Browsing the archives for the Taxibranche tag.


Wie der Mindestlohn im Taxiwesen umgangen wird

Antikapitalismus

Im aktuellen Rotfuchs berichtet ein (ehemaliger) Taxifahrer über die Methoden, wie die Taxiunternehmen trotz Erhöhung der Beförderungsentgelte den Mindestlohn umgehen und dabei die Arbeiter maximal ausbeuten. Traurig ist, dass sich die allermeisten Taxifahrer das gefallen lassen, wohl auch, weil es keine Taxi-Gewerkschaft gibt, die ähnlich kämpferisch agiert wie die Lokführer von der GDL: „Am 7. Februar erhielt ich Gelegenheit, in einem Interview mit der „Thüringer Landeszeitung“ ein paar den Unternehmernunangenehme Wahrheiten über die Taxibranche nicht nur in Weimar auszusprechen. […]“ (Quelle: Rotfuchs Mai 2015, S. 13)

Und dies hat er dabei mitgeteilt: <Neben spannenden Geschichten der Fahrgäste sieht Kay Strathus sein Gewerbe durchaus kritisch. „Das ist eine Branche, die häufig auf Ausbeutung beruht“, meint er. Verantwortlich dafür seien die Unternehmer, denn die würden schon mal beide Augen zu drücken, wenn es um gesetzliche Auflagen gehe. Teilweise hätten manche Fahrer nur alle zwei Wochen an einem Sonntag frei, erzählt der 57-Jährige. Dabei dauert eine Schicht meist mindestens zehn Stunden. Viele Unternehmer würden auch versuchen, die Fahrer zwölf Stunden fahren zu lassen, damit der Wagen zwischen zwei Schichten nicht ausgemacht werden muss. Dabei verdienten die Fahrer vor dem 1. Januar teilweise zwischen 4 bis 5 Euro pro Stunde. „Doch der Mindestlohn ändert an dieser Ausbeutung gar nichts.“ Strathus erklärt, dass sein alter Arbeitgeber nicht bereit gewesen sei, die 8,50 Euro zu zahlen. Er sollte statt einer vorherigen Verdienstbeteiligung von 40 Prozent fortan 41 Prozent bekommen. Der ehemalige Taxi-Fahrer muss lachen, denn dies sei eigentlich gar nicht möglich, schließlich müsse er mindestens 8,50 Euro bekommen. Beim gesetzlichen Mindestlohn würden die Unternehmen rund 70 Prozent des Verdienstes an die Fahrer weitergeben. „Das schmeckt denen natürlich nicht.“ „Ich weiß von manchen Unternehmern, die ihre Fahrer angewiesen haben, die Arbeitszeiten nicht in die Fahrtenbücher zu schreiben. Ich kenne nur ein einziges Taxi-Unternehmen, das wirklich den Mindestlohn zahlt.“ Für ihn ist das Taxi-Geschäft ein Negativ-Beispiel für den Kapitalismus. „Wenn irgendwo das Wort Ausbeutung angebracht ist, dann in der Taxi-Branche.“> (Quelle: Thüringer Landeszeitung)

 

No Comments