{"id":491,"date":"2022-05-06T20:06:59","date_gmt":"2022-05-06T18:06:59","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/olli\/?page_id=491"},"modified":"2022-05-06T20:07:00","modified_gmt":"2022-05-06T18:07:00","slug":"kuerzungen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/olli\/kuerzungen\/","title":{"rendered":"F\u00fcr eine ausfinanzierte MLU &#8211; gegen alle K\u00fcrzungen"},"content":{"rendered":"\n<p>Im vergangenen Jahr tobte an der Universit\u00e4t eine seit 2014 nicht mehr dagewesene K\u00fcrzungsdebatte. Anfang 2021 schockte der Rektor die Universit\u00e4ts\u00f6ffentlichkeit mit der Botschaft, dass im Haushalt der Universit\u00e4t ein Loch von ca. 10 Mio. \u20ac existiere. Die Zahl \u00e4nderte sich zwischenzeitlich auf 5 Mio. \u20ac, dann pl\u00f6tzlich auf 17 Mio. \u20ac, dann sogar auf 21 Mio \u20ac und nun geht man von einem Betrag zwischen 10 und 17 Mio. \u20ac aus. Woher das Defizit kommt? Wei\u00df niemand. Bis heute verweigert sich das Rektorat einer transparenten Aufarbeitung. Alle Bundesl\u00e4nder unterzeichneten in Juni 2019 den &#8222;Zukunftsvertrag Studium und Lehre st\u00e4rken&#8220;, in dem sie zusagten, die Universit\u00e4ten mit der gleichen Summe wie der Bund Co-finanzieren zu wollen. Hier gab es von Anfang an keine Bewegung, da das Land Sachsen-Anhalt seinen Pflichten aus dem Zukunftsvertrag nicht nachkommt und noch immer an einer veralteten Hochschulstrukturplanung von 2014 festh\u00e4lt. In dieser soll die Universit\u00e4t drastisch verkleinert werden, z.B. sollen die Sport- und Agrarwissenschaften komplett geschlossen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlimmer noch: ein dreiviertel Jahr lang schwieg der zust\u00e4ndige Wissenschaftsminister zu den Vorg\u00e4ngen an der gr\u00f6\u00dften Universit\u00e4t des Landes. Doch er musste auch gar nichts sagen, der Rektor hatte schon entschieden, dass er die Universit\u00e4t verkleinern will, und begann, dies in die Tat umzusetzen. Anstatt sich ans Land zu wenden und f\u00fcr eine Ausfinanzierung der Universit\u00e4t zu k\u00e4mpfen, erarbeitete das Rektorat kurz vor der Landtagswahl ein Papier, welches massive Schlie\u00dfungen, insbesondere in kleinen F\u00e4chern, vorsah. Massiver Protest des Aktionsb\u00fcndnis MLUnterfinanziert, an dem auch wir uns beteiligten, folgte. Zun\u00e4chst konnte das Papier abgewendet werden. Wir befinden uns im Fr\u00fchjahr 2021.<\/p>\n\n\n\n<p>Zeitsprung zum Fr\u00fchjahr 2022. Wir sind am 06.04.2022 auf dem Universit\u00e4tsplatz, der Senat soll erstmals wieder in Pr\u00e4senz tagen, doch Studierende haben den Senatssaal besetzt. Warum? Was war passiert? \u00dcber die letzten Monate hatte das Rektorat ein neues Papier erarbeitet. Diesmal soll in allen Fakult\u00e4ten gek\u00fcrzt werden, insgesamt 26 Professuren, 350 Personalstellen und 4000 Studienpl\u00e4tze stehen auf der Abschussliste. Kriterien nach denen gestrichen wird? Roter Faden? Fehlanzeige. Ein Nothaushalt zwingt die Universit\u00e4t in die Knie; Einstellungsstopps, keine Berufungen, begrenzte Kapazit\u00e4t f\u00fcr Sachmittel, Lehre am absoluten Limit. Der Rektor stellt das K\u00fcrzungspapier als einzige L\u00f6sung dar, spricht von einem &#8222;Profilierungsprozess&#8220;. Eine tats\u00e4chliche L\u00f6sung f\u00fcr das aktuelle finanzielle Problem bietet das Papier jedoch nicht. Er sagt, dass das Papier unter Einbezug der Hochschul\u00f6ffentlichkeit erstellt wurde; Studierende, Personal und Dekane (es gibt tats\u00e4chlich nur cis-m\u00e4nnliche) widersprechen. Kommunikation mit dem Land habe stattgefunden, beteuert der Rektor, doch davon sehen wir nichts. Der Minister pocht auf die Hochschulautonomie, die Hochschule m\u00fcsse sich zuerst bewegen. Mehr Geld vom Land? Absage. Landespolitiker:innen meinen, es habe keine Kommunikation stattgefunden. Am Ende steht ein Ergebnis von 13 Ja Stimmen zu 10 Nein Stimmen f\u00fcr das Papier, welches nun mit der Sense durch die Universit\u00e4t m\u00e4ht. Mehrere Fachbereiche wissen nicht, wie die Lehre in Zukunft weitergehen soll. Die blinde Starrheit von Land und Rektor haben sich vorerst durchgesetzt, doch wir k\u00e4mpfen weiter f\u00fcr eine ausfinanzierte Universit\u00e4t!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sagen darum: Es braucht ein Umdenken im Senat und Rektorat. Massive und \u00fcberhastete K\u00fcrzungen k\u00f6nnen nicht die L\u00f6sung sein, jeder Studiengang, der jetzt eingestellt wird, ist ein Fehler. Der neue Senat muss das K\u00fcrzungspapier zur\u00fccknehmen und den Prozess endlich wirklich in die Hochschul\u00f6ffentlichkeit holen. Personalrat und StuRa m\u00fcssen sich an einem neuen, alternativen Papier beteiligen, welches am Ende eine bessere, effizientere Universit\u00e4t hinterl\u00e4sst, keine gek\u00fcrzte und kaputte. Es braucht massiven Protest dem Land gegen\u00fcber. Es kann nicht sein, dass das Land seinen Pflichten aus dem Zukunftsvertrag nicht nachkommt und den Hochschulen so mehrere Millionen Euro fehlen! So wird Sachsen-Anhalt entscheidend geschw\u00e4cht. Der Rektor hat bewiesen, dass er dem Ernst der Lage nicht gewachsen ist. Entweder muss er die Konsequenz ziehen und&nbsp; zur\u00fcckzutreten oder von neuen Senat nicht wiedergew\u00e4hlt werden! K\u00fcrzungen? Nicht mit uns!<\/p>\n\n\n\n<h3>Wir fordern:<\/h3>\n\n\n\n<ul><li>die R\u00fccknahme aller K\u00fcrzungen<\/li><li>eine konstruktive Zusammenarbeit von Universit\u00e4t und Land, um die Universit\u00e4t besser und nicht kleiner zu machen<\/li><li>ein Rektorat, das die Interessen der Studierenden vertritt<\/li><li>Eine Ausfinanzierung ALLER Hochschulen in Sachsen-Anhalt<\/li><li>Eine Beteiligung von Studierenden und Personal im Prozess und allen Entscheidungen auch \u00fcber den Senat hinaus<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im vergangenen Jahr tobte an der Universit\u00e4t eine seit 2014 nicht mehr dagewesene K\u00fcrzungsdebatte. Anfang 2021 schockte der Rektor die Universit\u00e4ts\u00f6ffentlichkeit mit der Botschaft, dass im Haushalt der Universit\u00e4t ein Loch von ca. 10 Mio. \u20ac existiere. 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