführende Vorstandsmitglieder der IG Metall. Die mit 220.000 Mitgliedern größte politische Jugendorganisation Deutschlands will möglichst viele Unterstützer für das Manifest und ihre Bildungsforderungen gewinnen und in  einem breiten gesellschaftlichen Bündnis im Vorfeld der Bundestagswahl Druck auf Politik und Wirtschaft ausüben.

Zu den Grundvoraussetzungen gehören laut Bildungsmanifest unter anderem ein Ausbildungsangebot für alle Jugendlichen, ein durchlässigeres Schulsystem, mehr Zugangswege zum Studium, ein Rechtsanspruch auf Weiterbildung und die Abschaffung der Studiengebühren.

Die IG Metall ruft dazu auf, mit der Unterzeichnung des Bildungsmanifests die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ihrem Kampf für gute Bildungschancen zu unterstützen.

Das Bildungsmanifest: www.revolutionbildung.de/manifest Die Kampagnenseite: www.revolutionbildung.de

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