{"id":448,"date":"2025-07-18T08:40:15","date_gmt":"2025-07-18T06:40:15","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/?page_id=448"},"modified":"2025-10-22T09:41:19","modified_gmt":"2025-10-22T07:41:19","slug":"1929-universitaetsplatz-6-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/1929-universitaetsplatz-6-2\/","title":{"rendered":"1930: Universit\u00e4tsplatz 6"},"content":{"rendered":"\n<p>Erst 1930, nach \u00fcber zwei Jahrzehnten, zog das Seminar wieder um, in die 1. Etage des gegen\u00fcberliegenden Geb\u00e4udes Am Universit\u00e4tsplatz 6, einem Bau des Seifenfabrikanten Eduard Cobert. Hier werden sowohl die Lehrveranstaltungen gehalten und auch die nunmehr umfangreiche Bibliothek aufgestellt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/files\/2025\/07\/Uniplatz-6_1-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-454\" width=\"577\" height=\"381\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/files\/2025\/07\/Uniplatz-6_1-2.png 403w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/files\/2025\/07\/Uniplatz-6_1-2-300x198.png 300w\" sizes=\"(max-width: 577px) 100vw, 577px\" \/><figcaption>An der Universit\u00e4t 6 (um 1932) UAHW Rep.40\/I_V16_11a, vorn in der Mitte Carl Voretzsch<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"700\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/files\/2025\/07\/Franz-von-Liszt-Haus-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-455\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/files\/2025\/07\/Franz-von-Liszt-Haus-2.jpg 700w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/files\/2025\/07\/Franz-von-Liszt-Haus-2-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption>Franz-von-Liszt-Haus, \u00a9 Prof. Dr. Christian Schr\u00f6der<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"584\" height=\"418\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/files\/2025\/07\/Uniplatz_4-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-457\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/files\/2025\/07\/Uniplatz_4-2.png 584w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/files\/2025\/07\/Uniplatz_4-2-300x215.png 300w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><figcaption>Seminar- und Bibliotheksraum, um 1955, AIR.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><br>Schnell fehlten wieder R\u00e4ume und es brauchte kreative L\u00f6sungen, die auch dem Institutsdirektor Opfer abverlangten. Dieser schrieb im Bericht \u00fcber das Rechnungsjahr 1933:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>D<em>ie von dem verstorbenen <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/wp-admin\/post.php?post=751&amp;action=edit\" target=\"_blank\">Professor Dr. Wiese<\/a> dem Seminar als Verm\u00e4chtnis hinterlassene Bibliothek wurde \u00fcbernommen, katalogisiert und in die Seminarbibliothek eingereiht [\u2026]<\/em><\/p><p><em>Die Vermehrung der Bibliothek um mehr als 3000 B\u00e4nde machte eine Erweiterung der Seminarr\u00e4ume notwendig. Das Wohlwollen des stellvertretenden Herrn Kurators erm\u00f6glichte einen Durchbruch nach dem Nachbarhaus, wodurch ein neuer \u00dcbungsraum gewonnen wurde, so da\u00df die gesamte italienische Abteilung der Seminarbibliothek in dem bisherigen \u00dcbungsraum und in dem ansto\u00dfenden bisherigen Direktorzimmer untergebracht werden konnte. Das Direktorzimmer wurde in das bisherige Vorzimmer verlegt. (Voretzsch 1937:66).<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Und wieder gab es Klagen \u00fcber die Enge bzw. die Begehrlichkeiten anderer, in diesem Falle mit kriegswichtiger Forschung beauftragter Institute. 1940 schreiben die Romanisten Protestbriefe an den Rektor gegen das angeordnete Abgeben von R\u00e4umen an die Psychologie.