{"id":2538,"date":"2011-08-17T13:42:32","date_gmt":"2011-08-17T11:42:32","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/?p=2538"},"modified":"2011-08-17T14:23:22","modified_gmt":"2011-08-17T12:23:22","slug":"lekturen-home-style-von-richard-fenno","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/2011\/08\/lekturen-home-style-von-richard-fenno\/","title":{"rendered":"Lekt\u00fcren: &#8222;Home Style&#8220; von Richard Fenno"},"content":{"rendered":"<p>Wie nehmen Repr\u00e4sentanten die von ihnen Repr\u00e4sentierten wahr? Auf welche Weise interagieren Abgeordneten mit ihrer W\u00e4hlerschaft? Diesen Fragen geht der amerikanische Politikwissenschaftler Richard Fenno in seinem Buch &#8222;Home Style &#8211; House Members in Their Districts&#8220; nach. Das Buch ist bis heute ein Meilenstein der amerikanischen Politikwissenschaft. Der Hallenser Politikstudent Markus Wegewitz hat das Buch gelesen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n<a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/files\/2011\/08\/fenno.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/politikwissenschaft\/files\/2011\/08\/fenno-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-2539\" \/><\/a>Das hier vorzustellende Buch erschien in der ersten Auflage bereits 1973. Die von mir gelesene zweite Fassung enth\u00e4lt zus\u00e4tzlich ein kurzes Vorwort, aber keine inhaltlichen \u00c4nderungen. Als Richard Fenno vor 41 Jahren mit der Arbeit an &#8222;Home Style&#8220; begann, stellte sich f\u00fcr ihn am Anfang eine Frage der Perspektive. Bis zu jenem Zeitpunkt wurden die Mitglieder des US-Kongresses meist mit den Augen zahlreicher Politologen, Lobbyisten oder Journalisten bei ihrer Arbeit in Washington beobachtet. Im Gegensatz dazu betrachtet der Verfasser vorwiegend den Wahlkreis, und zwar aus dem Blickwinkel der einzelnen Abgeordneten. &#8222;[S]oaking and poking \u2013 or just hanging around&#8220; ist daher die Methode der Wahl. Das verwendete empirische Material, das der Autor im Zuge zahlreicher Reisen sammeln konnte, ist, dem qualitativen Design der Studie entsprechend, umfangreich.<br \/>\nIm Mittelpunkt der Auswertung steht die Heuristik, mit der die eigene W\u00e4hlerschaft von den Abgeordneten wahrgenommen wird, und die Presentation of Self der Abgeordneten (E. Goffman). Alle Personen in Fenno&#8217;s Sample sind anonymisiert dargestellt: es klingt dann leicht kryptisch, wenn Congresssman C \u00fcber die Probleme von Alpha County spricht. Dennoch erh\u00e4lt sich eine der gro\u00dfen St\u00e4rken des Autors: die Selbstdarstellung der Abgeordneten authentisch abzubilden. Der Text enth\u00e4lt eine enorme Menge an (ausf\u00fchrlich zitiertem) Quellenmaterial, die dem Buch stellenweise einen explorativen Charakter gibt.<br \/>\nBei der Lekt\u00fcre erwies sich das letzte Kapitel (Notes on Method) als besonders interessant. Neben der pointierten Verortung des eigenen Standorts findet man hier die Begr\u00fcndung zur Integration der oft als zu soziologisch betrachteten teilnehmenden Beobachtung in das methodische Instrumentarium der Politikwissenschaft. Auch in diesem Sinne betrat Fenno mit dieser Studie Neuland \u2013 und bisher haben es nur wenige geschafft ihm nachzufolgen.<br \/>\nZum Schluss: Im APSR erschien 1977 ein Aufsatz zum Thema des Buches. Wer einen Eindruck von Fennos Arbeit gewinnen will findet das Dokument bei <a href=\"http:\/\/www.jstor.org\/pss\/1960097\">JSTOR<\/a> (MARKUS WEGEWITZ). <\/p>\n<p><strong>Fenno, Richard F. Jr. (2003): Home Style. House Members in Their Districts, New York u.a.: Longman, 304 Seiten, \u20ac46,10 (gibt es \u00fcbrigens auch in der Sowi-Bibliothek der MLU).<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie nehmen Repr\u00e4sentanten die von ihnen Repr\u00e4sentierten wahr? Auf welche Weise interagieren Abgeordneten mit ihrer W\u00e4hlerschaft? Diesen Fragen geht der amerikanische Politikwissenschaftler Richard Fenno in seinem Buch &#8222;Home Style &#8211; House Members in Their Districts&#8220; nach. Das Buch ist bis heute ein Meilenstein der amerikanischen Politikwissenschaft. 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