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend des Krieges wurde die Bibliothek in stillgelegte Salzst\u00f6cke bei Halle ausgelagert. Rita Schober (1918\u20132012), Assistentin in Halle ab 1946 und sp\u00e4tere Nachfolgerin Klemperers an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin, erinnerte sich 1996:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p><em>Die B\u00fccher, die ich [&#8230;] 1947 [&#8230;] mit Hilfe von Studenten und meinem sp\u00e4teren Mann auf einem Pferdewagen zur\u00fcckgeholt, ausgepackt, ges\u00e4ubert und wieder aufgestellt hatte, waren in f\u00fcnf Raumen, nach Fachgebieten gegliedert, untergebracht. Au\u00dfer diesen f\u00fcnf R\u00e4umen, die f\u00fcr Mitarbeiter und Studenten auch als Arbeitsraume dienten, umfa\u00dfte das Seminar noch ein kleines Direktorzimmer und einen im Nebengeb\u00e4ude gelegenen, aber direkt vom Seminar aus \u00fcber ein paar Holzstufen erreichbaren gr\u00f6\u00dferen Seminarraum. Er war deshalb so besonders wichtig, weil er in jenen brennstoffarmen Zeiten im Winter mit einem Ofen separat geheizt werden konnte. (Schober 2003:325).<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"586\" height=\"781\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/files\/2025\/07\/Uniplatz_Studis_3-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-456\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/files\/2025\/07\/Uniplatz_Studis_3-2.jpg 586w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/files\/2025\/07\/Uniplatz_Studis_3-2-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 586px) 100vw, 586px\" \/><figcaption>Studierende des Romanischen Seminars, vermutlich in den 1930er Jahren, UAHW, Rep. 40\/I V16, Nr. 10<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Hier wirkte ab 1948 auch <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/viktor-klemperer\/\" target=\"_blank\">Victor <\/a><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/viktor-klemperer\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/viktor-klemperer\/\" target=\"_blank\">Klemperer<\/a>, mit dessen Namen die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg besonders verbunden war und dessen Wirken nicht nur seine engeren Sch\u00fcler pr\u00e4gte. Seine Vorlesungen zur Literaturgeschichte in den f\u00fcnfziger Jahren waren Anziehungspunkt auch f\u00fcr Nichtromanisten und Nichtphilologen.<\/p>\n\n\n\n<p>Klemperer versuchte auch, trotz der schwierigen politischen Situation in der Nachkriegszeit f\u00fcr normale Unterrichtsverh\u00e4ltnisse zu sorgen. Um 1950 musste er sogar f\u00fcr den Erhalt  des Franz\u00f6sischunterrichts an Schulen k\u00e4mpfen. Dazu schrieb er 1952:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Als dann bei uns im Osten der Neuaufbau der Universit\u00e4ten begann, schien das Fach Romanistik beinahe davon ausgeschlossen. Teils aus wirklicher Notwendigkeit, teils aber auch aus der Kinderkrankheit des Radikalismus heraus unterlie\u00df man es, an den Schulen Unterricht im Franz\u00f6sischen zu geben. [&#8230;]<\/p><p>Hier ward nun die Kinderkrankheit des Radikalismus unheilvoll bemerkbar; sie bewirkte ein v\u00f6lliges Beiseiteschieben der Westsprachen. Der Fortfall des Schulunterrichts im Franz\u00f6sischen aber bedeutet ein doppeltes Abschn\u00fcren der Romanistik an den Universit\u00e4ten (Klemperer: 1952\/53).<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Bald gab es jedoch auch schon wieder die ersten ausl\u00e4ndischen Lektor*innen, so  die Franz\u00f6sin <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/wp-admin\/post.php?post=776&amp;action=edit\" target=\"_blank\">Fran\u00e7oise Esther Kotler<\/a> und den in der gesamten DDR t\u00e4tigen &#8222;immerw\u00e4hrenden&#8220; Lektor <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/vladimiro-macchi\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/ortederromanistik\/vladimiro-macchi\/\" target=\"_blank\">Vladimiro Macchi,<\/a> der in Halle von 1948 bis 1963 neben seiner Muttersprache Italienisch aus Spanisch unterrichtete. 1960 promovierte er in Halle und durfte ab 1961 den Professorentitel f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erst 1930, nach \u00fcber zwei Jahrzehnten, zog das Seminar wieder um, in die 1. 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